Triglitz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Triglitz führt kein Wappen
Triglitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Triglitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Putlitz-Berge
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 31,82 km2
Einwohner: 486 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16949
Vorwahl: 033981
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 393
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Zur Burghofwiese 2
16949 Putlitz
Webpräsenz: www.amtputlitz-berge.de
Bürgermeister: Dietmar Prause
Lage der Gemeinde Triglitz im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Triglitz ist eine Gemeinde im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Sie wird vom Amt Putlitz-Berge mit Sitz in der Stadt Putlitz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Triglitz liegt zwischen den Städten Putlitz und Pritzwalk. Durch das Gemeindegebiet fließt die Kümmernitz südwestlich in Richtung Dömnitz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Triglitz gehören die Ortsteile[2]

  • Mertensdorf (mit dem bewohnten Gemeindeteil Schmarsow)
  • Silmersdorf (mit dem bewohnten Gemeindeteil Neu Silmersdorf) und
  • Triglitz (mit dem bewohnten Gemeindeteil Klein Triglitz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1407 wurde der Ort unter dem Namen Trygglitze erstmals erwähnt.

Am 31. Dezember 2001 bildeten die Gemeinden Mertensdorf, Silmersdorf und Triglitz die neue (Groß-)Gemeinde Triglitz. Der Zusammenschluss wurde vom Ministerium des Innern des Landes Brandenburg in einer Bekanntmachung vom 12. Oktober 2001 genehmigt[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 330
1890 277
1910 283
1925 297
1933 301
1939 279
1946 405
1950 408
1964 321
1971 304
1981 251
Jahr Einwohner
1985 271
1989 258
1990 258
1991 247
1992 261
1993 262
1994 264
1995 268
1996 271
1997 279
1998 261
Jahr Einwohner
1999 265
2000 273
2001 617
2002 620
2003 587
2004 577
2005 567
2006 578
2007 561
2008 548
2009 549
Jahr Einwohner
2010 531
2011 504
2012 498
2013 493
2014 478
2015 486

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Triglitz besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

  • Freie Wählergemeinschaft Triglitz 3 Sitze
  • Aktionsgemeinschaft Silmersdorf 3 Sitze
  • Einzelbewerber Manuela Junker-Zimmermann 1 Sitz
  • Einzelbewerber Hans-Ulrich Junker 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietmar Prause wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 52,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[7] gewählt.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Triglitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Dorfkirche Triglitz, Südseite

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Triglitz befindet sich eine um 1360 aus Feldsteinmauerwerk errichtete Kirche, die zu den ältesten Dorfkirchen der Prignitz zählt. Sie wurde als Wehrkirche gebaut und diente so den Bürgern zum Schutz bei Raubüberfällen und Kriegssituationen. Im nördlichen Teil des Kirchengrundstückes sind Reste eines hohen Steinwalls auffindbar, die ebenfalls Angreifer abwehren sollten.

Einst waren die Fenster schmale Spitzbogenfenster, heute trifft man auf breitere, im Spitzbogen geschlossene Fenster. Auf der Westseite befindet sich eine Empore, die an das Mittelalter erinnert. Bereits 1422 wurde der Pfarrer Johannes Wolff als Mitglied der Kalandsgesellschaft, einer geistlichen Bruderschaft im Mittelalter, erwähnt. Als Patron der Kirche wird 1540 ein Edler Herr zu Putlitz benannt, zeitgleich war auch Superintendent ein Ganz Edler Herr zu Putlitz.

Angeblich zierte 1604 die erste Kirchenglocke das Gebäude. Diese Jahreszahl war in Spiegelschrift in die Glocke graviert. Eine weitere Glocke trägt die Jahreszahl 1724. Diese wurde von Christian Klüske aus Berlin angebracht und im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Mündlicher Überlieferung zufolge wurde der Ostgiebel der Kirche von schwedischen Kanonenkugeln durchschlagen, was durch den nicht vollständig reparierten Durchbruch bis in die 1970/80er Jahre sichtbar war.

An der Eingangstür auf der Straßenseite befindet sich eine wiederbefestigte Abspaltung, die von einem Überfall durch einen schwedischen Offizier samt Soldaten stammen soll, die gewaltsam in die Kirche eindringen wollten. Erzählungen berichten, dass beim Setzen des Gedenksteins für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ein Massengrab entdeckt wurde. Sieben menschliche Skelette sollen unter den Holzbohlen aufgefunden worden sein. Untersuchungen zufolge stammten diese menschlichen Überreste aus dem Dreißigjährigen Krieg. Einen dieser Schädeln zierte ein Myrtenkranz, was vermuten lässt, dass einige Personen einer Hochzeitsgesellschaft durch umherziehende Banden zu Tode kamen. Auf dem Kirchhof sollen sich mehrere solcher Massengräber aus dieser Epoche befinden.

Im Jahre 1680 wurde das erste Kirchenbuch angelegt, das im Pfarrhaus Mertensdorf deponiert wurde. In den 1670/80er Jahren gab es umfangreiche Um- und Anbauarbeiten an der Kirche. In dieser Zeit wurden auch die zwei Emporen errichtet. Die Empore auf der westlichen Seite ist heute nicht mehr vorhanden und man hat auch keine Hinweise über ihren weiteren Verbleib. Bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts hatte die Triglitzer Kirche eine barocke Kanzel mit einer Inschrift auf der Rückseite.

1843 wurde der hölzerne, neben der Kirche befindliche Glockenstuhl neu errichtet. Nach der Herrichtung des Innenraumes durch die Initiative von Pastor Telschow wurde die Kirche am 7. November 1982 neu eingeweiht.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich vom Ortsteil Silmersdorf verläuft die Bundesautobahn 24 (BerlinHamburg), die über die Anschlussstellen Putlitz und Meyenburg erreichbar ist. Durch Triglitz verläuft das 2005 zur Landesstraße 111 abgestufte ehemalige Teilstück der Bundesstraße 321.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 895 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Triglitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Triglitz in der Reihe „Landschleicher“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg vom 18. März 2007
  • Mertensdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 1. Oktober 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Triglitz auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung
  3. Bildung einer neuen Gemeinde Triglitz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 12. Oktober 2001. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 44, 30. Oktober 2001, S.696 PDF.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 30–33
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  7. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  9. Amtsblatt 09/1993