Triumph Motorcycles

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Triumph Motorcycles Ltd.
Logo Triumph.svg
Rechtsform Limited
Gründung 1884 als S. Bettmann & Co
Sitz Hinckley, Leicestershire, England, Großbritannien
Leitung John Bloor (Besitzer)
The Lord Jones of Birmingham (Geschäftsführer)[1]
Mitarbeiter 1.600 (2012)[1]
Umsatz 433 Mio. € (2012)[1]
Branche Motorradhersteller
Zubehör
Motorrad-Bekleidung
Website www.triumph.co.uk

Triumph Motorcycles Ltd. ist der Name eines Motorradherstellers in Hinckley, Großbritannien. Die Triumph Motorcycles Ltd. stellen Motorräder her, vorwiegend unter dem Markennamen Triumph.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensfindung[Bearbeiten]

Der aus Nürnberg stammende Auswanderer Siegfried Bettmann, geboren 1863, gründete 1884 in London die S. Bettmann & Co, ein Handelsunternehmen, das von der William Andrews Company of Birmingham bezogene Fahrräder und Nähmaschinen aus Deutschland unter dem Markennamen „Triumph“ vertrieb. 1886 nannte er die Firma um in Triumph Cycle Company. 1887 registrierte er die Firma schließlich unter dem Namen New Triumph Co. Ltd mit Hilfe der Dunlop Pneumatic Tyre Company.

Beginn der eigenen Produktion[Bearbeiten]

Triumph (GB) um 1910

1887 trat der Ingenieur Mauritz Johann Schulte, ebenfalls aus Nürnberg, dem Unternehmen als Partner bei. Schulte ermutigte Bettmann, das Unternehmen in einen Herstellerbetrieb umzuwandeln. Im Jahre 1888 kaufte Bettmann ein Gebäude in Coventry mit Geld, das er sich von seiner Familie und der Familie seiner Frau geliehen hatte. Das Unternehmen begann mit der Produktion der ersten Fahrräder unter dem eigenen Markennamen Triumph im Jahre 1889. 1896 eröffnete New Triumph Co. Ltd eine Tochtergesellschaft in Nürnberg Deutschland, die Orial TWN (Triumph Werke Nürnberg).

1898 beschloss Bettmann die eigene Produktion zu erweitern und Motorräder herzustellen. 1902 wurde das erste Motorrad produziert, das mit einem belgischen Minerva-Einbaumotor ausgestattet war, der 2.25 bhp (1,7 kW)[2] leistete. Es wurde später als No. 1 bekannt. 1903, nach dem Verkauf von mehr als 500 Motorrädern, begann die Triumph Cycle Company mit der Produktion von Motorrädern in seiner Fabrik in Deutschland. In den ersten paar Jahren produziert das Unternehmen Motorräder noch mit Motoren von Minerva (Belgien), Fafnir (Deutschland) und JAP (England). 1904 begann die Triumph Cycle Company mit der Entwicklung eigener Motoren und fertigte ab 1907 einen Einzylinder-Viertaktmotor mit 450 cm³ und 3,5 bhp (2,6 kW) in den eigenen Werken[3]. Bis Ende des Jahres 1907 hatte das Unternehmen mehr als 250 Motorräder mit dem eigenen Motor ausgestattet. Im gleichen Jahr fand erstmals das Rennen der Tourist Trophy auf der Isle of Man statt, und gleich bei der Erstauflage des Rennens belegten Fahrer auf einer Triumph die Plätze zwei und drei. 1908 gewann der Fahrer Jack Marshall die Tourist Trophy auf einer Triumph. Es war der erste und letzte Sieg für Triumph bis zum Jahr 1951 in dem Ken Arber auf einer Triumph die Klasse Clubmans Senior gewinnen konnte.

1909 wurde über die Filiale in Deutschland die Schreibmaschinenwerke Kührt & Riegelmann GmbH erworben.

