Trier-Ehrang/Quint

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Ehrang/Quint
Stadtteil von Trier
Früheres Gemeindewappen von Ehrang
Koordinaten: 49° 48′ 28″ N, 6° 41′ 16″ O
Höhe: 131 m ü. NN
Fläche: 25,23 km²
Einwohner: 9150 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 363 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 54293
Vorwahl: 0651
BiewerEhrang/QuintEurenFeyen/WeismarkFilschHeiligkreuzIrschKernscheidKürenzMariahofMitte/GartenfeldNordOlewigPfalzelRuwer/EitelsbachSüdTarforstWest/PallienZewenKarte
Über dieses Bild
Lage in der Stadt Trier

Ehrang/Quint ist einer der 19 Ortsbezirke der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz. Flächenmäßig ist er der größte Ortsbezirk der Stadt und umfasst unter anderem auch mehrere aufgrund ihrer geographischen Lage etwas abgegrenzte Wohnviertel (Vordere und Hintere Heide, die ehemalige Militär-Siedlung „Auf der Bausch“).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbezirk gliedert sich in die Ortsteile Ehrang und Quint und liegt im Nordosten der Stadt auf dem linken Moselufer. In Ehrang mündet die Kyll in die Mosel, in Quint der Quintbach. Ehrang/Quint ist der nördlichste Stadtteil von Trier. Benachbarte Ortsbezirke sind Pfalzel, Biewer und getrennt durch die Mosel Ruwer/Eitelsbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Briel, ältestes erhaltenes Gebäude in Ehrang (links)

Der Name Ehrang stammt von einem Keltenführer namens Irus, der das Gebiet der Kyllmündung wegen seiner günstigen Lage als Siedlung wählte, die nach ihm Yranc oder Irancum genannt wurde. Eine wichtige keltische Handelsstraße führt dort über die Kyll. Die Römer bauten später an dieser Stelle eine Brücke und errichteten in ihrer Nähe Denkmäler und Weihestätten.[1]

Der Name Quint stammt aus der Römerzeit und leitet sich aus seiner Lage am fünften Meilenstein (ad quintum lapidem) entlang der Römerstraße von Trier nach Andernach ab. 1346 erhielt Ehrang unter dem späteren deutschen Kaiser Karl IV. die Stadtrechte nach Frankfurter Recht. 1683 entstand in Quint unter dem Gründervater Franz von Pidoll eine Eisenhütte mit Gießerei.

Am 1. März 1968 kam es zur Vereinigung der beiden selbständigen Gemeinden Ehrang und Pfalzel zu einer Großgemeinde. Nur ein Jahr später jedoch, am 7. Juni 1969, wurde die Gemeinde Ehrang-Pfalzel in die Stadt Trier eingegliedert.[2] Pfalzel und Ehrang/Quint sind seitdem Ortsbezirke der Stadt Trier.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat
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Insgesamt 15 Sitze

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Ortsteile Ehrang und Quint wurde ein gemeinsamer Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.[3]

Politische Verantwortung und die 15 Sitze im Ortsbeirat teilen sich SPD (vier Sitze), CDU (fünf Sitze), Unabhängige Bürgervertretung Trier (UBT; drei Sitze) und Grüne (drei Sitze). Weitere Informationen und historische Daten siehe unter Ergebnisse der Kommunalwahlen in Trier.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juni 2018 ist der CDU-Politiker Bertrand Adams Ortsvorsteher. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 53,59 % wiedergewählt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Trier-Ehrang/Quint und Liste der Naturdenkmale in Trier

Gasse in Ehrang
ehem. kath. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt
Evangelische Kirche
  • Aussichtspunkt Ehranger Kanzel (Felsenkuppe mit alten Eichen, Naturdenkmal)
  • Heidenstuben (Buntsandsteinfelsen, Naturdenkmal)
  • Ringmauer/Reste der alten Stadtmauer
  • Kreuzweg zur Heide-Kapelle
  • Linkenbachkapelle (Marienkapelle am Waldfriedhof)
  • Küferkapelle (Kapellenstraße)
  • Pfarrhaus Sankt Peter
  • Katholische Pfarrkirche Sankt Peter
  • Evangelische Pfarrkirche am Bahnhof
  • Ehranger Brunnen am Marienfeld
  • Ehranger Brunnen in der Niederstraße
  • Milo-Kreuz
  • Quinter Schloss
  • Katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Quint (2009 profaniert, 2016 zu einem Wohnhaus umgebaut)[5]
  • Kreuz am Aussichtspunkt auf den Heidenstuben (Buntsandsteinfelsen) aus dem Jahre 2007
  • Der historische Ortskern von Ehrang ist denkmalgeschützt (Ensembleschutz).

