Trinitit

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Trinitit, Durchmesser ca. 6 mm
Trinitit
Gammaspektroskopische Messung zweier Proben von Trinitit ca. 60 Jahre nach der Atomexplosion.[1]

Trinitit ist die Bezeichnung für ein künstliches Glas, das erstmals bei der ersten Atombombenexplosion am 16. Juli 1945 – dem sogenannten Trinity-Test – auf dem US-amerikanischen Trinity-Testgelände im Süden von New Mexico entdeckt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trinitit besteht aus dem bei den hohen Temperaturen der Explosion aufgeschmolzenen und wieder erstarrten silikatischen Bodengrund (Sand) auf dem Testgelände. Eine neuere Hypothese besagt, dass das Material, aus dem der Trinitit entstand, nach der Explosion nicht am Boden schmolz, sondern vom Boden in den Feuerball hineingesogen wurde, vom Himmel herabregnete und wieder erstarrte.

Die grünliche Färbung des Trinitits stammt von eingeschmolzenen Eisenionen. Im Gegensatz zu den petrologisch gleichartigen Fulguriten und Tektiten handelt es sich bei diesem Glas nicht um ein Gestein, da es kein natürlich entstandener Festkörper ist. Trinitit ist ein sehr schwach radioaktiver Alpha-Strahler.

Das Gegenstück, das bei der ersten russischen Atombombenexplosion (1949) auf dem Testgelände bei Semipalatinsk in Kasachstan entstand, heißt Charitontschik (russisch харитончик).

Im Jahr 2021 gab ein Team um den Physiker Paul Steinhardt bekannt, in Trinitit den bisher unbekannten, von einem Kupfertropen umhüllten Quasikristall Si61Cu30Ca7Fe2 mit fünfzähliger Symmetrie entdeckt zu haben. Das Kupfer stammt von einem bei dem Test verwendeten Elektrokabel. Es handelt sich um den ältesten bekannten anthropogenen Quasikristall.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs wurden Trinitit-Stücke noch an Sammler verkauft. Inzwischen wurde das Gelände eingeebnet und ist nicht mehr zugänglich.

Im Jahr 2015 verwendete der US-amerikanische Künstler Trevor Paglen ein Stück Trinitit im Inneren seines Kunstwerks Trinity Cube. Der äußere Teil des 20 × 20 cm großen Würfels wurde aus Glas aus der Sperrzone um das Kraftwerk Fukushima gefertigt. Das Kunstwerk wurde im Rahmen der Ausstellung Don't Follow the Wind in der Sperrzone aufgestellt.[3][4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. M. Szasz: The Day the Sun Rose Twice: The Story of the Trinity Site Nuclear Explosion, July 16, 1945. University of New Mexico Press, 1984.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trinitit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. P.P. Parekh, T.M. Semkow, M.A. Torres, D.K. Haines, J.M. Cooper, P.M. Rosenberg and M.E. Kitto: Radioactivity in Trinitite six decades later. In: Journal of Environmental Radioactivity. 85, Nr. 1, 2006, S. 103–120. doi:10.1016/j.jenvrad.2005.01.017. PMID 16102878.
  2. Paul J. Steinhardt et al.: Accidental synthesis of a previously unknown quasicrystal in the first atomic bomb test in: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 118 (22), 1. Juni 2021
  3. Tiernan Morgan: Art Movements, 2. Oktober 2015, hyperallergic.com, abgerufen am 2. Juli 2016. (englisch, mit Foto des Kunstwerks)
  4. Trinity Cube auf der Website von Trevor Paglen, paglen.com, abgerufen am 2. Juli 2016. (englisch, mit Foto des Kunstwerks)