Abspaltung und Verkauf[Bearbeiten]

Triumph (GB), Baujahr um 1920
1925 Triumph Ricardo.

1913 wurde das Werk in Deutschland wegen des drohenden Ersten Weltkriegs abgespalten. 1915 begann die New Triumph Co. Ltd damit, die alliierten Streitkräfte mit den Typ-H-‘Trusty’-Motorrädern auszurüsten, von denen 57.000 produziert und 30.000 im aktiven Dienst eingesetzt wurden. Das Motorrad war mit einem selbst entwickelten 499 cm³-Einzylindermotor bestückt.[3] 1922 wurde die Triumph Ricardo ins Verkaufsprogramm aufgenommen, die mit einem neu entwickelten 499-cm³-Einzylinder-Viertakt-Motor ausgerüstet war. Der Motor hatte bereits vier hängende Ventile. Das Modell selbst wurde 1921 bei der der Tourist Trophy auf der Isle of Man eingesetzt. Sie wurde benannt nach dem Motorenkonstrukteur Sir Harry Ricardo. Das Motorrad erreichte bereits die Geschwindigkeit von 70 mph.[4]

1923 wurde mit der Produktion von Autos begonnen. Dafür kaufte Siegfried Bettmann die still liegende Autofabrik Dawson in Coventry. 1927 umfasste die Fabrik in Coventry bereits 500.000 Quadratmeter und beschäftigte 3000 Angestellte, die rund 30.000 Motorräder pro Jahr produzierten.[3] 1929 stellte das Unternehmen den Triumph Super 7 als Antwort auf den Austin 7 vor, er wurde bis 1934 gebaut.

1936 wurden die Bereiche Automobil und Motorrad in separate Geschäftsteile aufgespalten. Jack Sangster, der Sohn von Charles Sangster, der auch Inhaber der Ariel Motors war, übernahm die New Triumph Co. Ltd und benannte das Unternehmen um in Triumph Engineering Co Ltd. Edward Turner wurde Geschäftsführer und Chefingenieur. Die erste Entwicklung des neuen Chefingenieurs war die 1937 vorgestellte Triumph Speed Twin (T100), die mit einem neuen 498 cm³-Zweizylindermotor bestückt, über 90 mph Höchstgeschwindigkeit erreichte. Sie begründet die Form für Triumph-Motorräder, die mehr als 40 Jahre verwendet wurde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk in Coventry in der Priory Street beim Coventry Blitz am 14. November 1940 von der deutschen Luftwaffe völlig zerstört. In Meriden (West Midlands) vor den Toren Coventrys wurde ein neues Werk aufgebaut, von dort verließen bis zum Kriegsende 49.700 Motorräder die Fertigungsstätte, die meisten für das Militär. Die Produktion ziviler Maschinen wurde 1946 wieder aufgenommen. Triumph konzentrierte sich auf drei Modelle. Die Triumph Tiger (T100), die 498-cm³-Triumph Speed Twin (5T) sowie die 349-cm³-Triumph Touring (3T). Alle drei waren mit einem Zweizylindermotor mit hängenden Ventilen bestückt. Die Tiger hatte wegen eines höheren Verdichtungsverhältnises von 7,8:1 etwas mehr Leistung als die Speed Twin, war aber besser ausgestattet und deshalb etwas schwerer. Mit ihr gewann Ernie Lyons 1946 den Manx Grand Prix.[5] Neu an allen drei Modellen war eine Teleskopgabel mit Öldämpfung. Auf dem Werksprospekt war zu lesen: „Triumph, The Best Motorcycle in the World“.[6]

1951 verkaufte Jack Sangster die Triumph Cycle Company an den britischen Motorradhersteller BSA und wurde dort Aufsichtsratsmitglied. Triumph blieb als eigenständige Marke erhalten. In der Folge glichen sich die Modelle von BSA und Triumph weitestgehend.

