Trier-Pfalzel

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49.78256.6913888888889131Koordinaten: 49° 46′ 57″ N, 6° 41′ 29″ O

Pfalzel
Stadt Trier
Früheres Gemeindewappen von Pfalzel
Höhe: 131 m
Fläche: 2,35 km²
Einwohner: 3514 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 54293
Vorwahl: 0651
Karte

Lage in der Stadt Trier

Pfalzel ist einer der 19 Ortsbezirke der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz.

Geografie[Bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten]

Pfalzel liegt im Nordosten der Stadt westlich der Mosel. Es zählt etwa 3500 Einwohner.

Ähnlich wie der gegenüberliegende Ortsbezirk Ruwer liegt Pfalzel im Hochwassergebiet der Mosel. Seit einigen Jahren schützt ein mobiler Hochwasserschutz, der vom Spätherbst bis zum Frühjahr installiert wird, die Häuser an der Mosel bis zu einem Pegel von über elf Metern. Die massiven Schutztore am Moselradweg sind nicht zu übersehen.

Benachbarte Stadtbezirke[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Pfalzel um 1500
Am 24. Dezember 1944 greifen amerikanische B-26 die Pfalzeler Brücke an.
Pfalzel im Jahre 1956
Pfalzel auf einer Ansichtskarte von 1976
Pfalzel auf einer Ansichtskarte von 1976

Kaum einer der früher eigenständigen Trierer Stadtteile kann auf eine ähnlich vielfältige Geschichte zurückblicken wie Pfalzel. Der Name geht auf das lateinische Wort „palatiolum“ (=kleine Pfalz) zurück und war ursprünglich die Bezeichnung für eine palastartige Burganlage aus dem 4. Jahrhundert, die sehr wahrscheinlich in engem Bezug zum kaiserlichen Hof in Trier stand. Die bis heute erhaltenen Mauern der Anlage reichen zum Teil bis ins zweite Obergeschoss.

Im 7. Jahrhundert wurde in dem Gebäude ein Nonnenkloster gegründet, das 1027 in ein Kanonikerstift umgewandelt wurde. Der Stiftsbering wurde mit Torhaus, Kreuzgang, Kapellen und Wirtschaftsgebäuden ergänzt. Burg und Stift wurden bis zum 16. Jahrhundert mit einer eindrucksvollen, bis heute erhaltenen Wallmauer umgrenzt und um Zehntscheune, ein kurtrierisches Amtshaus sowie Münzstätte und Mühle ergänzt.

Unter Erzbischof Albero von Montreuil (1131–1152) wurde mit der Errichtung einer Burganlage im Westteil des Palatiolums begonnen. Ein vorheriger Burgenbau ist durch die Schriftquellen nicht fassbar. Die Pfalzeler Burg diente den Trierer Erzbischöfen wiederholt als Ausweich- und „Gegenresidenz“, wenn es mit der Stadtgemeinde Triers zu Auseinandersetzungen kam.

Im Umfeld der Burg entwickelte sich eine zivile bäuerliche Ansiedlung, die, mit eigener Wehrmauer gesichert, im Jahr 1346 Stadtrecht erlangte. Während der Kriegszüge Ludwigs XIV., der 1673 Trier besetzte, wurden die Wehranlagen Pfalzels jedoch nach und nach geschleift.

In der preußischen Zeit ab 1815 gehörten unter anderem Biewer und Ehrang zur Bürgermeisterei Pfalzel. Biewer wurde 1930 abgetrennt und nach Trier eingemeindet, Pfalzel blieb jedoch zunächst selbständig.

Am 1. März 1968 kam es zur Vereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden Ehrang und Pfalzel zu einer Großgemeinde. Nur ein Jahr später jedoch, am 7. Juni 1969, wurde die Gemeinde Ehrang-Pfalzel in die Stadt Trier eingegliedert.[1] Pfalzel und Ehrang/Quint sind seitdem Bezirke der Stadt Trier.

