Tromm

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Tromm
TROMM 548.jpg

Tromm-Gebirgszug vom Weschnitztal aus

Höhe 576,8 m ü. NHN
Lage Kreis Bergstraße, Hessen, Deutschland
Gebirge Odenwald
Dominanz 7,7 km → Hardberg
Schartenhöhe 154 m ↓ Kreidacher Höhe
Koordinaten 49° 36′ 16″ N, 8° 48′ 10″ OKoordinaten: 49° 36′ 16″ N, 8° 48′ 10″ O
Topo-Karte LAGIS Hessen
Tromm (Hessen)
Besonderheiten Trommturm (AT)
Vorlage:Infobox Berg/Wartung/TOPO-KARTE

Die Tromm ist ein 576,8 m ü. NHN[1] hoher Berg im Odenwald im Südosten des Kreises Bergstraße in Südhessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tromm liegt im mittleren Odenwald zwischen dem Weschnitztal mit der Gemeinde Rimbach im Westnordwesten und dem Ulfenbachtal mit der Gemeinde Grasellenbach und dem Wald-Michelbacher Ortsteil Affolterbach im Osten. Der Gipfel der Tromm liegt auf der Gemarkung von Rimbach. Am Osthang des Tromm-Höhenzuges liegt der Ortsteil Tromm der Gemeinde Grasellenbach.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trommgranit Felsengruppe am Sporn unterhalb des Turmes

Der bewaldete, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Tromm-Höhenzug besteht aus einer kristallinen Gebirgsscholle des Vorderen Odenwaldes an der Grenze zum östlich anschließenden Buntsandstein-Odenwald und gibt einer seiner naturräumlichen Untereinheiten, dem Tromm-Odenwald, den Namen. Die Tromm weist zahlreiche markante Felsengruppen auf, die herausgewittertes Urgestein (Trommgranit) sind. (Mehr siehe unter: Geologie des Odenwaldes)

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchenwald am Trommabhang bei Zotzenbach

Der Westhang der Tromm liegt im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Tromm (FFH-Nr. 6318-304; 3,2167 km²), einem Natura-2000-Gebiet.[1] Sein Schutzzweck ist definiert als: Abschnitt der waldreichen Mittelgebirgslandschaft des Vorderen Odenwaldes mit dem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Tromm-Höhenzug sowie einem fein verzweigten Gewässernetz, wobei Schlucht- und Hangmischwälder sowie Hainsimsen-Buchenwälder die markanten Lebensraumtypen sind.

Ireneturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Ireneturm auf der Tromm

Der markante Ireneturm (manchmal fälschlicherweise auch Irenenturm genannt) war ein Aussichtsturm, der nach der Prinzessin Irene von Hessen-Darmstadt benannt wurde und bis zu seinem Abriss im Jahr 2020 eines der Wahrzeichen der Region Überwald war.

Der Ireneturm wurde 1890 zunächst mit einer Höhe von 23 m westlich der Gipfelhöhe errichtet, musste aber 1907 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der 1910 an gleicher Stelle neu erbaute, 27 m hohe Aussichtsturm, stand in der Gemarkung von Zotzenbach, einem Ortsteil von Rimbach, während die eigentliche Gipfelhöhe zur Gemarkung Kocherbach, einem Ortsteil von Wald-Michelbach, gehört. Zum 100-jährigen Jubiläum des zweiten Ireneturms im Jahr 2010 wurde das Eigentum an die Gemeinde Rimbach übertragen. Seit dem 2. Mai 2013 war der Turm aus Sicherheitsgründen gesperrt. Er bestand über dem gemauerten Sockelbau im Wesentlichen aus Weichholzelementen, in die der Borkenkäfer und Fäulnis eingedrungen waren.[2] Nachdem seit 2015 feststand, dass der Turm nicht mehr saniert werden konnte, wurde 2017 beschlossen, einen neuen, etwas höheren Turm zu errichten. Es war geplant, diesen zu 80 % mit Fördergeldern für das Projekt Geozentrum Tromm zu finanzieren.[3] Ende 2020 wurde der hölzerne Oberbau des Turms abgetragen und es steht nur noch der untere Mauerwerkssockel.

Trommturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuer Trommturm

Im Frühjahr 2022 wurde schließlich etwas südlich vom alten Turm der 34 m hohe Trommturm als neuer Aussichtsturm errichtet. Er ist eine um 35,7° nach Westen geneigte Stahlkonstruktion mit seitlich angebrachten Holzverkleidungen und wird wegen seiner starken Schräglage auch Himmelsleiter genannt.[4] 16 Treppenläufe mit insgesamt 192 Stufen führen kaskadenförmig zur runden Aussichtsplattform, die auf ca. 33,6 m Höhe über dem Waldboden liegt und an deren Südseite ein Antennenmast angebracht ist. Die Fundamente des insgesamt ca. 60 t schweren Neubaus sind mit 10 m langen Stahlankern im Granitgestein verankert. Nach Abschluss der Erdarbeiten und der Sanierung des vom alten Ireneturm verbliebenen Sockelbaus wurde der Trommturm Ende Juli 2022 eröffnet.[5]

Die Aussichtsplattform des Turms bietet einen Rundblick über das Weschnitztal zur Rheinebene und zum Pfälzerwald im Westen sowie über den Überwald in den Odenwald hinein bis zum Katzenbuckel im Südosten. Im Norden reicht der Blick bis zum Taunus, im Nordosten zum Spessart. Im Süden ist bei klarer Sicht der Nördliche Schwarzwald zu erkennen.

Dreimärker-Stein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreimärkerstein
Dreimärkerstein (Tromm - Odw) 01.jpg
Wappen Mainz und Kurpfalz
Dreimärkerstein (Tromm - Odw) 02.jpg
Wappen Haus Erbach und Jahreszahl 1741


Etwa 100 m nordöstlich vom Ireneturm befindet sich als Grenzstein ein sogenannter Dreimärker-Stein, der die hier verwickelten Herrschaftsverhältnisse im Überland darstellt, die durch einen Flickenteppich von mittelalterlichen Grundherrschaften vornehmlich der Kurpfalz, von Kurmainz und dem Haus Erbach gekennzeichnet war. Und einer der wenigen noch erhaltenen Dreiwappensteine im Odenwald ist. Mainzer Rad, Kurpfälzer Raute und Erbacher Drei Sterne Wappen mit der Jahreszahl 1741 sind noch gut auf dem ca. 50 cm hohem Stein in Form eines Prismas mit gleichseitigem Dreieck als Grundfläche auf jeder Seitenfläche zu sehen.

Pilgerweg Camino Incluso[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wegkennzeichen

Über den Höhenrücken der Tromm entlang führt der 84 km lange Pilgerweg Camino Incluso von Bensheim-Auerbach in den Odenwald und über dessen Höhenzüge bis nach Heidelberg. Er orientiert sich am Jakobsweg und ist als Zubringer zum pfälzischen und badischen Jakobsweg gedacht. Sein Wegkennzeichen ist ein Gelber Pilgerbeutel, geschaffen von den Schülern der SRH Stephen-Hawking-Schule (ein staatlich anerkanntes sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) in Neckargemünd.[6]

Die Idee für den Weg ist es, einen Pilgerweg für Alle zu schaffen, nicht nur für unterschiedliche körperliche Voraussetzungen, sondern auch unterschiedliche Voraussetzungen bezüglich Religion oder Spiritualität. Im Vordergrund soll das Unterwegssein liegen und ein gemeinsames Bewältigen des Weges über körperliche oder geistige Schranken hinweg und der Möglichkeit spirituelle Erfahrungen zu machen.[7]

Sendemast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem nordöstlichen Ausläufer des Höhenrückens befindet sich ein Sendemast.

Wintersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winterblick auf den Höhenrücken der Tromm

Auf der Tromm befindet sich eine flache, 600 Meter lange Skipiste. Früher war auf den Tromm der längste Skilift des Odenwaldes mit etwa 500 Metern Länge. Die Talstation auf der Tromm wurde jedoch durch einen Blitzeinschlag komplett zerstört. Die Liftanlage selbst ist inzwischen abgebaut. Früher waren auf der Tromm noch 15 weitere Rucksacklifte in Betrieb; sie wurden aber nach und nach wieder abgebaut und in anderen Skigebieten wieder errichtet. Heute befindet sich an der 900 Meter langen Hardbergpiste der längste Skilift des Odenwaldes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tromm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Bergsträßer Anzeiger vom 2. Mai 2013: Ireneturm ab sofort geschlossen, abgerufen am 2. September 2013
  3. Ireneturm: Finanzierung des Neubaus auf der Tromm gesichert auf echo-online.de vom 17. Mai 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017
  4. Ireneturm Rimbach – Himmelsleiter aus Stahl auf der Tromm auf der Webseite von Donges Steeltec, abgerufen am 9. August 2022
  5. Trommturm Rimbach auf der Webseite der Gemeinde Rimbach, abgerufen am 9. August 2022
  6. Schüler der SRH Stephen-Hawking-Schule gestalten einen Pilgerweg auf der Schulwebseite, 5. August 2019; abgerufen am 27. Januar 2020
  7. camino incluso - Pilgerweg für ALLE, auf www.tourismus-odenwald.de; abgerufen am 27. Januar 2020