Trinkhalm

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Trinkhalme

Ein Trinkhalm, aufgrund seiner ursprünglichen Fertigung aus Stroh auch Strohhalm genannt, ist ein Hilfsmittel, mit dem sich Flüssigkeiten ansaugen lassen, um diese zu trinken.

Trinkhalme bestehen heutzutage als Einwegprodukte hauptsächlich aus dünnwandigen Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen. Jedoch kann man Halme auch aus dickwandigen Kunststoffen, Edelstahl oder bruchfestem Glas erhalten. Strohhalme wurden schon von den Sumerern gebraucht, der moderne Trinkhalm wurde 1888 von Marvin C. Stone patentiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Getränk mit Knicktrinkhalm

Die ersten bekannten Trinkhalme wurden von den Sumerern zum Trinken von Bier hergestellt. Vermutlich sollten so die festen Nebenprodukte der Fermentation, die zu Boden sinken, vermieden werden. Der älteste noch existierende Trinkhalm wurde in einem sumerischen Grab aus der Zeit von 3000 v. Chr. gefunden, er besteht aus einem Goldrohr mit einem eingelassenen Lapislazuli. In Argentinien und den Nachbarländern wurden ähnliche metallische Gegenstände namens Bombilla verwendet, die beim Trinken von Mate-Tee gleichzeitig sowohl als Strohhalm wie auch als Sieb dienten.[1]

Küche aus den 1950er Jahren im Museum der Strohverarbeitung: Trinkhalmfertigung in Heimarbeit

In den 1800er Jahren wurden Trinkhalme aus Lolch (Weidelgras) in Mode, da diese günstig und weich waren. Unglücklicherweise wurden sie in Flüssigkeiten mit der Zeit weich. Aus diesem Grund patentierte Marvin C. Stein 1888 den modernen Trinkhalm aus Papier.[2] Er hatte diese Idee an einem heißen Tag während er einen Mint Julep trank, da der Cocktail beim Trinken einen grasigen Beigeschmack hatte. Für den Trinkhalm wickelte er einen Streifen Papier um einen Bleistift und klebte das Ende an. Später verbesserte er die Herstellung mit einer einfachen Maschine, die die Außenseite des Strohhalms mit Wachs beschichtete, damit sich der Klebstoff nicht mehr im Bourbon löste.[1]

Standardformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschieden weite Trinkhalme
(Durchmesser in Millimeter)

Die Wegwerfartikel sind praktisch in jeder vorstellbaren Farbe und Länge sowie mit unterschiedlichsten Durchmessern zu erhalten. Auch diverse Verzierungen, beispielsweise mit Leuchtstoffen, sind für den Partybedarf zu finden. Bei der Formgebung sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt (Knoten, Spiralen, Wellen etc.). Die Massenprodukte haben jedoch meist eine gerade, starre Form oder sind im oberen Bereich zum Abknicken geeignet. Am unteren Ende werden die Halme entweder mit geradem Abschluss hergestellt oder schräg abgeschnitten, um Getränkekartons an einer vorgegebenen Stelle zu durchstoßen.

Sonderprodukte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das obere Ende kann als eine Sonderform vier Löcher statt einer großen Öffnung aufweisen (Sensory Straw), womit sich das Getränk gleichmäßiger im Mund verteilt. Eine andere Möglichkeit ist das Nachbilden eines Löffels am unteren Ende des Trinkhalms. Dadurch kann man sowohl umrühren als auch trinken, ohne mehrere „Hilfsmittel“ im Glas zu haben.

Es werden auch Trinkhalme hergestellt, die sich teleskopisch auf die nahezu doppelte Länge ausziehen lassen. Manche Trinkhalme sind nicht gerade, sondern im oberen Teil mehrmals gewunden.

Weiter können die Halme auf der Innenseite auch mit Vitaminen und Aromen ausgerüstet werden; beim Trinken werden diese dann gelöst und mit dem Getränk aufgenommen.

Siebtrinkhalm (Bombilla)

In Südamerika wird Mate-Tee durch ein metallenes Löffel-Sieb-Trinkröhrchen (Bombilla) getrunken, dessen Sieb am unteren Ende verhindert, dass die Teeblätter des Matetees mit eingesogen werden.

Erwähnenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert die unbelegte These, dass man schneller betrunken werde, wenn man ein alkoholisches Getränk durch einen Trinkhalm trinkt. Hierfür gibt es vermutlich zwei Gründe: Zum einen wird das Getränk durch den Trinkhalm in kleineren Schlucken durch den Mund befördert, so dass ein größerer Teil des Alkohols schon im Mund durch die Mundschleimhaut ins Blut gelangen kann. Zum anderen wird Alkohol im Magen durch das Enzym Alkoholdehydrogenase zu einem gewissen Teil abgebaut. Für den Alkohol, der über die Mundschleimhaut direkt ins Blut gelangt, kann dieser Abbauprozess aber nicht wirken.[3] Eine dritte Hypothese behauptet, dass mit Halm vermehrt Alkoholdämpfe eingeatmet und über die Lunge beschleunigt aufgenommen würden.

Die maximale Länge, die ein Trinkhalm haben kann, sodass man noch trinken kann, hängt von der Größe des Unterdrucks, die der Trinker im Mund gegenüber der Umgebung erzeugen kann, ab.[4]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trinkhalm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Trinkhalm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b "The Amazing History and the Strange Invention of the Bendy Straw", Derek Thompson, The Atlantic, November 22, 2011.
  2. Patent US375962: Artificial straw. Erfinder: Marvin Stone.
  3. Christoph Drösser (Stimmt’s?): Rausch durchs Rohr. In: Die Zeit. Nr. 52/1997
  4. Kopfball-Video: Wie lang kann ein Trinkhalm sein, damit man damit noch trinken kann?