Das Amt Pfalzel umfasste in kurtrierischer Zeit 54 Ortschaften rund um Trier.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Stadtteil hat zahlreiche historische Bauwerke:

  • die Ringmauer (weitgehend erhaltene Stadtbefestigung), besonders der in den 1530er Jahren angelegte Artilleriewall mit sechs Rondellen
  • die Stiftskirche über der Südostecke des Palatoliums
  • das angeblich älteste bewohnte Steinhaus Deutschlands
  • Reste der bischöflichen Burg (Torturm im westlichen Mauerzug der Befestigung)
  • ehemaliges kurtrierisches Amtshaus (16. Jh.)
  • ehemaliges Nonnenkloster um 710 gegründet (später im 12. Jh. Kanonikerstift)

Weiterhin ist auf dem Spielesplatz das technische Wunderwerk einer Heißluft-Wasserpumpe zu besichtigen.

Pfalzel bewahrt in seinem Ortsgrundriss und im Baubestand alle Elemente, die den Besucher die kontinuierliche Besiedlung seit der Spätantike und das Wachstum durch die Jahrhunderte erleben lassen. Rund um die römische Palastanlage, die Stiftskirche und die bischöfliche Burg sind die Straßen und romantischen Gässchen gesäumt von Häusern, die die Vielfalt der Baustile von der Renaissancezeit bis heute veranschaulichen. Unverwechselbar ist die Wallmauer mit einst sechs mächtigen Bastionen, von denen heute vor allem die Moselbastion noch sehr gut erhalten ist.

Politik[Bearbeiten]

  • Ortsvorsteher von Pfalzel ist Werner Pfeiffer (UBM).
  • Pfalzel ist auch die Heimat des Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster, der für die CDU die Region Trier im Deutschen Bundestag vertritt.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT). Von Montags bis Freitags verbindet die Linie 7 im 30-Minuten Takt Pfalzel mit Trier, von wo man alle Haltepunkte und Ortschaften erreichen kann. In der Nacht und am Wochenende verbindet die Linie 87, ebenfalls im 30-Minuten Takt, Pfalzel mit Trier.

Autobahnanschlüsse zu den Bundesautobahnen A602, A64 sowie A1 befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Innenstadt von Trier ist mit dem Auto in etwa 15 Minuten zu erreichen. Seit April 2007 existiert mit der Eröffnung eines Neuabschnitts der Bundesstraße 53 eine Ortsumgehung der Stadtteile Biewer und Ehrang.

Der Bahnhof Pfalzel liegt an der Eifelbahn und der Moselstrecke nach WittlichKoblenz.

Die Pfalzeler Eisenbahnbrücke über die Mosel ist verkehrstechnisch von großer Bedeutung, da sie den gesamten Eisenbahnverkehr von Köln und Koblenz nach Trier aufnimmt.

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren

  • die Eifelbahn (RB 83) Gerolstein–Trier
  • die Moseltal-Bahn (RB 81) Koblenz–Wittlich–Trier und
  • der Ebling-Express (RB 82) Wittlich–Trier–Perl.

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Pfalzel liegt in unmittelbarer Nähe zum Hafen der Stadt Trier, wo sich zahlreiche Unternehmen und die Industrie angesiedelt haben.
  • Am Ortsrand von Pfalzel steht ein großes Werk der Firma Michelin.

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten]

  • Gregor-von-Pfalzel Grundschule Trier (Pfalzgrafenstraße)
  • Schulzentrum Mäusheckerweg (G8-Gymnasium, Realschule+ und auslaufende Hauptschule)
  • Kindergarten St. Adula (Stiftstraße)

Persönlichkeiten des Ortes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 198 (PDF; 2,6 MB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrike Weber: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.2. Stadt Trier. Stadterweiterung und Stadtteile, Worms 1984, S. 348ff.
  • Andrea Bidinger (Hrsg.): Pfalzel. Geschichte und Gegenwart, Pfalzel 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trier-Pfalzel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien