trivago

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
trivago

Rechtsform N. V.
ISIN US89686D1054
Gründung 2005
Sitz Düsseldorf, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Axel Hefer (CEO)[1]
  • Matthias Tillmann (CFO)
  • Anja Honnefelder (CPO)
  • Jon Armitage (CMO)
  • Alexander Forstbach (CDO)
Mitarbeiterzahl 800+[2]
Umsatz 248,9 Mio. € (2020)[3]
Branche Touristik
Website trivago.de
Stand: 2021

trivago ist eine Hotel-Metasuche im Internet. Dort können die Preise von Hotels, Hostels oder „Bed and Breakfast“-Unterkünften verglichen werden. Die Website durchsucht nach eigenen Angaben Preise von mehr als einer Million Hotels weltweit aus über 250 Buchungsseiten (z. B. Expedia oder Booking.com). Das Unternehmen erwirtschaftet seine Gewinne mit einem Pay-per-Click-Modell und war die erste Hotel-Metasuchmaschine in Deutschland.[4] Trivago gehört als Tochtergesellschaft zu Expedia.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde von Rolf Schrömgens, Stephan Stubner und Peter Vinnemeier, Absolventen der Business School HHL Leipzig Graduate School of Management, im Juni 2005 in Düsseldorf-Flingern gegründet.[6] Die Gründer hatten in den Jahren zuvor gemeinsam bereits andere Gründungsideen verfolgt und Erfahrungen gesammelt, u. a. beim Aufbau einer Online-Plattform, Eratix.de, auf der Nutzer Produkte bewerten und dafür entlohnt werden sollten. Nachdem diese Anläufe aufgrund verschiedener Herausforderungen eingestellt worden waren, gründete die Gruppe das Unternehmen mit dem Fantasienamen Trivago und dem Ziel eine deutsche Variante des erfolgreichen US-Unternehmens Tripadvisor aufzubauen. Statt große Mengen Kapitals von externen Investoren einzusammeln, fokussierten die Gründer sich auf kleine Beträge von anderen Gründern. Zu den frühen Unterstützern gehörten so, neben verschiedenen Personen aus der Start-up Szene des Rheinlandes, u. a. auch die Samwer-Brüder.

Ein Jahr später stieg Stubner aus, dessen Position durch Malte Siewert besetzt wurde.[7] Ab 2007 begann das deutsche Unternehmen in Europa zu expandieren. Wie auf anderen Plattformen bereits als Geschäftsmodell etabliert worden war, konnten Mitglieder bei Trivago selbst Inhalte beitragen und die Plattform mit Bewertungen, Bildern und Informationen gestalten. Im Frühjahr 2008 verbrachten nach Angaben des Unternehmens so bereits 55.000 Mitglieder jeden Monat ca. 20.000 Stunden auf Trivago und hatten 50.000 Reiseziele mit mehr als 1,5 Millionen Fotos und Hintergrundinformationen ausgestattet. Auch 150.000 Hotelbewertungen und eine erste Version eines Hotelpreisvergleiches von mehr als 250.000 Häusern weltweit stand zur Verfügung. Im Herbst 2008 entschied das Gründungsteam, den Schwerpunkt ausschließlich auf die Hotelsuche zu legen, die noch heute der Fokus des Unternehmens ist, und begann alle Geschäftsaktivitäten und die Website entsprechend schrittweise umzustellen.

Nach der Expansion in Europa folgten 2009 Nord- und Südamerika. 2013 war das Unternehmen schließlich auch auf dem asiatisch-pazifischen Markt vertreten. Heute bietet das Unternehmen mehr als fünfzig Länderplattformen an. Im Sommer 2016 wurde das Management-Team um den HHL-Absolventen Axel Hefer erweitert, der als CFO mit dem Börsengang betraut wurde.[8][9]

Im Dezember 2012 gab Expedia den Kauf der Mehrheit an trivago (61,6 Prozent der Anteile für 477 Millionen Euro) bekannt.[10] Basierend auf dem vereinbarten Übernahmepreis errechnet sich somit eine Bewertung von 774 Millionen Euro für das gesamte Unternehmen.

Im November 2016 kündigte das Unternehmen den Börsengang an der US-amerikanischen Technologiebörse NASDAQ an. Zu diesem Zeitpunkt hat das Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 435 Millionen USD Umsatz gemacht. Erste Einschätzungen zur Bewertung liegen im Bereich 5 Milliarden USD.[11] Die börsennotierte Muttergesellschaft firmiert als trivago N.V.[12]

Als Folge der COVID-19-Pandemie war trivago gezwungen, massiv Stellen abzubauen. Im März 2020 wurde ein Einbruch des Umsatzes von 95 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.[13][14][15]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alex Hefer leitet seit Ende 2019 Trivago als Geschäftsführer[16] und löste damit Rolf Schrömgens ab, der nach 15 Jahren in den Aufsichtsrat wechselte. Der bisherige Senior Vice President Matthias Tillmann übernahm die CFO-Rolle.[8]