Weltruhm[Bearbeiten]

Bemühungen der Britischen Regierung, die Lend-Lease-Schulden zu begleichen, bedeuteten für Triumph, dass fast 70 % der Nachkriegsproduktion in die Vereinigten Staaten verschifft wurden. Damit erzielte Triumph einen hohen Marktanteil in den USA. Britische Hersteller hatten gegenüber anderen europäischen den Vorteil, dass sie das gleiche Maßsystem (Inch) wie die Amerikaner verwendeten, was die Austauschbarkeit von Normteilen und Verwendbarkeit von Werkzeug erleichterte. Triumph begann nun damit, an den Weltrekordversuchen teilzunehmen, die seit 1949 regelmäßig auf dem ausgetrockneten Teil des Salzsees Lake Bonneville in Utah stattfinden. Bei Testfahrten stellte Johnny Allen 1955 auf einem Prototyp der Ur-Bonneville mit 214,5 mph (345,2 km/h) einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Motorräder auf. Dieser Weltrekord führte zum Modellnamen der 1959 vorgestellten Triumph Bonneville und rechtfertigte die (Werbe-)Aussage, das schnellste Motorrad der Welt sei eine Triumph.

In den 1950er- und 1960er-Jahren begeisterten Triumph-Motorräder Zuschauer in vielen Hollywood-Filmen, unter anderem in Filmen mit Steve McQueen, Marlon Brando oder Clint Eastwood. Besonders durch das Rocker-Drama „The Wild One“ (1953), in dem Marlon Brando eine 650er Triumph Thunderbird 6T fährt, wird der filmische Ruhm der Motorräder begründet. In den frühen 1960ern war Triumph Engineering Co Ltd. der größte Motorradhersteller der Welt. 1962 verdrängte eine Triumph beim Daytona-200-Rennen in Daytona Beach erstmals eine Harley-Davidson vom ersten Platz. Die amerikanische AMA Grand National Championship gewannen Gary Nixon 1967 und 1968 und Gene Romero 1970 mit Triumph gegen die bis dahin vorherrschenden Harley-Davidson-Motorräder.

Abwärtstrend und Ende[Bearbeiten]

Prototype Triumph Trident P1, heute ausgestellt im London Motorcycle Museum

Mit dem Aufkommen der japanischen Superbikes, insbesondere der CB 750 Four 1968, geriet die Triumph Engineering Co Ltd. in Schwierigkeiten. Zaghafte Versuche der Ingenieure sich der Gegebenheit anzupassen, wurden von der Konzernspitze als Landesverrat angesehen und sofort unterdrückt. So bestanden für die 1969 erschienene Dreizylindermaschine Triumph Trident mit 750 cm³ Hubraum bereits Anfang der 1960er-Jahre Pläne. Sie wurden aber auf Druck des damaligen Chefs Edward Turner zunächst zurückgehalten.[7] Als die Maschine 1969 auf den Markt kam, konnte sie trotz moderner Technik und einer Leistung von 60 bhp (45 kW)[8] nicht an den Erfolg der früheren Modelle anknüpfen. Die Japaner drängten auf den amerikanischen Markt und begannen, die Manager der britischen Vertriebsfirmen abzuwerben. Nicht bis zur Marktreife schaffte es 1969 der Prototyp einer 1000-cm³-Vierzylinder-OHV-Maschine namens „Quadrant“, die möglicherweise den Abwärtstrend aufzuhalten vermocht hätte. Der Trend lief eindeutig zu großhubraumigen Vierzylinder-Superbikes, wie sie die japanische Konkurrenz herstellte.[9]

Um zu überleben, schloss sich der BSA-Konzern mit Norton Villiers zu Norton-Villiers-Triumph (NVT) zusammen. Als NVT am 17. Juli 1973 beschloss, das Werk in Meriden zu schließen, wurde Triumph noch am gleichen Abend von der Belegschaft besetzt. Erst im November 1974 wurde die Besetzung aufgegeben, der Arbeitskampf selbst war jedoch erst am 6. März 1975 beendet. Das Werk wurde fortan von den Mitarbeitern selbst als Meriden Workers Co-Operative weitergeführt. 1983 war die Co-Operative zahlungsunfähig, das Stammwerk in Meriden wurde geschlossen und später abgerissen.

