Triklines Kristallsystem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dünntafeliger Inesit aus der Wessels Mine, Hotazel, Kalahari Manganfeld, Nordkap, Südafrika

Das trikline Kristallsystem gehört zu den sieben Kristallsystemen in der Kristallographie. Es umfasst alle Punktgruppen, die keine Drehachse besitzen. Das Wort triklin bedeutet dreifach geneigt (von altgriechisch τρία tria „drei“ und κλίνειν klinein „neigen“, „beugen“). Dieser Begriff bezieht sich darauf, dass im triklinen Gittersystem alle drei Achsen gegeneinander geneigt sein können. Das trikline Kristallsystem wird auch als anorthisches Kristallsystem bezeichnet und sein Gittersystem wird daher mit a abgekürzt (t hingegen steht für tetragonal).

Punktgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das trikline Kristallsystem umfasst die Punktgruppen und . Sie gehören zur triklinen Kristallfamilie und können mit dem triklinen Gittersystem beschrieben werden.

Gittersystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das trikline Gittersystem hat die Holoedrie . Durch die Symmetrieelemente gibt es keine Bedingungen für die Gitterachsen, daher gilt:

Die Gittervektoren werden so gewählt, dass gilt: c < a < b und die Winkel α und β stumpfwinklig sind, γ dagegen spitzwinklig ist.

Bravaisgitter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primitives triklines Bravaisgitter: aP

Im Triklinen gibt es eigentlich nur das primitive Bravaisgitter. Trotzdem kommen in der Literatur verschiedene zentrierte Gitter vor.

Punktgruppen im triklinen Kristallsystem und ihre physikalischen Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im triklinen Kristallsystem gibt es in jeder der beiden Punktgruppen genau eine Raumgruppe: P1 (Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1 in der Punktgruppe 1 bzw. P1 (Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2 in 1.

Punktgruppe (Kristallklasse) Physikalische Eigenschaften[Anm. 1] Beispiele
Nr. Kristall­system Name Schoenflies-Symbol Internationales Symbol
(Hermann-Mauguin)
Laue­klasse Zugehörige
Raum­gruppen (Nr.)
Enantio­morphie Optische Aktivität Pyro­elektrizität Piezo­elektrizität; SHG-Effekt
Voll Kurz
1 triklin triklin-pedial C1 1 1 1 1 + + + [uvw] + Abelsonit
Axinit
2 triklin-pinakoidal Ci (S2) 1 1 2 Albit
Anorthit
  1. Bei den Angaben zu den physikalischen Eigenschaften bedeutet „“ aufgrund der Symmetrie verboten und „+“ erlaubt. Über die Größenordnung der optischen Aktivität, Pyro- und Piezoelektrizität sowie des SHG-Effekts kann rein aufgrund der Symmetrie keine Aussage getroffen werden. Man kann aber davon ausgehen, dass stets eine zumindest schwache Ausprägung der Eigenschaft vorhanden ist. Für die Pyroelektrizität ist, sofern vorhanden, auch die Richtung des pyroelektrischen Vektors angegeben.

Weitere triklin kristallisierende chemische Stoffe siehe Kategorie:Triklines Kristallsystem

Kristallformen des triklinen Kristallsystems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triclinic crystal structures.JPG

Kristallformen des triklinen Kristallsystems am Beispiel von Chalkanthit, Kyanit, Axinit, Rhodonit und Albit.


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]