Troms og Finnmark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
AgderInnlandetMøre og RomsdalNordlandRogalandOsloTroms og FinnmarkTrøndelagVestfold og TelemarkVestlandViken
Lage von Troms og Finnmark in Norwegen

Troms og Finnmark, Nordsamisch Romsa ja Finnmárku und Kvenisch Tromssa ja Finmarkku[1] (deutsch Troms und Finnmark), ist eine norwegische Provinz (Fylke), die zum 1. Januar 2020 aus dem Zusammenschluss der Provinzen Troms und Finnmark sowie der Kommune Tjeldsund aus dem Fylke Nordland entstand. Grundlage war ein Beschluss des Storting vom 8. Juni 2017, der im Rahmen einer Regionenreform eine Reduzierung auf elf Fylker vorsah.[2]

Tromsø, die größte Stadt der Provinz und Verwaltungssitz der bisherigen Provinz Troms, ist der Sitz der Verwaltung. Der Fylkesmann (Gouverneur) von Troms og Finnmark hat jedoch seinen Sitz in Vadsø, dem Verwaltungssitz der bisherigen Provinz Finnmark.[3] Im Parlament (Fylkesting) sitzen 57 Abgeordnete.[4]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Fläche von 74.827,57 km² ist Troms og Finnmark Norwegens flächengrößte Provinz und hat 244.326 Einwohner (Stand: 1. Januar 2019). Sie liegt im äußersten Norden und Osten Norwegens zwischen Europäischem Nordmeer und Barentssee sowie der Provinz Nordland, Schweden, Finnland und Russland und ist der nördliche Teil des Landesteils Nord-Norge.

Troms og Finnmark liegt vollständig nördlich des Polarkreises. Hier endet das Skandinavische Gebirge im Nordkap. Die Küste ist durch zahlreiche Fjorde, denen viele Inseln vorgelagert sind, stark gegliedert. Wichtigster Fluss ist die Tana, die auf 256 Kilometer die Grenze zu Finnland markiert.

In Karasjok befindet sich der Sitz des autonomen Parlaments der Samen (Sámediggi).

Mit der Universität Tromsø mit Campus in Tromsø, Alta, Hammerfest, Harstad und Narvik liegt die nördlichste Universität der Welt in der Provinz.

Die Europastraße 6 durchquert die gesamte Provinz bis zur russischen Grenze bei Kirkenes und ist damit die wichtigste Straßenverbindung. Der Flughafen Tromsø ist der größte Flughafen im Norden Norwegens, weitere wichtige sind der Flughafen Alta und der Flughafen Kirkenes.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammenlegung der beiden Provinzen ist besonders in der Finnmark umstritten. Bei einer nicht bindenden Volksabstimmung in der Provinz Finnmark 2018 stimmten 87 Prozent gegen die Zusammenlegung mit Troms.[3] Trotzdem machte das Storting seine Entscheidung nicht rückgängig.

Die erste Fylkestingswahl für die neu entstandene Provinz fand am 9. September 2019 statt. Es waren 193.073 Menschen wahlberechtigt. Die aus den Wahlen hervorgegangene Mehrheit aus Arbeiterpartei, Zentrumspartei und Sozialistischer Linkspartei strebt an, die Zusammenlegung von Troms und Finnmark wieder rückgängig zu machen,[5] wie die Parteien bereits vor den Wahlen angekündigt hatten.[6]

Ergebnisse der Fylkestingswahl
Partei Ergebnis 2019
Stimmen % Sitze
Arbeiterpartei (Ap) 27.007 24,9 14
Zentrumspartei (Sp) 26.150 24,1 14
Konservative (H) 14.4006 13,3 8
Sozialistische Linkspartei (SV) 11.686 10,8 6
Fortschrittspartei (FrP) 10.827 10,0 6
Umweltpartei Die Grünen (MDG) 5.233 4,8 3
Rot (R) 4.285 4,0 2
Christliche Volkspartei (KrF) 3.206 3,0 2
Liberale (V) 2.765 2,6 1
Nordkalottfolket 1.903 1,1 1
Sonstige 909 0,8 0
Gesamt 111.455 100,0 57
Wahlbeteiligung 57,6
Quellen: [7]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Troms og Finnmark ist in 39 Kommunen gegliedert. Drei Kommunen entstanden zum selben Zeitpunkt wie die Provinz durch die Zusammenlegung von zwei bzw. vier Gemeinden neu:

Kommunen

Stand der Einwohnerzahlen: 1. Januar 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Troms og Finnmark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lov om endringer i inndelingslova (nye fylkesnavn) auf lovdata.no, abgerufen am 23. April 2019
  2. Nye fylker auf www.regjeringen.no, abgerufen am 23. April 2019
  3. a b Lars Mæhlum: Troms og Finnmark (Norwegisch) In: Store norske leksikon. 24. Dezember 2019. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  4. Troms og Finnmark blir det nye fylkesnavnet auf www.nrk.no, abgerufen am 23. April 2019
  5. NTB: Enighet om samarbeid i Troms og Finnmark – vil oppheve sammenslåing (Norwegisch) In: ABC Nyheter. 30. September 2019. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  6. Thomas Vermes: Det nye storfylket Troms og Finnmark kan bli sprengt i to i 2021 (Norwegisch) In: ABC Nyheter. 6. September 2019. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  7. Troms og Finnmark fylke. Valg.no, abgerufen am 15. September 2019 (norwegisch).
  8. Navn på nye kommuner auf www.regjeringen.no, abgerufen am 23. April 2019

Koordinaten: 69° 40′ N, 22° 30′ O