Neuanfang[Bearbeiten]

Triumph Trident 900 Bj. 1996
Triumph Rocket III
Triumph Daytona 675 (2006)

1990 gab es einen Neuanfang in Hinckley, Großbritannien, durch den Unternehmer John Bloor, der 1983 zusammen mit dem alten Werksgelände auch die Markenrechte erwarb, 1984 die Bonneville Coventry Ltd. gründete und 1987 „auf der grünen Wiese“ eine neue Fabrik erbaute. Parallel dazu begann bereits 1984 die Entwicklung einer völlig neuen Produktfamilie.

Die ersten Modelle aus Hinckley wurden im Herbst 1990 bei der Internationalen Fahrrad- und Motorradausstellung (IFMA) in Köln vorgestellt. Es waren die Trident 900 und Trophy 900 mit Dreizylindermotoren. Die ersten 100 Serienmaschinen waren jedoch die Vierzylinder-Trophy 1200 „First Edition“ mit den Rahmennummern 011 bis 110 und eigenhändig von John Bloor unterschriebener Besitzurkunde, die nur nach Deutschland geliefert wurden.

Durch die steigende Nachfrage nach Triumph-Motorrädern wurde 2000 im Normandy Way/Hinckley auf einer Fläche von 161.000 m² ein zweiter Produktionsstandort erbaut, ca. 1,5 km von dem 1987 erbauten Werk in der Jacknell Road/Hinckley entfernt. In diesem zweiten Standort sind außer Fertigungslinien auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Am 15. März 2002 zerstörte ein Großbrand das ursprüngliche Triumph-Werk von 1987, das bis dahin einen Großteil der Produktionsanlagen beherbergt hatte. Das Feuer zerstörte die gesamte Endmontage, Produktionsmaschinen, die Spritzgussabteilung, den Versand und die Pulverbeschichtung. Die Büros, die Kurbelgehäuse- und Zylinderfertigung, das Motorenband und die Lackiererei wurden durch den Rauch stark beschädigt. Das Feuer hatte zur Folge, dass die gesamte Fabrikanlage niedergerissen werden musste. Der Wiederaufbau war bis zum 16. September 2002 abgeschlossen.

Im Jahr 2003 eröffnete Triumph eine neue Fertigungsstätte in Thailand, 2006 übergab Andrew Mountbatten-Windsor, Duke of York dort ein weiteres Werk für Montage und Lackierung seiner Bestimmung. Zurzeit wird ein drittes Werk in Thailand erbaut; es wird angenommen, dass es sich hierbei um eine Fertigungsstätte für Motoren handelt.

2004 stellte Triumph den Cruiser Rocket III vor, mit dem bislang größten Motorradmotor in Großserie: einen längs eingebauten Reihen-Dreizylindermotor mit 2,3 Litern Hubraum, einer Leistung von 140 PS (103 kW) und einem Drehmoment von maximal 200 Nm bei 2500/min.

Wichtigste Neuheit für das Modelljahr 2006 war die dreizylindrige Daytona 675, die die eher glücklosen Vierzylinder-Supersportler Daytona 600/Daytona 650 ablöste.

Aus der Daytona 675 entstand zum Modelljahr 2008 eine nackte Variante, die Street Triple mit einem für den Landstraßenbetrieb optimierten Motor mit weniger Spitzenleistung, aber nochmals verbessertem Drehmomentverlauf. Die kostengünstige Maschine wurde Ende Juni 2007 anlässlich der Tridays in Newchurch (Neukirchen am Großvenediger) vorgestellt.

