Tritt auf die Glaubensbahn

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Bachkantate
Bachhand.jpg
Tritt auf die Glaubensbahn
BWV: 152
Anlass: Sonntag nach Weihnachten
Entstehungsjahr: 1714
Entstehungsort: Weimar
Gattung: Kirchenkantate
Solo: S B
Instr: Fl Ob Vm Vg Bc
Text
Salomon Franck
Liste der Bachkantaten

Tritt auf die Glaubensbahn (BWV 152) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Weimar für den Sonntag nach Weihnachten und führte sie am 30. Dezember 1714 erstmals auf.

Geschichte und Worte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bach schrieb die Kantate im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar für den Sonntag nach Weihnachten. Die vorgeschriebenen Lesungen 1723 waren Gal 4,1–7 LUT, „Durch Christus sind wir mündig und frei vom Gesetz“, und Lk 2,33–40 LUT, die Worte des Simeon und der Hanna zu Maria. Das Evangelium schließt an den Gesang des Simeon an.

Der Kantatentext wurde vom Hofpoeten Salomon Franck verfasst, der ihn 1715 in Evangelisches Andachts-Opffer veröffentlichte. Das Evangelium bezieht sich auf Jes 8,14–15 LUT, „ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses“, und auf Ps 118,22 LUT, „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden“. Der Dichter geht darauf ein, erwähnt, dass Gott den Grundstein gelegt habe und der Mensch daran keinen Anstoß nehmen soll. Jesus wird als der Stein angesprochen, der alle Edelsteine übertrifft. Der Kantatentext ist als Dialog zwischen Jesus und der Seele aufgebaut und endet mit einem Liebesduett.[1]

Bach führte die Kantate am 30. Dezember 1714 erstmals auf. Eine erneute Aufführung fand vermutlich am 29. Dezember 1726 in Leipzig statt.[2]

Besetzung und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kantate ist gesetzt für zwei Vokalsolisten (Sopran und Bass), Blockflöte, Oboe, Viola d’amore, Viola da gamba und Basso continuo. Bach schrieb in die Partitur: „Concerto à 1 Flaut. 1 Hautb. 1 Viola d’Amour. 1 Viola da Gamba. Sopr. è Baßo coll’ Organo“.[1]

  1. Sinfonia
  2. Aria (Bass): Tritt auf die Glaubensbahn
  3. Recitativo (Bass): Der Heiland ist gesetzt
  4. Aria (Sopran): Stein, der über alle Schätze
  5. Recitativo (Bass): Es ärgre sich die kluge Welt
  6. Duetto (Sopran, Bass): Wie soll ich dich, Liebster der Seelen, umfassen?

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kantate ist intime Kammermusik für nur zwei Gesangsstimmen (Sopran und Bass) und vier Soloinstrumente. Christoph Wolff beschreibt die „farbige und delikate Besetzung“.[1] Die eröffnende Sinfonia in zwei Abschnitten erinnert an eine Französische Ouvertüre, wie sie Bach bedeutungsvoll einige Wochen zuvor in Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 61 eingesetzt hatte. Das Thema der Fuge ähnelt dem in Bachs Orgelfuge BWV 536.[1] Die Fuge ist eine der wenigen instrumentalen Fugen in Bachs Kantaten.

Die erste Arie wird vom Bass als Vox Christi (Stimme Christi) gesungen, der einlädt, die Glaubensbahn zu betreten. Er wird begleitet von einer obligaten Oboe und veranschaulicht das Bild der Bahn durch Skalenfiguren. Das Rezitativ besteht aus zwei Abschnitten, entsprechend der Gegenüberstellung „Böse Welt“ – „Seliger Christ“, in Rezitativ und Arioso. Die Worte „zum Fall“ wird durch einen Dezimensprung abwärts verdeutlicht. Die zweite Arie, vom Sopran gesungen, scheint wie ein Gebet. Der Mittelteil umfasst nur vier Takte, das Da capo ist verkürzt. Die Singstimme wird von Blockflöte und Viola d’amore begleitet.

Das abschließende Duett, ein gleichsam Liebesduett Jesu und der Seele, ist in Abschnitte aufgeteilt, die durch Teile des Ritornells gerahmt werden. Jeder Abschnitt enthält zunächst einen Dialog, dann einen Kanon als Abbild der Einheit.

Einspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LP/CD

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Christoph Wolff: "Tritt auf die Glaubensbahn" BWV 152. (PDF) 1995, S. 16 (Zugriff am 19 December 2012).
  2. Christine Blanken: A Cantata-Text Cycle of 1728 from Nuremberg: A preliminary report on a discovery relating to J. S. Bach’s so-called ‘Third Annual Cycle’, in: Understanding Bach 10, S. 9–30 (PDF)