Trumbo (2015)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher TitelTrumbo
OriginaltitelTrumbo
Trumbo film logo.png
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2015
Länge124 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
JMK 8[2]
Stab
RegieJay Roach
DrehbuchJohn McNamara
ProduktionMichael London,
Janice Williams,
Shivani Rawat,
Monica Levinson,
Nimitt Mankad,
John McNamara,
Kevin Kelly Brown
MusikTheodore Shapiro
KameraJim Denault
SchnittAlan Baumgarten
Besetzung

Trumbo ist eine US-amerikanische dramaturgische Filmbiografie von Jay Roach aus dem Jahr 2015. Die Hauptrollen belegen Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Louis C.K., Elle Fanning, John Goodman und Michael Stuhlbarg. Der Film spielt in den 1940er bis 1950er Jahren in Hollywood und handelt von Drehbuchautor Dalton Trumbo. Er basiert auf dessen Biografie, Dalton Trumbo, welche von Autor Bruce Alexander Cook verfasst wurde.

Der Film feierte beim Toronto International Film Festival 2015 Premiere, wo er bei den Special Presentations gezeigt wurde. In den Vereinigten Staaten kam Trumbo am 6. November 2015 in die Kinos; der deutsche Kinostart war am 10. März 2016. Der Film stieß überwiegend auf positive Kritiken, wobei vor allem Hauptdarsteller Bryan Cranston die Kritiker überzeugte und unter anderem für einen Oscar und einen Golden Globe Award nominiert wurde. Kritisiert wurden jedoch historische Inhaltsfehler und mangelhafte Darstellungen von wichtigen Persönlichkeiten und Ereignissen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalton Trumbo ist ein sehr begabter Drehbuchautor aus Hollywood. Als Mitglied der Kommunistischen Partei der USA verachten ihn jedoch während des Kalten Kriegs viele Größen der Entertainment-Branche, die eine anti-sowjetische Einstellung haben, wie zum Beispiel Kolumnistin Hedda Hopper und Schauspieler John Wayne. Als einer der Hollywood Ten wird Trumbo vor den Kongress der Vereinigten Staaten geladen, um sich vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe zu Vorwürfen der kommunistischen Propaganda in Hollywood-Filmen zu äußern. Die Hollywood Ten, so auch Trumbo, verweigern jedoch eine direkte Aussage, da sie der Meinung sind, dass der Oberste Gerichtshof eine etwaige Verurteilung wegen Missachtung der Staatsgewalt durch den Kongress widerrufen wird. Als jedoch unerwartet ein Richter des Obersten Gerichtshofes durch einen deutlich konservativ eingestellten ausgetauscht wird, wird jeder der Hollywood Ten zu Freiheitsentziehung verurteilt. Zudem werden sie, zusammen mit vielen weiteren Filmschaffenden, denen kommunistische Neigungen nachgesagt werden, Teil der so genannten Hollywood Blacklist. Viele Arbeitgeber verweigerten Personen der Blacklist eine Anstellung.

Als Trumbo das Gefängnis nach Vollendung seiner Haftstrafe verlässt, gerät er aufgrund seines Namens auf der Blacklist schnell in eine finanzielle Notlage. Er gibt sein fertiggestelltes Drehbuch für Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday) an seinen Freund Ian McLellan Hunter, so dass dieser es als seines verkaufen kann und einen Teil der Erlöse erhält. Später erhält Hunter sogar den Oscar für die Beste Originalgeschichte für das Drehbuch. Trumbo verkauft sein Haus am See und zieht in die Innenstadt, wo er unter einem Pseudonym für das Low-Budget Filmunternehmen King Brothers Productions arbeitet. Er stellt seine Frau Cleo und seine Kinder als seine Gehilfen ein, was schnell zu familiären Problemen führt. Der King Brothers Film Roter Staub (The Brave One), für welchen Trumbo unter einem Pseudonym das Drehbuch verfasst hatte, erhält einen Oscar, den Trumbo jedoch nicht entgegen nehmen kann. Hedda Hopper versucht währenddessen den Geschäftsführer der King Brothers Productions zu überreden, Trumbo zu entlassen, was jedoch scheitert.

