Tristan da Cunha

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Dieser Artikel behandelt die Inselgruppe Tristan da Cunha. Weitere Bezeichnungen siehe Tristan da Cunha (Begriffsklärung).
Tristan da Cunha
Satellitenaufnahme von Tristan da Cunha
Satellitenaufnahme von Tristan da Cunha
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 37° 6′ S, 12° 17′ W-37.106388888889-12.285555555556Koordinaten: 37° 6′ S, 12° 17′ W
Karte von Tristan da Cunha
Anzahl der Inseln 6
Hauptinsel Tristan da Cunha
Gesamtfläche 207 km²
Einwohner 284 (2008)
Karte von Tristan da Cunha
Karte von Tristan da Cunha
Flagge Tristan da Cunhas
Wappen Tristan da Cunhas
Flagge Wappen

Tristan da Cunha (engl. [ˈtrɪstən də ˈkuːnə], port. [ˈtristɐn da ˈkuɲɐ]) ist eine Inselgruppe im südlichen Atlantischen Ozean, zu der neben der gleichnamigen 98 km² großen Hauptinsel Tristan da Cunha noch weitere, kleinere Inseln gehören. Auf der Hauptinsel, die als die abgelegenste bewohnte Insel der Welt gilt, leben z. Z. etwa 280 Menschen. Die Inselgruppe gehört zum britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha und bildet dort eine gleichberechtigte Einheit, ohne jedoch – wie St. Helena – in weitere Distrikte untergliedert zu sein.

Geographie[Bearbeiten]

Tristan da Cunha liegt im Südatlantik etwa 3.200 Kilometer vom Cabo Frio in Brasilien sowie 2.800 Kilometer vom Kap der Guten Hoffnung in Südafrika entfernt und ist Teil des Mittelatlantischen Rückens. Zu dem Archipel Tristan da Cunha gehören auch die 399 km in südsüdöstlicher Richtung gelegene Insel Gough mit einer bemannten Wetterstation sowie die 33 km südwestlich gelegenen, unbewohnten Inseln Inaccessible Island, Nightingale Island, Middle Island und Stoltenhoff Island. Nightingale, Middle und Stoltenhoff werden häufig auch als Nightingale Islands zusammengefasst.

Lage und Inseln
Insel Fläche
Tristan da Cunha 98 km²
Gough Island 91 km²
Inaccessible Island 14 km²
Nightingale Island 2,6 km²
Middle Island 0,2 km²
Stoltenhoff Island 0,2 km²

Geologie[Bearbeiten]

Tristan da Cunha ist die kegelförmige Spitze eines mächtigen untermeerischen Vulkans, der im 2060 Meter hohen Queen Mary’s Peak und im 1970 Meter hohen Mount Olav, den beiden höchsten Erhebungen des Kraterrandes, gipfelt. Geologisch interessant ist die Entwicklung der Vulkankette: In der Vergangenheit lag der Hotspot genau auf der Spreizungsachse des Mittelatlantischen Rückens und des Walfischrückens. Dabei wurden auf südamerikanischer Seite die Paraná- und auf afrikanischer Seite die Etendeka-Flutbasalte gebildet. Verfolgt man die einzelnen Vulkane in der Geschichte zurück, ergeben sich zwei annähernde Geraden, welche sich in einem Winkel von etwa 120° bei Tristan da Cunha treffen. Somit kann man an diesem Beispiel gut sehen, dass es einen großen Unterschied zwischen der relativen und der absoluten Plattenbewegung gibt.

Die relative Plattenbewegung steht senkrecht auf dem Mittelozeanischen Rücken, das heißt, die Afrikanische Platte bewegt sich nach Osten und die Südamerikanische Platte nach Westen. Absolut bewegt sich die Afrikanische Platte jedoch nach Nordosten und die Südamerikanische Platte nach Nordwesten, wodurch der Winkel, den die Vulkankette beschreibt, erklärt werden kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel Tristan da Cunha wurde im März 1506 vom portugiesischen Admiral Tristão da Cunha entdeckt, der sie nach sich selbst Ilha de Tristão da Cunha taufte. Ihm gelang es jedoch nicht, auf der Insel zu landen. Er entdeckte ebenfalls das südlich davon liegende Nightingale Island.

Ebenfalls im frühen 16. Jahrhundert, möglicherweise 1505 oder 1506, wurde die rund 400 km südöstlich liegende Gough-Insel vom portugiesischen Seefahrer Gonçalo Álvares gesichtet. Inaccessible Island hingegen wurde erst 1652 von der Besatzung des holländischen Schiffs ’t Nachtglas entdeckt.

Am 14. August 1816 erfolgte die formelle Annexion der Inseln durch Großbritannien, als englische Truppen die Hauptinsel besetzten. Das Hauptmotiv für die Annexion von Tristan da Cunha war, zu verhindern, dass Frankreich die Insel als Stützpunkt für einen Befreiungsversuch von Napoléon Bonaparte aus dem Gefängnis auf St. Helena nutzen konnte.[1]

Im Jahre 1961 brach der Vulkan aus. Die Bewohner der Insel wurden nach England evakuiert, von wo sie 1962 wieder zur Insel zurückkehrten.[2]

1834 wurde Tristan da Cunha mit St. Helena eine britische Kronkolonie, 1981 ein Britisches Abhängiges Gebiet und 2002 schließlich, basierend auf der Overseas Territories Act, ein Britisches Überseegebiet.

Literatur[Bearbeiten]

Ein Roman von Raoul Schrott trägt den Titel Tristan da Cunha und spielt teilweise auf der Insel:

  • Raoul Schrott: Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde. Roman. Hanser, München 2003, ISBN 3-446-20355-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tristan da Cunha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Tristan da Cunha – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Edmund Roberts: Embassy to the Eastern Courts of Cochin-China, Siam, and Muscat. Harper & Brothers, New York 1837.
  2. Axel Bojanowski: Satellitenbild der Woche: Die Abgelegenste. In: Spiegel Online. 23. Februar 2013, abgerufen am 24. Februar 2013.