Trockenmasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bestimmung der Trockenmasse bei einem Ausgangsmaterial (hier: Maishäcksel) für die Energieerzeugung in einer Biogasanlage

Die Trockenmasse oder Trockensubstanz (TS) ist jener Bestandteil einer Substanz, der nach Abzug der Masse des enthaltenen Wassers übrig bleibt:[1]

Darin sind

  • die Masse der Trockensubstanz
  • die Gesamtmasse der Probe
  • die Masse des Wassers.

Bezogen auf die Gesamtmasse ergibt sich:

d. h. Trockenmassegehalt und Wassergehalt ergänzen sich zu 100 Prozent, mit

  • (Massenanteil der Trockensubstanz = Trockengehalt)[2]
  • (Massenanteil des Wassers = Wassergehalt).

Der Trockenmassengehalt wird in unterschiedlichen Gebieten verwendet:

  • In der Abfalltechnik, speziell bei Bioabfall und Restmüll, wird der TS häufig neben der Frischmasse als Auslegungsgröße sowie als Kriterium zur Ablagerung auf Deponien verwendet
  • In der Holzwirtschaft für die Holzfeuchte (auch in abweichender Definition)
  • Bei Käse wird der Fettgehalt für den Verbraucher oftmals in Prozent Fett in der Trockenmasse (Fett i. Tr.) angegeben – in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Angabe in dieser Form per Rechtsverordnung vorgeschrieben. Manchmal zusätzlich dazu, außerdem in anderen Ländern (beispielsweise in Frankreich), ist auch die Angabe bezogen auf das Gesamtgewicht zu finden.
  • In der Lebens- und Futtermittelanalytik wird die Trockenmasse meist gravimetrisch durch Trocknen einer Probe im Trockenschrank bei knapp über 100 °C bestimmt. Die Bedeutung der Trockenmasse ergibt sich daraus, dass üblicherweise alle anderen Gehaltsangaben auf sie bezogen werden.
  • Für Kakao und andere Ölfrüchte gilt die Angabe für den Presskuchen nach dem kalten oder warmen Entölen.
  • In der Zuckerindustrie ist der TS-Gehalt eine wichtige Steuerungsgröße für die Kristallisation und wird heute häufig in Echtzeit mithilfe von Mikrowellen-Messgeräten gemessen.[3]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael S. Hand: Klinische Diätetik für Kleintiere. Schlütersche, 2002, ISBN 3-87706-893-6, S. 12 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Michael Wächter: Chemielabor – Einführung in die Laborpraxis, Wiley-VCH Verlag, Weinheim, 1. Auflage, 2011, S. 63, ISBN 978-3-527-32996-0.
  3. Mikrowellen-Messgerät