Triple Crown (Pferderennen)

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Deep Impact siegt im Kikuka Sho 2005 und gewinnt die japanische Triple Crown
West Australian mit Jockey und Trainer, 1853 von Harry Hall (1814-1882)

Die Triple Crown des Pferderennsports (die »Dreifache Krone«) besteht aus dem Gewinn der drei klassischen Rennen für dreijährige Pferde. Der Gewinn aller drei Rennen ist die größte Herausforderung für ein Rennpferd, weil es damit seine Vielseitigkeit und Leistungsbeständigkeit über eine ganze Rennsaison beweist.

Nach einer alten englischen Turfweisheit gewinnt das frühreifste Pferd das »2.000-Guineas-Rennen«, das beste Pferd das »St. Leger«, aber das glücklichste Pferd das »Derby«.

In den letzten Jahren ist der Gewinn der »Dreifachen Krone« selten geworden, da die meisten Pferde mittlerweile auf bestimmte Distanzen spezialisiert sind und es für einen Derbysieger inzwischen attraktivere und höher dotierte Rennen als das »St. Leger« gibt (»Prix de l’Arc de Triomphe«, »Breeders’ Cup«). Den Triple Crown gibt es in mehreren Ländern, so in Großbritannien, den USA, Kanada, Japan und Deutschland.

Die »Dreifache Krone« ist zumeist nur ein Ehrentitel. In den USA gibt es aber seit einigen Jahren einen Sonderbonus und auch in England hat eine große Buchmacherfirma vor einigen Jahren einen Sonderpreis von 1 Million £ für den Gewinner aller drei Klassischen Rennen für Hengste in einem Jahr ausgelobt.

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ormonde, ungeschlagener britischer Triple Crown Gewinner von 1886
Braham, der ungeschlagene britische Triple Crown-Gewinner von 1935

In Großbritannien gehören folgende Rennen zur Triple-Crown-Serie:

Seitdem sie gewonnen werden kann (1809), haben nur 15 Pferde den Triple Crown gewonnen. Nijinsky II ist erst das zweite Pferd, das seit dem Ersten Weltkrieg den Triple Crown gewonnen hat, und es erscheint unwahrscheinlich, dass dieses Ereignis noch einmal stattfindet. Nur die Pferde Nashwan (1989) und Camelot (2012) haben zwei der drei Rennen gewonnen. Sieger der Triple Crown Serie in Großbritannien sind:

Jahr Gewinner Jockey Trainer Besitzer
1853 West Australian Frank Butler John Scott John Bowes
1865 Gladiateur Harry Grimshaw Tom Jennings, Sr. Frédéric de Lagrange
1866 Lord Lyon Harry Custance (R. Thomas, 2000 Guineas) James Dover Richard Sutton
1886 Ormonde Fred Archer (George Barrett, 2000 Guineas) John Porter 1. Duke of Westminster
1891 Common George Barrett John Porter Frederick Johnstone
1893 Isinglass Tommy Loates James Jewitt Harry McCalmont
1897 Galtee More Charles Wood Sam Darling John Gubbins
1899 Flying Fox Morny Cannon John Porter 1. Duke of Westminster
1900 Diamond Jubilee Herbert Jones Richard Marsh HRH Prince of Wales
1903 Rock Sand Danny Maher (Skeets Martin, 2000 Guineas) George Blackwell Sir James Miller
1915 Pommern Steve Donoghue Charles Peck Solly Joel
1917 Gay Crusader Steve Donoghue Alec Taylor, Jr. Alfred Cox
1918 Gainsborough Joe Childs Alec Taylor, Jr. Lady James Douglas
1935 Bahram Freddie Fox (Charlie Smirke, St. Leger) Frank Butters Aga Khan III.
1970 Nijinsky Lester Piggott Vincent O'Brien Charles Engelhard

Eine Variante der Triple Crown ist die »Dreifache Krone« für Stuten, wobei hier anstelle des »Derby« das sogenannte Stutenderby »The Oaks Stakes« tritt. Zudem können Stuten auch in dem für sie reservierten »1000-Guineas-Rennen« starten. Zu den Gewinnern dieser Triple Crown-Variante gehören beispielsweise Sceptre und Oh so Sharp.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland und im wiedervereinigten Deutschland besteht die Dreifache Krone aus den folgenden Rennen:

Nur einmal konnte im Jahr 1979 das Pferd Königsstuhl (* 17. Mai 1976; † 1995) unter dem Jockey Peter Alafi den Titel für sich beanspruchen.

