Trier-Nord

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Trier-Nord
Stadtteil von Trier
Koordinaten: 49° 46′ 1″ N, 6° 39′ 22″ O
Höhe: 133 m ü. NN
Fläche: 3,77 km²
Einwohner: 14.385 (31. Dez. 2021)
Bevölkerungsdichte: 3.817 Einwohner/km²
Vorwahl: 0651
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Über dieses Bild
Lage in der Stadt Trier
Barockbasilika St. Paulin
Abbildung des Maarviertels auf dem Trierer Gerichtsbild (1589)

Trier-Nord ist mit 14.385 Einwohnern (Stand 2021[1]) größter Ortsbezirk der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Nord bezeichnet den Bereich nördlich des historischen Kerns der Stadt Trier bis hin zum Bezirk Ruwer/Eitelsbach. Er erstreckt sich über eine Fläche von 376,9 Hektar, beginnt unmittelbar vor der Porta Nigra und schließt das Gebiet des früheren römischen Friedhofes ein. Der Ortsbezirk ist in die Stadtbezirke Nells Ländchen (101) und Maximin (102) unterteilt.[2]

Der Ortsbezirk umfasst unter anderem das alte Fischerdorf Zurlauben, das Paulinviertel und das Maarviertel als ehemals eigenständige Vororte sowie das Nells Ländchen mit dem dazugehörigen Nells Park am Verteilerkreis, das ehemalige Militärgelände „Castelforte“, welches bis zum Jahr 1999 vom französischen Militär genutzt wurde, und das Industriegebiet Nord.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat 2019
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Insgesamt 15 Sitze

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Ortsteil Trier-Nord wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.[3]

Bei der Ortsbeiratswahl 2019 konnten Bündnis 90/Die Grünen fünf Sitze, die CDU vier, die SPD drei und FDP, UBT und Die Linke jeweils einen Sitz erringen.[4]

Für weitere Informationen und historische Daten siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Trier.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher war bis 2019 Christian Bösen (CDU). 2019 wurde Dirk Löwe (Grüne) zum neuen Ortsvorsteher gewählt. Er setzte sich bei einer Stichwahl am 16. Juni 2019 mit einem Stimmenanteil von 60,45 % gegen den bisherigen Amtsinhaber durch, nachdem bei der Direktwahl am 26. Mai keiner der ursprünglich fünf Bewerber die notwendige Mehrheit erreicht hatte.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der Wahrzeichen im Trierer Norden ist St. Paulin, eine der wenigen barocken Kirchen der Stadt. Ganz in der Nähe befindet sich die Reichsabtei St. Maximin. Dieses war das größte der vier früheren Benediktinerklöster in Trier und gehört zu den ältesten Klöster Westeuropas. Auch die kath. Kirche St. Martin befindet sich in Trier-Nord. Kulturell stach der Bezirk durch das Exhaus in der Zurmaiener Straße mit Konzerten, Veranstaltungen und Jugendprojekten hervor. Das Gebäude wurde aus baulichen Gründen im Jahr 2019 komplett geschlossen.

Moselufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zurlaubener Ufer ist vor allem geprägt durch sein gastronomisches Angebot direkt am Ufer der Mosel. Hier befindet sich auch der Personenschifffahrtshafen der Stadt. Bekannt ist das Zurlaubener Ufer insbesondere durch das jährlich stattfindende Zurlaubener Moselfest, welches mit dem Feuerwerk Mosel in Flammen endet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Trier-Nord endet die Bundesautobahn 602, welche die Stadt mit der Bundesautobahn 1 verbindet. Ein großer Teil des täglichen Durchgangs-, Besucher- und Pendelverkehrs passiert die Stadtgrenze demnach im Bezirk Nord. Die drei Hauptzubringer zur Innenstadt bilden die Parkstraße und Franz-Georg-Straße, die Herzogenbuscher Straße und Paulinstraße sowie die Zurmaiener Straße. Letztere wurde im Jahr 2006 erneuert und ausgebaut. Über Nord führt außerdem einer der beiden Hauptzufahrtswege zur Universität Trier und den Höhenstadtteilen. Neue Umgehungsstraßen zur Verbesserung der Straßenverkehrssituation in Trier-Nord und Kürenz werden diskutiert, so beispielsweise eine Erweiterung der Metternichstraße über das ehemalige Moselbahngelände in Richtung Hauptbahnhof.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die günstige geographische Lage vor den Toren der Stadt und die gute Verkehrsanbindung mit Autobahnanschluss ist der Bezirk attraktiver Wirtschaftsstandort. Der nördliche Bereich des Stadtteils besteht nahezu komplett aus Industrie- und Gewerbezonen. Insbesondere das Automobilgewerbe ist zahlreich vertreten.

Der Abzug des französischen Militärs im Jahr 1999 vom Militärgelände „Castelforte“ bedeutete für den Bezirk einen Aufschwung. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen, darunter die Europäische Akademie des rheinland-pfälzischen Sports und die Industrie- und Handelskammer, haben sich auf dem Konversionsgelände angesiedelt. Weiterhin entstand auf dem Gelände unter anderem die Arena Trier, eine Großraumhalle, die dem ehemaligen Frauen-Handball-Zweitligisten DJK/MJC Trier, sowie dem Basketballverein Gladiators Trier als Heimstätte dient. Außerdem sendet der regionale Bürgerrundfunksender OK54 sein Fernsehprogramm von dort.

Auf dem Gelände der ehemaligen Neuen Hornkaserne befinden sich in ehemaligen Kasernengebäuden die Bundeskasse Trier, sowie Dienststellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, des Landesbetriebes Liegenschafts- und Baubetreuung des Landes Rheinland-Pfalz und eine Erstaufnahmeaufrichtung für Asylbegehrende des Landes Rheinland-Pfalz. In einem von Gottfried Böhm entworfenem Neubau die Agentur für Arbeit Trier.

In Trier-Nord befinden sich neben dem Schuhhersteller Romika, die Schaltanlagen produzierende NATUS GmbH & Co. KG sowie mehrere große Einzelhandelsstandorte, das Moselstadion (Heimstadion des SV Eintracht Trier 05), mit dem Nordbad eines der beiden großen Freibäder der Stadt, diverse Restaurants und Cafés, mehrere Fastfood-Restaurants, zahlreiche weitere Dienstleistungsunternehmen sowie mehrere Bordelle. Der Bezirk zählt zu den Wirtschaftsmotoren der Stadt, ist jedoch gleichzeitig nicht unerheblich von Arbeitslosigkeit betroffen und gilt als sozialer Brennpunkt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trier-Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Trier - Bevölkerungsstruktur. Abgerufen am 5. August 2022.
  2. Kleinräumige Gliederung der Stadt Trier. Amt für Stadtentwicklung und Statistik, März 2019, S. 5 u. 16, abgerufen am 22. Oktober 2021.
  3. Stadt Trier: Hauptsatzung. (PDF) § 2 bis 6. 29. Juni 2017, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  4. Stadt Trier - Ortsvorsteher/Ortsbeirat. Abgerufen am 19. Juli 2019.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Trier, kreisfreie Stadt, siehe zweite Ergebniszeile. Abgerufen am 22. Oktober 2019.