Trittschalldämmung

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Die Trittschalldämmung ist die Schalldämmung von Trittschall. Trittschall entsteht beim Begehen von Fußböden und Treppen, aber auch beispielsweise beim Stühlerücken oder beim Hüpfen auf Böden.

Anforderungen an den Trittschallschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mindestanforderungen im Sinne des Gesundheitsschutzes an die Trittschalldämmung werden in Deutschland durch die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ geregelt. Je nach ausgeschriebenem Komfort der Wohnung gelten gegenüber dem Bauherrn auch erhöhte Anforderungen an den Schallschutz. Regelwerke für die erhöhten Anforderungen sind in Deutschland die VDI 4100 und die Richtlinie der Deutschen Gesellschaft für Akustik, DEGA, zu finden. Die DEGA-Empfehlung 103 definiert zudem den Schallschutzausweis, eine Möglichkeit den Schallschutz vereinfacht in Form eines Ausweises, der an den Energieausweis angelehnt ist, darzustellen.

Trittschalldämmung bei Decken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stahlbetondecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Trittschalldämmung werden im Fußbodenbereich sogenannte „schwimmende Estriche“ eingesetzt. Im Massivbau werden diese meist mit einer Schicht Mineralwolle oder Polystyrol-Hartschaum (es kommen aber auch natürliche Werkstoffe wie Holzfaserplatten, Kork oder Dämmunterlagen mit besonderen Biopolymerstrukturen zum Einsatz) und darüber Zementestrich ausgeführt. Auch sogenannte Tackerplatten können als Trittschalldämmung verwendet werden.

Holzbalkendecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Holzbauweise ist im Deckenbereich eine Sandschüttung eingebracht, damit die Decke eine hohe flächenbezogene Masse aufweist. Falls dies nicht ausreicht, werden zusätzlich noch schwere Gehwegplatten aufgebracht. Der Fußbodenaufbau ist dann als Trockenestrich ausgeführt, das heißt: eine dünne Schicht Mineralwolle (etwa 10 mm) und Platten für Trockenestrich. Eine weitere schalltechnische Verbesserung wird durch eine zusätzlich abgehängte Unterdecke erreicht.

Weichfedernde Bodenbeläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Einhaltung der Anforderungen der Trittschalldämmung werden Teppichböden oder Laminatböden mit Trittschalldämmplatten nicht angerechnet, da diese Beläge austauschbar sind. Zudem können weder Teppich- noch Laminatböden mit Trittschalldämmplatten die schalldämmende Wirkung von schwimmendem Estrich ersetzen.

Trittschalldämmung bei Treppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Treppe gibt es verschiedene Möglichkeiten die geforderte Trittschalldämmung zu erreichen.

Stahlbetontreppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Treppenhäusern mit Schallschutzanforderungen werden Treppenläufe vom restlichen Bauwerk entkoppelt. Podeste werden ebenfalls entkoppelt oder benötigen einen schwimmenden Estrich. Für die akustische Entkopplung werden Schalldämmelemente mit Elastomerlagern eingesetzt. Je nach Qualität des Elastomerlagers werden verschiedene Schallschutzstufen erreicht. Der Nachweis der Schallschutzqualität wird durch Messung nach DIN 7396[1] erbracht [2]. Die neuesten Untersuchungen hierzu wurden von der Hochschule für Technik, Stuttgart [3] durchgeführt. Bei der Planung und bei der Ausführung ist es wichtig, dass die akustische Trennung ohne Schallbrücken ausgebildet wird. Eine umlaufende Linie ist dabei wichtig, die die Treppe komplett vom Baukörper trennt. Fugen werden idealerweise mit weichem Schaumstoff verfüllt, sodass durch herabfallenden Schmutz keine Schallbrücken entstehen können.

Leichtbautreppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Treppenbau sind in den vergangenen Jahrzehnten Lösungen entstanden, die den modernen Anforderungen an die Trittschalldämmung gerecht werden. Schalltechnisch entkoppelte Konstruktionen, wie die so genannten Flüstertreppen[4], liefern unter der Bedingung geeigneter Trennwände und Decken einen ausreichenden Schallschutz, der die Wohnqualität erhöht sowie Lärmbelästigungen und negative Gesundheitsauswirkungen verringert. Sogar bei einschaligen Hauswänden lässt sich heute mit einer entsprechend schallentkoppelten Treppe ein optimaler Trittschallschutz erreichen.[5]

Die wichtigsten Untersuchungen der letzten Jahre zu Themen des Trittschallschutzes beruhen meist auf Untersuchungen des Bauphysikers Karl Gösele. Auch die Treppenmeister Partnergemeinschaft hat sich im Rahmen eines mehrjährig angelegten Forschungsprojekts mit den Ursachen für die akustisch mangelhafte Ausführung von Wohnungstrennwänden sowie einer Optimierung der Trittschalldämmung bei Treppen auseinandergesetzt.[6]

Trittschalldämmung im Mietrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mieter kann ohne besondere vertragliche Regelung nicht erwarten, dass seine Wohnung einen Schallschutz aufweist, der über die Einhaltung der zur Zeit der Errichtung des Gebäudes geltenden DIN-Vorschriften hinausgeht.[7][8] Bei Umbau- oder Ausbaumaßnahmen muss sich der Vermieter allerdings an aktuelle Lärmschutzvorschriften halten.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN 7396 „Bauakustische Prüfungen - Prüfverfahren zur akustischen Kennzeichnung von Entkopplungselementen für Massivtreppen“, Ausgabe Juni 2016 Beuth Verlag.
  2. Trittschallportal
  3. Fachartikel Bauphysik, Ausgabe Oktober 2013, „Schallschutz von entkoppelten Massivtreppen – Teil 1. Prüfverfahren im Labor“
  4. bucher-treppen.de
  5. Stand 2012 Treppenmeister.com
  6. Stand 2007 sinus-treppen.de
  7. BGH zu den Voraussetzungen einer Mietminderung bei Problemen mit dem Schallschutz – BGH, Urteil vom 7. Juli 2010, VIII ZR 85/09, kostenlose-urteile.de
  8. Trittschallschutz in Altbau-Mietwohnung muss nur DIN-Normen zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes genügen – BGH, Urteil vom 17. Juni 2009, VIII ZR 131/08, kostenlose-urteile.de
  9. BGH zum Trittschallschutz im Altbau – BGH, Urteil vom 6. Oktober 2004, VIII ZR 355/03, kostenlose-urteile.de