IWL Troll

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IWL
Troll001.jpg
Stadtroller Troll-1 (1964)
TR1 "Troll"
Hersteller: VEB Industriewerke Ludwigsfelde
Produktionszeitraum 1963 bis 1965
Klasse Motorroller
Motordaten
Einzylinder-Zweitakt-Ottomotor
Hubraum (cm³) 143 cm³
Leistung (kW/PS) 7 kW
Höchst­geschwindigkeit (km/h) 90 km/h
Getriebe 4-Gang
Antrieb Kette
Leergewicht (kg) 128
Vorgängermodell IWL SR56 Wiesel

Der Troll (Abkürzung für Tourenroller) war ein populäres Motorroller-Modell in der DDR. Es wurde von Januar 1963 bis Dezember 1964 in einer Stückzahl von 56.513 im VEB Industriewerke Ludwigsfelde gebaut, und war das letzte Modell einer Reihe von Motorrollern, die ab 1954 aus Ludwigsfelde kamen. Seine Vorgänger waren die Modelle Pitty, Wiesel und Berlin. Die Einstellung der Motorroller-Produktion war die Folge einer planwirtschaftlichen Umprofilierung des Herstellerwerks auf den ausschließlichen Bau von Lastkraftwagen ab 1965 (Modelle W50, L60). Allerdings war die große Zeit der Motorroller damals auch im Westen vorbei, weshalb die Entscheidung, die Produktion einzustellen, als durchaus zeitgemäß einzuschätzen ist.

Das Modell Troll mit dem aus der MZ ES 150 stammenden, modifizierten und hier gebläsegekühlten Motor (Bezeichnung RM150) war mit 9,5 PS Motorleistung, 143 cm³ Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h das leistungsfähigste Ludwigsfelder Roller-Modell. Sein Leergewicht beträgt 122 kg.[1] Eine bedeutende Neuerung war die große Seitenklappe als Zugang zum Motor, ohne dazu die gesamte Hinterhaube abnehmen zu müssen, wie es bei den Vorgängermodellen der Fall war. Mögliche Konstruktionen der Hinterhaube und Zugänglichkeit zum Motor wurden im Vorfeld in der Fachpresse im internationalen Vergleich diskutiert.[2]

Die Bezeichnung Troll ist ein Wortspiel, das zum einen die Bedeutung Kobold einschließt, zum anderen aber auch die Abkürzung für Tourenroller war. Für den Troll gab es als Zubehör den Einspuranhänger Campi. Als Motorroller-Alternativen waren in der damaligen DDR der Čezeta, der kleinere Tatran S125 sowie die Kleinroller von Simson und Jawa erhältlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IWL Troll Bedienungsanleitung
  2. Motorroller "Berlin" und das Gütezeichen "Q". In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1962, S. 155–158.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]