Trinkwasserinstallation

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Als Trinkwasserinstallation (oder Hausinstallation) wird das gesamte Kalt- und Warmwassersystem für Trinkwasser innerhalb eines Gebäudes von der Wasserhauseinführung (bzw. dem Hauswasserzähler) und der letzten Mischbatterie bezeichnet. Sie ist in der Regel an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen.

Begriffsdefinition und -verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Trinkwasserinstallation (bzw. in der Schreibweise Trinkwasser-Installation) ist in § 3 der Trinkwasserverordnung von 2001 definiert als „die Gesamtheit der Rohrleitungen, Armaturen und Apparate, die sich zwischen dem Punkt des Übergangs von Trinkwasser aus einer Wasserversorgungsanlage an den Nutzer und dem Punkt der Entnahme von Trinkwasser befinden.“ Er wird daneben verwendet im Arbeitsblatt W 551 Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen, Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums, Planung, Errichtung, Betrieb und Sanierung von Trinkwasser-Installationen[1] des DVGW e. V. Die Anforderungen und technischen Regeln für Trinkwasser-Installationen sind sowohl in der Europäischen Norm für DIN EN 806, als auch in den deutschen Ergänzungsnormen hierzu nach DIN 1988 Teil 100, zum Schutz des Trinkwassers und Trinkwassergüte, nach DIN 1988 Teil 200 zur Planung und Errichtung und nach DIN 1988 Teil 300 zur Berechnung der Rohrdurchmesser genormt.

Legionellen-Problem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trinkwasserinstallation für Mehrfamilienhäuser

Das Problem der Legionellen in der Trinkwasserinstallation wurde durch die Novellierung der deutschen Trinkwasserverordnung ab 2011 und der Neufassung der DIN-DVGW-Norm 1988 zu einem wichtigen Thema.

Zentrale Trinkwassererwärmungsanlagen in Mehrfamilienhäusern müssen seitdem auf 60 °C gehalten werden. Der Rücklauf der Zirkulationsleitung darf 55° nicht unterschreiten. Dies gilt nicht für Ein- und Zweifamilienhäuser. Es wird aber eine Mindest- Warmwassertemperatur von 50 °C dringend empfohlen.

Seit Februar 2012 wird in der DIN 1988 Teil 300 sowohl für die Kaltwasser- als auch für die Warmwasser-Installationen anstelle einzelner Stichleitungen die Verlegung einer Ringleitung als Stockwerksleitung empfohlen, damit es an wenig genutzten Entnahmestellen zu keiner Stagnation kommt.[2]

Kleinstmögliche Rohrdurchmesser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ziel der Berechnung ist unter Ausnutzung des maximal zulässigen Druckverlustes für jede Gebäudeart die „kleinstmöglichen Rohrdurchmesser“ zu finden. Die deutsche Ergänzungsnorm zur DIN EN 806 ist die DIN 1988 Teil 300 zur Berechnung der Rohrdurchmesser unterscheidet zwischen Gebäuden mit Wohnungen, Seniorenheimen, Hotels, Krankenhäusern, Schulen und Pflegeheimen.

Dem gleichen Zweck dient auch die Aufteilung der Wohnungen in mehrere „Nutzungseinheiten“ wobei für jede davon maximal zwei Entnahmestellen berücksichtigt werden. Nach einem neuen Verfahren werden nach DIN 1988 Teil 300 auch die Rohrdurchmesser eines zusätzlichen Zirkulationssystems für die zentrale Warmwasserbereitung berechnet. Diese Methode führt gegenüber der bisherigen Auslegung nach DVGW- Arbeitsblatt W 553 zu geringeren Volumenströmen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN 1988 Teil 100, Teil 200, Teil 300 Technische Regeln des DVGW für die Trinkwasser-Installation
  • Europäische Norm für Trinkwasser-Installation EN 806
  • VDI-Richtlinie 6023, insbesondere Austauschquote
  • Peter Reichert: Grundlagen zur Dimensionierung, SBZ 14/15, 2012
  • Robert Kremer: PV-Anlagen, Ringleitungen mit Zirkulation und Zirkulationswärmepumpe. HLH BD 66 2015 Nr. 2 –Februar und Nr. 3- März

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen, Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums, Planung, Errichtung, Betrieb und Sanierung von Trinkwasser-Installationen (PDF) (Memento des Originals vom 26. Juni 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dvgw.de Publikation des DVGW e. V., abgerufen am 31. Januar 2016.
  2. Seit 2014 werden für größere Anlagen auch vermaschte Trinkwasserinstallationen vorgeschlagen. Siehe "Detlef Orth und Robert Kremer: Mehr Hygiene durch Vermaschung, TGA-Fachplaner, September 2007, S. 49. Abstrakt Online".