Trulben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Trulben
Trulben
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Trulben hervorgehoben
Koordinaten: 49° 8′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Pirmasens-Land
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 7,36 km²
Einwohner: 1197 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66957
Vorwahl: 06335
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 052
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 19
66953 Pirmasens
Webpräsenz: www.pirmasens-land.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Noll (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Trulben im Landkreis Südwestpfalz
Darstein Dimbach (Pfalz) Hauenstein (Pfalz) Hinterweidenthal Lug (Pfalz) Schwanheim (Pfalz) Spirkelbach Spirkelbach Wilgartswiesen Wilgartswiesen Clausen Donsieders Leimen (Pfalz) Merzalben Münchweiler an der Rodalb Rodalben Bottenbach Eppenbrunn Hilst Kröppen Kröppen Lemberg (Pfalz) Obersimten Ruppertsweiler Schweix Trulben Vinningen Bobenthal Bruchweiler-Bärenbach Bundenthal Busenberg Dahn Erfweiler Erlenbach bei Dahn Fischbach bei Dahn Hirschthal (Pfalz) Ludwigswinkel Niederschlettenbach Nothweiler Rumbach Schindhard Schönau (Pfalz) Biedershausen Herschberg Hettenhausen (Pfalz) Knopp-Labach Krähenberg Obernheim-Kirchenarnbach Saalstadt Schauerberg Schmitshausen Wallhalben Weselberg Winterbach (Pfalz) Geiselberg Heltersberg Hermersberg Höheinöd Horbach (Pfalz) Schmalenberg Steinalben Waldfischbach-Burgalben Althornbach Battweiler Bechhofen (Pfalz) Contwig Dellfeld Dietrichingen Großbundenbach Großsteinhausen Hornbach Käshofen Kleinbundenbach Kleinsteinhausen Mauschbach Riedelberg Rosenkopf Walshausen Wiesbach (Pfalz) Höheischweiler Höhfröschen Maßweiler Nünschweiler Petersberg (Pfalz) Reifenberg Rieschweiler-Mühlbach Thaleischweiler-Fröschen Pirmasens Zweibrücken Saarland Saarland Frankreich Landkreis Südliche Weinstraße Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landau in der Pfalz Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Trulben ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trulben liegt in einem weiten felsgesäumten Talkessel südöstlich von Kröppen im Zweibrücker Hügelland. Östlich Richtung Pirmasens liegt der Ortsteil Hochstellerhof auf 430 m Höhe. Unterhalb entspringt die Trualbe, die sich in Trulben mit zwei Nebenbächen vereinigt.

Ortsteile von Trulben sind neben den Dörfern Trulben und Hochstellerhof die Weiler Felsenbrunnerhof, Imsbacherhof und Trulbermühle; weiterhin zählt der Wohnplatz Winterbrunnerhof zur Gemeinde.[2] Bevor Imsbach zu einem Hof herabgesunken war, besaß es eine eigene Gemarkung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trulben wurde 1307 als Druhalben erwähnt, der Weiler Imsbacherhof 1404 als Ymesbach. Beide lagen im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Lemberg.[3]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Trulben – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen. Der Vertrag, der den Streit beendete, enthielt auch einen Passus, der den Katholiken eine freie Glaubensausübung in Trulben garantierte.[4]

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Hochstellerhof entstand 1745.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Französischen Revolution fiel der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Trulben – 1794 an Frankreich. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft kam Trulben zum bayerischen Rheinkreis.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Trulben besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 10 6 16 Sitze
2009 4 8 4 16 Sitze
2004 5 7 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Hochstellerhof e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Gold mit linker roter Flanke, darin ein goldener Abtstab, oben drei rote Sparren, unten drei blaue Wellenbalken“.

Die Sparren stammen aus dem Wappen von Hanau-Lichtenberg.

Die Flagge ist Rot-Gelb.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1965 hat Trulben eine inoffizielle Partnerschaft mit der belgischen Stadt Roeselare.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den steilen Felswänden hinter den Häusern bietet Trulben eine malerische Kulisse. Durch die bewaldeten Täler rund um den Ort verlaufen mehrere Rundwanderwege.

Die katholische Kirche St. Stephan birgt eine Kanzel aus der Abtei Sturzelbronn, die früher Rechte in Trulben innehatte. Der Felsenbrunnerhof ist ein ansehnliches Gehöft von 1788.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz. Speyer 1870.
  • Alfons Helfrich, Peter Kölsch: Familienregister zu den katholischen Kirchenbüchern der Pfarrei Trulben. 1800-1875. Pirmasenser Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung, Pirmasens 2002
  • Alfons Helfrich, Bernhard Braun, Bernhard, Emil: Register zu den katholischen Kirchenbüchern von Trulben 1686-1797 (1807). Pirmasenser Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung, Pirmasens 1993
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Hans-Joachim Kölsch-Brauch: Trulben. Zentraler Ort der "Hackmesserseite". Beiträge zur Geschichte von Trulben und seinen Ortsteilen. Gemeinde, Trulben 1995
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trulben – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 108 (PDF; 2,3 MB)
  3. Knöpp, S. 11; Matt, S. 9.
  4. Fritz Claus: Maria Rosenberg. Legende, Sage und Geschichte . 3. Auflage, Edenkoben 1911, S. 334.
  5. Beamtenverzeichniß.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen