Troina

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Troina
Wappen
Troina (Italien)
Troina
Staat Italien
Region Sizilien
Provinz Enna (EN)
Lokale Bezeichnung Truina
Koordinaten 37° 47′ N, 14° 36′ OKoordinaten: 37° 47′ 0″ N, 14° 36′ 0″ O
Höhe 1121 m s.l.m.
Fläche 167 km²
Einwohner 9.202 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km²
Postleitzahl 94018
Vorwahl 0935
ISTAT-Nummer 086018
Volksbezeichnung Troinesi
Schutzpatron San Silvestro
Website Troina

Troina ist eine Stadt der Provinz Enna in der Region Sizilien in Italien.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Troina liegt 63 km nordöstlich von Enna. Die Stadt hat 9400 Einwohner (Stand Oktober 2017). Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft, in der Schafzucht und in der Produktion von Käse.

Die Nachbargemeinden sind Bronte (CT), Cerami, Cesarò (ME), Gagliano Castelferrato, Randazzo (CT), Regalbuto und San Teodoro (ME).

Troina

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region von Troina war bereits um 6000 v. Chr. besiedelt, wie Nekropolen in der Umgebung beweisen. Aus der Jungsteinzeit sind zudem kleinere Dörfer entdeckt worden. Die Sikeler gründeten auf dem Boden von Troina eine Siedlung. Diese wurde später auch von Griechen bewohnt, wovon noch heute u. a. Überreste einer Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. hinter der Chiesa Matrice zeugen. Möglicherweise handelt es sich um das aus antiken Quellen bekannte Engyon (lateinisch: Engium). Unter der römischen Herrschaft entstanden u. a. Thermen, von denen sich bis heute Reste erhalten haben. 1062 wurde der Ort von den Normannen erobert. Hier, an der sizilischen Residenz des Grafen Roger I.[2], entstand von 1081 bis 1096 das erste lateinische Bistum auf Sizilien. Nachdem das Bistum mit dem wiedergegründeten Bistum Messina vereinigt und der Bischofssitz nach Messina verlegt worden war, führten die Bischöfe bis 1130, der ersten Errichtung eines Erzbistums durch Anaklet II., den Doppeltitel eines Bischofs von Messina und Troina, der unter Innozenz III. als Doppelbezeichnung per Messanensem et Trainensem dioceses (in den Diözesen Messina und Troina) erneut vorkommt.[3] Am Ende des 20. Jahrhunderts wurde aus dem alten Bischofssitz das Titularbistum Troyna. In Troina entstand das Basilianerkloster S. Michele.

Im Zweiten Weltkrieg war Troina im Verlauf der Operation Husky Dreh- und Angelpunkt der von den Italienern und Deutschen befestigten „Ätna-Linie“. Die schweren Kämpfe um die Stadt und deren Bombardierung forderten Hunderte von zivilen und militärischen Opfern, konnten jedoch das Vordringen US-amerikanischer Truppen in Richtung auf Messina nicht verhindern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche hat einen normannischen Turm als Kampanile. Die Kirche wurde im 15. und im 18. Jahrhundert erheblich umgebaut. Die Kirche Annunziata wurde im 16. Jahrhundert erbaut, sehenswert ist auch die Kirche San Silvestro.

In der Nähe von Troina liegt der Stausee von Ancipa. Der Sperrdeich ist 120 m hoch. Der See hat eine Fläche von 51 km².

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Enzensberger: Fondazione o «rifondazione»? Alcune osservazioni sulla politica ecclesiastica del conte Ruggero, in: Chiesa e società in Sicilia. L’ età normanna. Atti del I Convegno internazionale organizzato dall’ arcidiocesi di Catania, 25–27 novembre 1992, a cura di Gaetano Zito. Torino 1995, S. 21–49.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Julia Becker: Graf Roger I. von Sizilien. Wegbereiter des normannischen Königreichs, Tübingen 2008, S. 54
  3. Littera des Papstes von 1198

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Troina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Horst Enzensberger: Die lateinische Kirche und die Bistumsgründungen in Sizilien zu Beginn der normannischen Herrschaft. In: Medioevo Italiano. Rassegna storica online 1 (2000), Nr. 2, S. 1–40, hier S. 7–18.