Triomphant-Klasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Triomphant-Klasse
Le Téméraire (S617)
Schiffsdaten
Land Frankreich Frankreich
Schiffsart Atom-U-Boot (SNLE)
Bauwerft DCN (Cherbourg)
Bauzeitraum 1989 bis 2008
Stapellauf des Typschiffes 26. März 1994
Gebaute Einheiten 4
Dienstzeit Seit 1997
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
138 m (Lüa)
Breite 12,5 m
Tiefgang max. 10,6 m
Verdrängung 12.640 ts (über Wasser)
14.335 ts (unter Wasser)
 
Besatzung 15 Offiziere
96 Mannschaften
Maschinenanlage
Maschine ein K-15-Druckwasserreaktor (150 MW)
zwei Dieselmotoren à 700 kW
ein Düsenringpropeller
Maschinen-
leistung
41.500 PS (30.523 kW)
Einsatzdaten U-Boot
Tauchtiefe, max. ~ 400 m
Höchst-
geschwindigkeit
getaucht
25 kn (46 km/h)
Bewaffnung
Sensoren
  • Radar Decca
  • Sonar DMUX 80
  • Radarwarnsystem ARUR-13
  • Waffenkontrollsystem DLA 4A
  • Unterwassertelefon DUUX 5

Die Triomphant-Klasse ist die modernste U-Boot-Schiffsklasse der französischen Marine. Das erste Boot der Klasse wurde 1997 in Dienst gestellt. Die strategischen Atom-U-Boote bilden den maritimen Teil der französischen Nuklearstreitkräfte. Ihr Heimathafen ist der Marinestützpunkt Île Longue bei Brest. Sie sind mit 16 Interkontinentalraketen vom Typ M 45, die jeweils sechs nukleare Sprengköpfe tragen, bewaffnet.

Die Triomphant-Klasse löste die Boote der Redoutable-Klasse und der Inflexible-Klasse ab.

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Triomphant-Klasse wurde im März 1986 als Ersatz für die Redoutable-Klasse bestellt. Sie wird im Französischen als SNLE-NG (Sous-Marin Nucléaire Lanceur d'Engins de Nouvelle Génération) bezeichnet, was etwa Neue Generation Raketen tragender Atom-U-Boote bedeutet. Triomphant sind wesentlich leiser als ihre Vorgänger und haben eine empfindlichere Sonarausrüstung. Ursprünglich waren sechs mit M-5-Raketen bewaffnete U-Boote geplant. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde der Umfang der Klasse um zwei Einheiten gekürzt. Die ersten drei Einheiten waren mit M-45-Raketen bewaffnet. Später wurden diese drei Einheiten im Rahmen des Programms IPER /adaptation au missile M51 mit dem Waffensystem M 51 ausgerüstet. Die vierte Einheit, die Le Terrible, war von Anfang an mit M51-Raketen ausgerüstet.[2][3]

Le Triomphant absolvierte im Februar 1995 einen erfolgreichen Unterwasserstart einer M 45. Ein Test des nuklearen Sprengkopfs dieser Raketen fand 1995/1996 bei den bisher letzten französischen Kernwaffentests auf Mururoa trotz massiver internationaler Proteste statt.

Seit der Außerdienststellung der L’Inflexible im Jahr 2006 sind die Boote der Triomphant-Klasse die einzigen strategischen Atom-U-Boote der französischen Nuklearstreitkräfte.

Boote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennung Name Kiellegung Stapellauf Indienststellung
S 616 Le Triomphant 6. September 1989 26. März 1994 23. März 1997
S 617 Le Téméraire 18. Dezember 1993 21. Januar 1998 23. Dezember 1999
S 618 Le Vigilant April 1997[4] 19. September 2003[5] 26. November 2004
S 619 Le Terrible 24. Oktober 2000[6] 21. März 2008 20. September 2010

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Februar 2009 stieß die Le Triomphant im Atlantik mit dem britischen U-Boot HMS Vanguard zusammen; beide Schiffe wurden leicht beschädigt, die Le Triomphant konnte am 4. Februar mit eigener Kraft nach Brest zurückkehren, die Vanguard nach Faslane-on-Clyde.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chris Chant: Moderne Unterseeboote. Technik – Taktik – Bewaffnung. 1. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7276-7150-5.
  • Robert Hutchinson: Kampf Unter Wasser – Unterseeboote von 1776 bis heute. 1. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02585-X.
  • Werner Globke (Hrsg.): Weyers Flottentaschenbuch / Warships of the World – Fleet Handbook. Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 66. Jahrgang 2005–2007, ISBN 3-7637-4517-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Triomphant-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Gardiner, Stephen Chumbley & Przemysaw Budzbon: Conway’s All the World’s Fighting Ships, 1947-1995, US Naval Institute Press, ISBN 1-55750-132-7. S. 124.
  2. Dieter Stockfisch: Neue SLBM M51. In: esut.de. Europäische Sicherheit & Technik, 1. November 2018, abgerufen am 15. Februar 2020.
  3. Naval Group: DCNS starts the last adaptation programme on the French SSBNs for the M51 missile. (Nicht mehr online verfügbar.) In: https://www.naval-group.com/en. 9. Dezember 2016, archiviert vom Original am 15. Februar 2020; abgerufen am 15. Februar 2020 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.naval-group.com
  4. Zum Thema Kiellegung der Le Vigilant (S618) stehen die Quellen im Widerspruch. Chris Chant, en:Le Triomphant class submarine und fr:Classe Le Triomphant geben 1997 an. Weyers Flottentaschenbuch gibt April 1997 an. fr:Le Vigilant gibt Januar 1996 an.
  5. Zum Thema Stapellauf der Le Vigilant (S618) stehen die Quellen im Widerspruch. fr:Classe Le Triomphant gibt 2002 an. fr:Le Vigilant und Weyers Flottentaschenbuch geben den 19. September 2003 an. en:Le Triomphant class submarine gibt 2003 an.
  6. Zum Thema Kiellegung der Le Terrible stehen die Quellen im Widerspruch. Chris Chant und en:Le Triomphant class submarine geben Oktober 2000 an. Weyers Flottentaschenbuch gibt 2002 an.
  7. http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/atom-u-boote-zusammengestossen/ abgerufen 16. Februar 2009