2007 stellte war ein sehr erfolgreiches Jahr für Triumph in Deutschland. Die Neuzulassungen lagen um 28 % über dem Vergleichszeitraum 2006. Der Gesamtmarkt schrumpfte im gleichen Zeitraum um 1,25 %. Erfolgreichste Modelle waren Tiger 1050 (850 Neuzulassungen), Speed Triple 1050 sowie Daytona 675.[10]

2008 konnte Triumph in Deutschland 16,9 % mehr Neuzulassungen und einen Marktanteil von 3,9 % erreichen. Der Gesamtmarkt ging im Jahr 2008 um 9,6 % zurück. Erfolgreichstes Modell war mit 935 Zulassungen die Street Triple 675, die damit den 33. Platz in der Jahresstatistik belegte. Der Gesamtumsatz stieg von 258 Millionen im Jahr 2007 auf 333 Millionen Euro im Jahr 2008. Gleichzeitig stieg der Gesamtabsatz weltweit um 19 % auf 48.929 Motorräder.

Am 1. Januar 2014 waren in Deutschland 58.036 Triumph-Krafträder zugelassen, was einem Anteil von 1,4 % entspricht.[11]

Technik[Bearbeiten]

Die Triumph-Motorräder der Neuzeit haben mit ihren Vorgängern keine technischen Gemeinsamkeiten. Zölliges Werkzeug wird nicht benötigt, die aktuellen Maschinen und Motoren sind metrisch. Die ersten Hinckley-Modelle wurden im Baukastensystem gefertigt, erst Ende 1996 mit dem Erscheinen der T5-Baureihe (Speed Triple T509 und Daytona T595) kehrte man weitgehend von diesem modularen System ab.

Motoren[Bearbeiten]

Seit dem Neustart baut Triumph Reihenmotoren mit zwei bis vier Zylindern, wobei das Gros auf dreizylindrige Motoren mit 748, 885, 955, 1050 (seit 2005), 2294 (seit 2004), 675 cm³ (seit 2006) und seit 2010 auch mit 799 cm³ entfällt, die einen gewissen Exotenstatus der Marke bewirken. Die heute nicht mehr verwendeten Vierzylindermotoren wurden zunächst mit 998 und 1180, später auch mit 599 sowie 646 cm³ hergestellt. In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre wurden ausschließlich vergaserbestückte Drei- und Vierzylinder hergestellt, während ab dem Jahr 2000 auch Zweizylinder und ab 1997 Einspritzer in das Programm aufgenommen wurden. Ab dem Modelljahrgang 2008 haben alle Modelle eine geregelte Abgasreinigung. Alle Motoren haben eine elektronische Zündanlage, vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen und sind (bis auf die nostalgischen Zweizylinder) wassergekühlt.

Als einer der ersten Motorradhersteller setzte Triumph ein prozessorgesteuertes Motormanagementsystem ein, bei dem auch nachträglich und ohne Austausch von Halbleiterspeichern problemlos über ein externes Gerät Kennfelder und andere Parameter auf das Motorrad heruntergeladen oder modifiziert werden konnten. Dies ermöglicht ein individuelles Anpassen und Optimieren der Steuersoftware eines jeden einzelnen Motorrads. Weiterhin kann man über das externe Gerät Diagnosedaten auslesen.

Die Baukasten-Modelle der ersten Serien, also Dreizylinder mit 750 und 900 cm³ und Vierzylinder mit 1.000 und 1.200 cm³ haben gleiche Zylinder, Kolben, Getriebe, Kupplungen und jeweils zwei Ausgleichswellen, die den Motoren zu außerordentlicher Laufruhe verhelfen. Die unterschiedlichen Hubraumvarianten wurden durch zwei verschiedene Kurbelwellenhübe realisiert.