Mit der Zeit wachsen Gerüchte um Trumbos Aktivitäten als Ghostwriter, er sagt jedoch nichts dazu aus. Im Jahr 1960 stellt Schauspieler Kirk Douglas Trumbo ein, um das Drehbuch für den Film Spartacus zu verfassen; Regisseur Otto Preminger gibt ihm zudem einen Auftrag für seinen neuen Film Exodus. Obwohl Hopper lange Zeit versucht, Douglas dazu zu bringen, Trumbo wieder zu entlassen, wird dieser schließlich in beiden Filmen als Drehbuchautor genannt. Mit der Zeit lässt die Wirkung der Blacklist immer weiter nach, bis der neu gewählte Präsident John F. Kennedy Spartacus sogar öffentlich befürwortet. So können Trumbo und viele andere sich wieder eine neue Karriere aufbauen.

Zehn Jahre später, nachdem Trumbo die ihm zustehenden Auszeichnungen erhalten hat, spricht er öffentlich über die Blacklist. Er erklärt, dass diese sie alle zu Opfern gemacht hat: die, die ihre Grundsätze vertreten haben, jedoch ihre Jobs dadurch verloren; und die, die ihre Grundsätze verwarfen, um ihre Jobs zu behalten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits am 18. September 2013 bestätigte Bryan Cranston sein Engagement im Film und erklärte, dass er die Rolle des Dalton Trumbo übernehmen würde.[3]

Die Dreharbeiten liefen vom 5. September 2014 bis zum 6. November 2014.[4]

Der Film mit einem Budget von 15 Millionen US-Dollar wurde von Bleecker Street vertrieben und feierte am 12. September 2015 beim Toronto International Film Festival 2015 Premiere, wo er bei den Special Presentations gezeigt wurde. Am 6. November 2015 wurde er in ausgesuchten Kinos in den Vereinigten Staaten veröffentlicht, bevor er am 25. November landesweit in die Kinos kam. In Deutschland war der Kinostart am 10. März 2016.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trumbo erhielt überwiegend positive Kritik. Auf Rotten Tomatoes hält er eine Bewertung von 72 %, basierend auf 132 Bewertungen und einer Durchschnittsbewertung von 6,6/10. Das Fazit der Seite lautet: „Obwohl Trumbo eine ehrenvolle und gut gespielte Tribute an einen brillanten Autor ist, kann der Film nicht ganz mit den Werken seines Namengebers mithalten.“[5] Auf Metacritic erhielt der Film 60/100 Punkten, basierend auf 33 Bewertungen.[6]

Thomas Vorwerk der filmstarts.de-Redaktion gab Trumbo 3,5/5 Sternen und sagte in seinem Fazit: „In Trumbo lässt Regisseur Jay Roach auf unterhaltsame Weise und mit tollen Darstellern anderthalb Jahrzehnte Hollywood-Geschichte aufleben.“.[7] Jean Mikhail von kino-zeit.de sagte: „Trumbo ist in seiner Gänze trotz mancher inszenatorischer Schwäche eine gelungene Mischung aus nostalgischem Einblick ins Hollywood der späten 1940er und 1950er Jahre, politisch-kritischem Kommentar und Witz – und eine Geschichte, die es wert ist, gesehen zu werden.“[8]

Geschichtliche Inhaltsfehler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Film überwiegend positive Bewertungen erhielt, wurde kritisiert, dass manche geschichtlichen Ereignisse und Personen falsch dargestellt wurden. So verrät der Schauspieler Edward G. Robinson im Film seinen Freund Dalton Trumbo vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe, indem er ihn als Kommunisten bloßstellt. In der Realität sagte Robinson zwar mehrmals vor dem Komitee aus, bezeichnete Trumbo jedoch niemals als Kommunisten.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscarverleihung 2016

Golden Globe Awards 2016

British Academy Film Awards 2016

Critics’ Choice Movie Awards Jan. 2016

Screen Actors Guild Awards 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Trumbo. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Trumbo. Jugendmedien­kommission.
  3. Mike Fleming Jr: ‘Breaking Bad’s Bryan Cranston Will Next Play Blacklisted Scribe Dalton Trumbo (englisch) In: Deadline.com. 18. September 2013. Abgerufen am 11. November 2014.
  4. On the Set for 11/10/14: Star Wars: The Force Awakens Along with Angelina Jolie/Brad Pitt’s By The Sea Wraps & More (englisch) Studio System News. 10. November 2014. Abgerufen am 11. November 2014.
  5. Trumbo bei Rotten Tomatoes (englisch)
  6. Trumbo bei Metacritic (englisch)
  7. Kritik von Thomas Vorwerk auf filmstarts.de. Abgerufen am 12. Februar 2016.
  8. Kritik von Jean Mikhail auf kino-zeit.de. Abgerufen am 12. Februar 2016.
  9. Testimony of Edward G. Robinson before the House Committee on Un-American Activities, April, 1952. U.S. Government Printing Office, 1952