In der DDR bestand die »Dreifache Krone« aus den Rennen

  •  »Frühjahrszuchtpreis der Dreijährigen«
  •  »Derby der DDR«
  •  »Großer Herbstpreis der Dreijährigen«

und wurde von drei Pferden gewonnen:

Gewinner der Dreifachen Krone[1]
Jahr Name Abstammung Züchter Besitzer Trainer
1987 Lomber Trion - Lolita v. Zigeunersohn Gestüt Graditz Gestüt Graditz H. Schäfke
1979 Gidron Santamoss - Geografia v. Girst Gestüt Graditz Gestüt Graditz F. Borrack
1955 Faktotum Harlekin - Frühlingssonne v. Lampos Gestüt Graditz Gestüt Graditz R. Kortum

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die französische Triple Crown besteht aus:

  1. Poule d'Essai des Poulains (französische 2000 Guineas)
  2. Prix du Jockey Club
  3. Grand Prix de Paris (früher statt dessen Prix Royal-Oak)

Zwei Pferde gewannen die französische Triple Crown: Zut (1879) und Perth (1899)

Für Stuten:

  1. Poule d'Essai des Pouliche (französische 1000 Guineas)
  2. Prix de Diane
  3. Prix Vermeille

Vier Stuten gewannden alle drei Rennen: Nikellora (1945), Corteira (1948), Allez France (1973), Zarkava (2008)

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Citation, US-amerikanischer Triple Crown Gewinner von 1948
Seattle Slew, 1977 Triple Crown der USA

In den USA besteht die Triple Crown aus folgenden Rennen:

Die Triple Crown wird in den USA erst seit 1930 vergeben, die im gleichen Jahr an Gallant Fox ging. Die drei Rennen werden bereits seit 125 Jahren ausgetragen. Nur zwölf Pferde konnten alle drei Rennen gewinnen:

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1959 gibt es die „Triple Crown des kanadischen Vollblutrennsports“, die aus den folgenden drei Rennen besteht:

  • Queen’s Plate – abgehalten auf der Woodbine Pferderennbahn in Toronto im Juni
  • Prince of Wales Stakes – abgehalten auf der Pferderennbahn von Fort Erie im Juli
  • Breeders’ Stakes – wieder auf der Woodbine Pferderennbahn im August.

Sieben Dreijährige haben die kanadische Triple Crown gewonnen: New Providence (1959), Canebora (1963), With Approval (1989), Izvestia (1990), Dance Smartly (1991), Peteski (1993), Wando (2003)

Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apapane, japanische Stuten-Triple Crown-Gewinnerin von 2010

Japan hat zwei Triple Crowns (jap. 三冠, Sankan) – eine für dreijährige Hengste und Stuten und eine ausschließlich für Stuten.

Japanische Triple Crown[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Satsuki-shō (皐月賞; Japanische 2000 Guineas - 2000m), auf dem Nakayama Racecourse in Funabashi, Chiba
  2. Tōkyō Yūshun (東京優駿; Japanisches Derby - 2400m), auf dem Tokyo Racecourse in Fuchu, Tokyo
  3. Kikka-shō, auch Kikuka-shō, (菊花賞; Japanisches St.Leger - 3000m), auf dem Kyoto Racecourse in Kyoto

Die Triple Crown haben bisher sieben Pferde gewonnen:

  • 1941 – St.Lite
  • 1964 – Shinzan
  • 1983 – Mr. C.B.
  • 1984 – Symboli Rudolf
  • 1994 – Narita Brian (von Brian's Time – aus der Pacificus, von Northern Dancer)
  • 2005 – Deep Impact (von Sunday Silence – aus der Wind in Her Hair, von Alzao)
  • 2011 – Orfevre (von Stay Gold - aus der Oriental Art, von Mejiro McQueen)

Japanische Stuten-Triple-Crown[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ōka-shō (桜花賞; Japanische 1000 Guineas), auf dem Hanshin Racecourse in Takarazuka
  2. Yūshun Himba (優駿牝馬; Japanische Oaks), auf dem Tokyo Racecourse in Fuchū, Tokyo
  3. Shūka-shō (秋華賞; seit 1996), auf dem Kyoto Racecourse in Kyoto / Queen Elizabeth II Commemorative Cup (1976–1995)

Die japanische Stuten Triple Crown haben bisher vier Pferde gewonnen:[2]

  • 1986 Mejiro l’Amone (von Mogami – aus der Mejiro Hiryu, von Never Beat)
  • 2003 Still in Love (von Sunday Silence – aus der Bradamante, von Roberto)
  • 2010 Apapane (von King Kamehameha – aus der Salty Bid, von Salt Lake)
  • 2012 Gentildonna (von Deep Impact – aus der Donna Blini, von Bertolini)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Triple Crown Statistik auf kinscem.de
  2.  By Nicholas Godfrey 11:33AM 17 OCT 2010 : JAPAN Apapane completes fillies' Triple Crown at Kyoto. Racing Post. 17. Oktober 2010. Abgerufen am 20. Juni 2012.