Rahmen und Fahrwerk[Bearbeiten]

Die ältere Baureihe, die bis Ende der 1990er Jahre hergestellt wurde, baut auf einen im Wesentlichen gleichen Zentralrohrrahmen aus Stahl auf. Ab 1997 wird mit Einführung der T5-Baureihe (Daytona T595 und Speed Triple T509) ein leichter Brückenrahmen aus Leichtmetall verwendet, der bis heute in ähnlicher Form Verwendung findet. Die Herstellungsmethode hat sich jedoch stark verändert: wurden die Rahmen zum Zeitpunkt der Einführung aus Gussteilen und Strangpressprofilen zusammengefügt, so werden diese heute als Druckgussteile hergestellt.

Als Federelemente werden Teleskopgabeln verwendet, sowohl in der konventionellen als auch als Upside-Down-Ausführung. Die Hinterradfederung übernehmen bei den Classic-Modellen zwei Federbeine, bei allen anderen Modellen ein zentral angeordnetes Federbein.

Bremsen[Bearbeiten]

Alle Modelle haben Scheibenbremsen; seit dem Modelljahr 2005 ist für die neu vorgestellte Sprint ST 1050 als Sonderausstattung auch ein Antiblockiersystem (ABS) lieferbar. Da ein ABS sowohl im Marktsegment der Sporttourer als auch der Reiseenduros ein (zumindest in Deutschland) gewichtiges Verkaufsargument ist, konnte die zum Modelljahr 2007 vorgestellte Tiger 1050 ebenfalls auf Wunsch damit ausgerüstet werden.

Modellpalette[Bearbeiten]

Bekannte historische und aktuelle Triumph-Modelle sind (Beschreibung heutige Version):

Historische Modelle[Bearbeiten]

Modelle seit 1990[Bearbeiten]

Supersportler[Bearbeiten]

Sporttourer[Bearbeiten]

Tourer[Bearbeiten]

  • Trophy 900 (Reihendreizylinder, Vergasermotor, 1991–2003)
  • Trophy 1200 (Reihenvierzylinder, Vergasermotor, 1991–2003)
  • Trophy SE (1215-cm³-Reihendreizylinder, Einspritzmotor, seit 2012)

Reiseenduros[Bearbeiten]

  • Tiger 900 (885-cm³-Reihendreizylinder, Vergasermotor, 1993–1998)
  • Adventurer 900 (1996–2001)
  • Tiger 885i (885-cm³-Reihendreizylinder, Einspritzmotor, 1999–2000) → Tiger 955i (955-cm³-Reihendreizylinder, Einspritzmotor, 2001–2006) → Tiger 1050 (1050-cm³-Reihendreizylinder, Einspritzmotor, seit 2007) zurzeit auch als Tiger Sport
  • Tiger 800 (800-cm³-Reihendreizylinder, Einspritzmotor, seit 2010)
    • Tiger 800 XR/XRX (Straßerorientierte Version mit Gussrädern)
    • Tiger 800 XC/XCX (Geländeorientierte Version mit Speichenrädern)
  • Tiger Explorer (1215-cm³-Reihendreizylinder, Einspritzmotor, seit 2012)
    • Tiger Explorer XC (Geländeorientierte Version mit Speichenrädern)

Naked Bikes[Bearbeiten]

  • Trident
    • 750 cm³ (Reihendreizylinder, Vergasermotor, 1991–1998)
    • 900 cm³ (Reihendreizylinder, Vergasermotor, 1991–1998)
  • Speed Four (600-cm³-Reihenvierzylinder, 2002–2005)
  • Speed Triple: T300B (885-cm³-R3, 1994−1997) → T509 (885-cm³-R3, 1997−1999) → T509/955i (955-cm³-R3, 1999–2001) → T595/955i (955-cm³-R3, 2001−2002) → T595N (955-cm³-R3, 2002−2004) → 1050 (1050-cm³-R3, 2005–2010) → 1050 (1050-cm³-R3, seit 2011)
  • Street Triple (675-cm³-Reihendreizylinder, Motor aus Daytona 675, preiswertere Version im Stil der Speed Triple, seit 2007)