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 kündigte Trivago den Neubau des trivago-Campus in Düsseldorf an. Dieser wurde im Juni 2018 fertiggestellt und bildet heute die globale Unternehmenszentrale. An der Ausgestaltung des sechsstöckigen Gebäudes wirkten unter anderem die eigenen Mitarbeiter mit.[17]

Logo der Hotel-Metasuche

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftssprache bei Trivago ist Englisch. Über die Arbeitskultur des Unternehmens, die sich durch flache Hierarchien und barrierefreie Kommunikation auszeichne, wurde zu verschiedenen Zeiten berichtet.[18] 2016 arbeiteten rund 1000 Menschen aus mehr als 60 Nationen bei Trivago. Das Unternehmen erhielt zu dieser Zeit rund 50.000 Bewerbungen pro Jahr.[18] 2018 beschäftigte Trivago mehr als 800 Menschen aus mehr als 80 Nationen.

Website[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Website von Trivago wurde ursprünglich durch eine Community mitgestaltet. Es wurden Länder kategorisiert und Hotels sowie Ausflugsziele angelegt. Ergänzt wurden gesammelte Geo-Daten, Webtipps, Bilder und Testberichte. So genannte Community-Administratoren hatten auf jeder Länderseite feste Aufgaben. Dazu zählen die Kontrolle der eingestellten Bewertungen auf Echtheit und die Überwachung des Einspielens neuer Hotelpartner für die Metasuche. Direkte Bewertungen wurden ab Herbst 2008, im Rahmen einer Umgestaltung des Geschäftsmodells von Trivago, schrittweise eingestellt und das Community-Prinzip zugunsten freier Mitarbeiter aufgegeben.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

trivago war von Juli 2017 bis Ende Juni 2018 Hauptsponsor des Fußballvereines VfL Bochum.[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silicon Rheinland: Wo die Wiege der deutschen Start-up-Szene wirklich liegt, Florian Rinke, Redline Wirtschaft, 2020

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Our Story – trivago – Our Leadership Team. Abgerufen am 22. September 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. Media Kit. (PDF; 9,3 MB) trivago GmbH, abgerufen am 25. Mai 2017 (englisch).
  3. Annual Reports | Investors | trivago In: trivago.com, abgerufen am 16. Juli 2021.
  4. Suchst Du noch oder buchst Du schon? In: manager magazin. manager magazin new media GmbH, 23. Juli 2007, abgerufen am 26. Oktober 2015.
  5. Online-Reisemarkt: Expedia erwirbt Mehrheit an Trivago. In: Kölner Stadt-Anzeiger. (ksta.de [abgerufen am 17. März 2017]).
  6. Katrin Terpitz: Rolf Schrömgens: „Wir Gründer wollen Trivago langfristig weiterführen“. Artikel vom 17. Dezember 2016 im Portal handelsblatt.com, abgerufen am 17. Dezember 2016
  7. Elisabeth Neuhaus: Trivago, auf leisen Sohlen. In: gruenderszene.de. 6. Januar 2016, abgerufen am 4. Juni 2018.
  8. a b Trivago-CFO Axel Hefer wird CEO. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  9. Kim Richters 17 Dez 2016: Trivago-Vorstand: „Es ist nicht wichtig, ob das Marktumfeld perfekt ist“. 17. Dezember 2016, abgerufen am 1. Februar 2021 (deutsch).
  10. Online-Reisemarkt: Expedia erwirbt Mehrheit an Trivago. In: Kölner Stadt-Anzeiger. DuMont Net GmbH & Co. KG, 26. Dezember 2012, abgerufen am 26. Oktober 2015.
  11. Expedia’s German Hotel-Booking Site Trivago Files for IPO. 14. November 2016, abgerufen am 14. November 2016.
  12. IR Contact, auf www.ir.trivago.com, abgerufen am 2. Februar 2017
  13. Tourismuskrise: Trivago baut massiv Stellen ab. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  14. Florian Rinke: Hotelsuchmaschine aus Düsseldorf: Trivago-Umsatz bricht wegen Corona-Pandemie um 93 Prozent ein. 29. Juli 2020, abgerufen am 1. Februar 2021.
  15. heise online: Corona-Krise: Stellenabbau bei Trivago. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  16. Die Gründerszene Redaktion: Passiert den Besten: Sohn des Trivago-CEOs crasht Live-Interview. 26. Januar 2021, abgerufen am 13. Mai 2022 (deutsch).
  17. Nils Buske: trivago Düsseldorf: Office & Arbeitskultur. In: Ground-d – Online-Magazin aus Düsseldorf. 7. Mai 2019, abgerufen am 23. Juni 2019 (deutsch).
  18. a b Führungskräfte bei Trivago: Chefs ohne Titel und Vorzimmerdame. Abgerufen am 13. Mai 2022.
  19. trivago wird neuer Hauptsponsor beim VfL (Memento vom 26. Juli 2017 im Internet Archive)

Koordinaten: 51° 12′ 48″ N, 6° 44′ 48″ O