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trier-Ehrang ist über die B 53 nach Schweich und Trier, sowie über die B 422 zur B 51 und damit nach Bitburg verbunden. Außerdem besitzt der Ortsbezirk Anschluss an die B 52, über die die Autobahnen A 64 nach Luxemburg und A 1 nach Saarbrücken und Koblenz erreichbar sind. Dabei bildet die Moselbrücke Ehrang ein wichtiges Bindeglied in der Ortsumfahrung Trier.

In Ehrang/Quint kreuzen sich die beiden Radfernwege Mosel-Radweg und Kylltal-Radweg.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das ehemalige Bahnbetriebswerk Ehrang 1996. 2011 wurden die letzten Reste abgerissen.

Es existieren drei Bahnhöfe:

  • Ehrang
  • Ehrang Ort
  • Quint

Der Bahnhof Ehrang ist ein Bahnknotenpunkt mit ehemaligem Rangierbahnhof (noch teilweise als Güterbahnhof genutzt) an der Moselstrecke, von der hier die Eifelstrecke in Richtung Gerolstein und Köln abzweigt. Die Bahnhöfe Ehrang Ort und Quint liegen nur an der Moselstrecke.

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren

  • die Eifelbahn (RB 22) Gerolstein–Trier (nur Bf Ehrang), Züge kommen von Köln Messe/Deutz und fahren in der Gegenrichtung ab Gerolstein als RE 22 weiter dorthin
  • die Moseltal-Bahn (RB 81) Koblenz–Wittlich–Trier und
  • der Elbling-Express (RB 82) Wittlich–Trier–Perl.

Die nächsten Fernverkehrsanschlüsse befinden sich an den Bahnhöfen Trier Hbf und Wittlich Hbf.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anbindung an das Stadtzentrum Triers erfolgt montags bis freitags tagsüber durch die Linie 8 (Stadtwerke Trier), zu den übrigen Zeiten durch die Linie 87 (Stadtwerke Trier). Des Weiteren verkehren von Trier aus die Überlandbusse der Linie 212 (RMV; nach Schweich/Wittlich/Bernkastel-Kues) und Linie 231 (Walscheid Busreisen (VRT); nach Speicher/Dudeldorf) durch Ehrang/Quint. Letztere fährt jedoch nur ausgewählte Haltestellen an. Die beiden abseits gelegenen Ortsteile „Auf der Bausch“ und „Heide“ werden von der Linie 17 (Stadtwerke Trier) mit dem Ehranger Ortskern verbunden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich geprägt wird Ehrang/Quint von Handel, Handwerk und Industrie. Die gute logistische Anbindung über Straße, Schiene und Wasser (Hafen Trier), aber auch durch die Nähe zum benachbarten Luxemburg über Luft, bietet gute Voraussetzungen für das bestehende Gewerbe, auch für neue Investoren.

Öffentliche Einrichtungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Ehrang (früher: Marienkrankenhaus)[6]
  • Bürgerhaus
  • Katholische Familienbildungsstätte Trier-Ehrang Remise e. V.[7]
  • Naturfreundehaus Quint[8]
  • Mobile Jugendeinrichtung „Blue“
  • Jugendtreff Ehrang-Quint e. V.
  • Internationaler Frauengarten Trier[9]
  • DRK Rettungswache und Ortsverein Ehrang
  • Feuerwehr Trier Löschzug Ehrang[10]
  • Brand- und Katastrophenschutzzentrum (BKSZ)

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule St. Peter Ehrang
  • Friedrich-Spee-Gymnasium
  • Grundschule Quint
  • Moseltal Realschule plus Trier
  • Kath. Kindertagesstätte St. Peter[11]
  • Montessori-Kinderhaus St. Peter
  • Kath. Kindergarten Christi Himmelfahrt (Ortsteil: Auf der Bausch)
  • Integrative Kindertagesstätte Haus Tobias (Ortsteil: Quint, Träger: Caritasverband)