Cruiser[Bearbeiten]

  • America (865-cm³-Reihenzweizylinder, seit 2001)
  • Speedmaster (865-cm³-Reihenzweizylinder, seit 2003)
  • Legend TT (885-cm³-Reihendreizylinder, 1999–2001)
  • Thunderbird (Reihendreizylinder, in memoriam Marlon Brando in „The Wild One“, 1995–2003)
  • Thunderbird Sport (Reihendreizylinder, 1998–2004)
  • Thunderbird (1600-cm³-Zweizylinder, seit 2009)
  • Thunderbird Storm (1700-cm³-Zweizylinder, seit 2011)
  • Thunderbird Commander (1700-cm³-Zweizylinder, seit 2014)
  • Thunderbird LT (1700-cm³-Zweizylinder, seit 2014)
  • Rocket III (längst eingebauter 2300-cm³-Reihendreizylinder, seit 2004)

Retro-Bikes[Bearbeiten]

Sondermodelle[Bearbeiten]

Im Laufe der Zeit wurden diverse Sonderauflagen bestehender Modelle produziert, so z. B. die Triumph Daytona Centennial, die zum 100-jährigen Bestehen im Jahre 2002 vorgestellt und 2002 und 2003 für ca. 13.000 € verkauft wurde. Meist beschränkt sich der Sondertyp auf eine in limitierter Stückzahl hergestellte Kleinserie mit optischen Retuschen, weniger auf technische Besonderheiten.

Motorsporterfolge[Bearbeiten]

Eine Auswahl der größten Motorsporterfolge von Triumph ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Daytona 200[Bearbeiten]

Siehe auch: Daytona 200
Jahr Klasse Fahrer
1962 - Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Don Burnett
1966 - Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Buddy Elmore
1967 - Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gary Nixon
2014 Daytona Sportbike Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Danny Eslick

Isle of Man TT[Bearbeiten]

[12]

Jahr Klasse Fahrer Gesamtzeit Durchschnittsgeschwindigkeit
1908 Single Cylinder Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jack Marshall 3:54.50,0 h 40,49 mph (65,16 km/h)
1951 Clubmans Senior Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ken Arber 1.53.37.6 h 79,7 mph (128,26 km/h)
1952 Clubmans Senior Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bryan Hargreaves 1.49.50.0 h 82,45 mph (132,69 km/h)
1967 Production 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Hartle 1.09.56.8 h 97,1 mph (156,27 km/h)
1968 Production 500 Isle of ManIsle of Man Ray Knight 1.15.23.6 h 90,09 mph (144,99 km/h)
1969 Production 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Malcolm Uphill 1.07.55.4 h 99,99 mph (160,92 km/h)
1970 Production 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Malcolm Uphill 1.55.51.0 h 97,71 mph (157,25 km/h)
1971 Production 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ray Pickrell 1.30.30.2 h 100,07 mph (161,05 km/h)
1971 Formel 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tony Jefferies 1.06.02.0 h 102,85 mph (165,52 km/h)
1972 Production 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ray Pickrell 1.30.34.0 h 100,01 mph (160,95 km/h)
1972 Formel 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ray Pickrell 1.48.36.0 h 95,62 mph (153,89 km/h)
1973 Production 750 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tony Jefferies 1.34.41.6 h 104,23 mph (167,74 km/h)
1974 Production 1000 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mick Grant 1.30.48.0 h 99,72 mph (160,48 km/h)
2014 Supersport Rennen 1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Gary Johnson 1.12.43.0 h 124,53 mph (200,41 km/h)

Ulster Grand Prix[Bearbeiten]

Jahr Klasse Fahrer
1975 Gespanne EnglandEngland Ronny McConnell / EnglandEngland G. Stuart

North West 200[Bearbeiten]

Jahr Klasse Fahrer
1939 500 cm³ IrlandIrland Ernie Lyons
1970 750 cm³ Production Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Malcolm Uphill

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Die deutsche Motorradmarke Triumph sowie die gleichnamige Automarke sind historisch aus dem Unternehmen in Coventry hervorgegangen. Bereits 1896 wurde die Triumph Werke Nürnberg AG, ein Tochterunternehmen in Nürnberg gegründet.
  • Product-Placement: In Mission: Impossible II liefert sich Tom Cruise auf einer Speed Triple eine wilde Verfolgungsjagd mit einem Bösewicht auf einer Daytona 955i.
  • Seit einigen Jahren ist der „Triumph Promotion Truck“ in Deutschland und Österreich unterwegs und bietet kostenlose Probefahrten auf den aktuellen Triumph-Modellen an.[13]
  • 1999 wurde der erste Triumph-Club (für Motorräder) in Deutschland gegründet. Der Triumph Motorcycle Owners Club Germany e. V. ist Mitglied in der WATOC (World Association Triumph Owners Club).

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Penny Cox, Matthew Coombs: Haynes Service & Repair Manual, Triumph Triples & Fours. Haynes Publishing, 1999.
    • deutsch: Triumph Drei- und Vierzylinder (Vergasermotoren) 1991–1999: das Schrauberbuch mit farbigen Schaltplänen. Übertragen und bearbeitet von Udo Stünkel. Verlag Delius Klasing, Edition Moby Dick, 2000, ISBN 3-89595-158-7.
  • Roy Bacon: The Illustrated Motorcycle Legends: Triumph. Sunburst Books, 1994.
    • deutsch: Die großen Motorradmarken: Triumph. Übersetzt und bearbeitet von Udo Stünkel. Verlag Moby Dick, 1998, ISBN 3-89595-131-5.
  •  Roy Bacon, Titch Allen: Klassische Motorräder: Triumph 2- und 3-Zylinder. 350, 500, 650, 750 Twins und Trident. Heel Verlag, 1991, ISBN 3-89365-229-9.
  • David Minton: The Return of the Legend Triumph. The Apple Press, London 1995, ISBN 1-85076-616-9.
  • Jürgen Gaßebner: Triumph Motorräder aus Hinckley. Motorbuch Verlag, 1997, ISBN 3-613-01814-4.
  •  Jürgen Gaßebner: Triumph - Motorräder seit 1945 (Typenkompass). Motorbuch, 2010, ISBN 978-3-613-03158-6.
  • Ivor Davies: Pictorial history of Triumph motor cycles. National Motorcycle Museum, ISBN 0-600-35169-6.
  •  Hugo Wilson: Motorradklassiker, Triumph. Moby Dick, 1999, ISBN 3-89595-153-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Graham Ruddick: Triumph Motorcycles profits slow amid eurozone uncertainty. In: The Daily Telegraph. 15. November 2012, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  2. Triumph - Obsessionistas - collectors & their collections
  3. a b c Triumph geschichte. Triumph Motorcycles, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHALFORD'S '22 WORKS JOB. The Classic Motorcycle, September 1985, abgerufen am 21. Dezember 2013 (PDF).
  5. Race Results: Triumph. Manx Grand Prix, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. The Triumph Speed Twin. Triumph Werksprospekt, abgerufen am 19. Dezember 2013 (PDF).
  7. 750er Dreizylinder Bikes von Triumph & BSA. Winni Scheibe, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  8. The incredible Triumph Trident 750. Werksprospekt, abgerufen am 19. Dezember 2013 (PDF).
  9. The Dawn Of The Superbike. American Motorcyclist Association, abgerufen am 19. Dezember 2013 (PDF).
  10. Triumph Pressemitteilung Nr. 03-2008.
  11. kba.de FZ 17 (abgerufen am 28. April 2015)
  12. id=2 IOMTT Rennergebnisse: Triumph, abgerufen am 11. Juni 2015
  13. www.biker-day.de