Regelmäßige Veranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ehranger Markt[12] ist als Volksfest mit Kirmestreiben über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der „Ehriker Moart“ wie er im moselfränkischen Dialekt genannt wird, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Als Volksfest wurde er bereits im Jahr 1350 erwähnt. Der Ehranger Markt war ursprünglich ein Viehmarkt, auf dem die Eifel-, Hunsrück- und Moselbauern ihre Tiere und Waren tauschen konnten. Damals war der erste Dienstag im Monat September der traditionelle Markttag. Aus diesem Grund findet das Fest auch in der heutigen Zeit am Wochenende vor dem ersten Dienstag im September statt und wird mit einem großen Feuerwerk am Dienstagabend abgeschlossen. Der Ehranger Markt wird getragen durch die zahlreichen ehrenamtliche Helfer aus den verschiedenen Ortsvereinen, die sich in der Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine (GEOV)[13] zusammengeschlossen haben.
  • Die Ehranger Fastnacht wird jedes Jahr von den örtlichen Karnevalsvereinen mitgestaltet, darunter der Theater- und Karnevalsverein „Blau-Weiß“ 09 Ehrang e. V.[14] und die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Ehrang[15] Ein besonderer Höhepunkt des Ehranger Straßenkarnevals ist der Rosenmontagszug, der unter reger Beteiligung phantasievoll gestalteter Fußgruppen am Fastnachtsmontag durch den Ort zieht.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV Ehrang 1910 e. V.[16]
  • TV Ehrang 1897 e. V.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Adolf Kraemer (* 5. April 1798; † 27. Januar 1876 in Trier-Ehrang/Quint), Eisenwerkbesitzer und Großindustrieller
  • Mathias Thesen (* 29. April 1891 in Ehrang), KPD-Reichstagsabgeordneter, Widerstandskämpfer, († 11. Okt. 1944 KZ-Sachsenhausen, erschossen)
  • Peter Greif (* 1. Oktober 1902 in Konz; † 5. Januar 1933 Ehrang) Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Ehrang, der 1933 in Ehrang von SA erschossen wurde.
  • Anna Dany (* 11. Februar 1920 in Ehrang; † 1941 ermordet in Hadamar), Opfer des Nationalsozialismus[18]
  • Werner Schuhn (* 12. Januar 1925 in Daun; † 2. Juli 1989 in Trier-Ehrang), Rektor und Heimatforscher
  • Peter Roth-Ehrang (* 8. Juni 1925 in Ehrang; † 28. Dezember 1966 in Hamburg), Opernsänger (Bass), Mitglied der Hamburger Staatsoper, Wagner-Interpret in Bayreuth
  • Matthias Thiel (* 21. April 1929 in Ehrang), Historiker und Diplomatiker
  • Adelheid Steines (* 4. Januar 1929; † 1. August 2016), Schlagersängerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • Berthold Klein (* 16. August 1941), Politiker
  • Bertrand Adams (* 13. Oktober 1953), Politiker
  • Ingeborg Sahler-Fesel (* 15. Januar 1956), Politikerin
  • Peter Feil (* 1962 in Ehrang; † 2. Dezember 2018 in Frankfurt am Main), Jazzmusiker (Posaune, Arrangement)
  • Stephan Peitz (* 19. August 1966), Architekt und Meister der Kampfkunst

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Kreckler, Wolfgang Kreckler: Eisenbahn in Ehrang. Nahtstelle von Saar-, Eifel- und Moselbahn. 1. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 2008.
  • Martin Kreckler: Das Quinter Viadukt. In: Verein Ehranger Heimat e. V. (Hrsg.): Ehranger Heimat. Jahrbuch. 2010.
  • Werner Schuhn: Ehrang. Landschaft – Geschichte – Gegenwart. 2 Bände (Ortschroniken des Trierer Landes, Nr. 22) Trier, 1989.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Meixner: Aus der Geschichte Ehrangs. in: Verein „Ehranger Heimat e. V.“: Ehranger Heimat Jahrbuch 1998, S. 54
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Memento vom 31. Dezember 2016 im Internet Archive), Seite 198 (PDF; 2,6 MB)
  3. Stadt Trier: Hauptsatzung. (PDF) § 2 bis 6. 29. Juni 2017, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Trier, kreisfreie Stadt, siehe vierte Ergebniszeile. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  5. Erklärung der Pfarrgemeinde zur Profanierung (Memento vom 10. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 8 kB)
  6. Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Ehrang (früher: Marienkrankenhaus)
  7. Katholische Familienbildungsstätte Trier-Ehrang Remise e. V.
  8. Naturfreundehaus Quint
  9. Internationaler Frauengarten
  10. Feuerwehr Trier Löschzug Ehrang
  11. Katholische Kindertagesstätte St. Peter
  12. Ehranger Markt
  13. Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine e. V.
  14. Theater- und Karnevalsverein „Blau-Weiß“ 09 Ehrang e. V.
  15. Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ Ehrang e. V..
  16. SV Ehrang 1910 e. V.
  17. TV Ehrang 1897 e. V.
  18. Dr. Thomas Schnitzler: Anna Dany aus Quint – Erinnerungen aus Anlass der Stolpersteinverlegung 2011. In: Ehranger Heimat e. V. (Hrsg.): Ehranger Heimat. Jahrbuch 2013. S. 143ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ehrang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Ehrang – Reiseführer
Wikivoyage: Quint – Reiseführer