Trupbach

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Trupbach
Stadt Siegen
Koordinaten: 50° 53′ 28″ N, 7° 58′ 56″ O
Höhe: 265 (260–330) m
Fläche: 5,12 km²
Einwohner: 1820 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 355 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1966
Postleitzahl: 57072
Vorwahl: 0271
Karte
Lage von Trupbach in Siegen

Trupbach ist ein Stadtteil von Siegen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trupbach liegt im Tal der Alche auf einer Höhe zwischen 260 und 330 m Höhe. Von Norden kommend mündet der knapp 3 km lange Trupbach im Ort in diese.Höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Kirrberg mit 395,6 m Höhe im äußersten Nordosten der Gemarkung, etwa 2 km vom Ort entfernt. Weitere Berge sind der 394,2 m hohe Bastenberg im Osten, der Hammel mit 381,2 m Höhe nordöstlich des Ortes oder der 349,5 m hohe Wurmberg im Osten.

Trupbach grenzt im Südwesten an Seelbach, im Südosten an Siegen, im Nordosten an Birlenbach und im Norden an Langenholdinghausen sowie der Freudenberger Stadtteil Alchen im Westen. Trupbach und Seelbach sind nicht, wie oft angenommen, durch die Landstraße 562 voneinander getrennt. Die Gemarkungsgrenze verläuft am Ende des Seelbacher Weges (Trupbach) und von dort in einem kurzen Einschnitt in Richtung Osten südöstlich über Alche und Straße und von dort neben der katholischen Heilig-Geist-Kirche in Seelbach vorbei auf die Höhe. Nordwestlich vom Dorf liegt das Naturschutzgebiet Heiden und Magerrasen bei Trupbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1563 1707 1818 1939 1981
Häuser 15 21 26 172 480

1389 wurde Trupbach zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bereits um 900 hat sich an der Stelle des Ortes ein Hof befunden. 1563 wohnten in Trupbach 95 Menschen in 15 Häusern. Im Ort steht das älteste datierte Fachwerkgebäude auf dem Gebiet der Stadt Siegen. Es wurde am 17. Mai 1611 aufgeschlagen. In den Jahren 1670/71 wurde die erste Schulkapelle im Ort errichtet.[1] 1739 wurde die Kapellenschule, die heutige Alte Schule, gebaut. Bereits 1860 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Oberhalb von Trupbach wurde 1936 ein Truppenübungsplatz angelegt. Dieser wurde von 1945 bis 1994 von belgischen Streitkräften genutzt, die in Siegen stationiert waren.

Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1966 gehörte der Ort dem Amt Weidenau an und wurde in die Stadt Siegen eingegliedert.[2]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen des Ortes:[3][4][5]

Jahr Einwohner
1563 95
1707 145
1818 175
1885[6] 465
1895[7] 519
1905 610
1910[8] 680
Jahr Einwohner
1925[9] 854
1933[10] 972
1939[10] 1019
1950 1359
1961[11] 1671
1981 2222
1994[12] 2151
Jahr Einwohner
2001 2169
2004 2020
2006 1992
2008 1964
2009 1966
2010 1928
2011 1883
Jahr Einwohner
2012 1841
2013 1831
2014 1869
2015 1813
2016 1820

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trupbach liegt an der Landstraße 562, die Siegen mit Freudenberg verbindet. Im Ort zweigt die Kreisstraße 8 nach Birlenbach ab. An die Bundesautobahn 45 ist der Ort über die Abfahrt Freudenberg angeschlossen. Der nächste Bahnhof befindet sich in Siegen. Industrie findet man in Trupbach in der Nähe der L 562.

Trupbach verfügt über eine Feuerwehr und die in der Nähe gelegene evangelische Auferstehungskirche. In der Ortsmitte gibt es einen Kindergarten, eine Turnhalle und einen Sportplatz sowie einen zweiten etwas weiter nördlich außerhalb des Ortes. Die Bürger Trupbachs werden im benachbarten Seelbach bestattet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapellenschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als nach 60 Jahren ein Neubau der Schule fällig wurde, wurde 1739 die noch heute erhaltene Trupbacher Kapellenschule errichtet. In den 1750er Jahren wurde für 12 Gulden eine neue Glocke gegossen. Im Jahr 1870 wurde die Kapellenschule umfassend umgebaut. Die Trennwand zwischen Schul- und Kapellensaal wurde entfernt, das Gebäude bekam große Fenster und die Eingangstür wurde verlegt. Teile der Fachwerkwand wurden erneuert. Unterrichtet wurde in der Kapellenschule noch bis ins Jahr 1928. Von 1776 bis etwa 1900 hing am Glockenturm eine Uhr, das Gebäude diente unter anderem auch zum Treffen von Sportvereinen und kirchlichen Aktivitäten. Danach wurden die Schüler im Neubau der „Scheidschule“ unterrichtet. Im Zweiten Weltkrieg richteten sich die Nationalsozialisten in der Schule ein. Das Gebäude wurde gegen Ende des Krieges stark beschädigt. Die Glocke musste bereits Jahre zuvor zum Einschmelzen abgegeben werden. Ab 1950 wurde die Dorfmitte wieder errichtet bzw. renoviert. Die 1870 angebrachte Verschieferung wurde entfernt, eine neue Glocke wurde von Nachkommen eines Trupbacher Auswanderers in die USA gestiftet. Heute ist die Kapellenschule im Besitz der Stadt, der örtliche Heimatverein kümmert sich um das Gebäude. Eine Mechanik lässt die Glocke tagsüber stündlich läuten.[1]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schützenverein und Schützenfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schützengilde Alchetal wurde 1938 gegründet und betreibt seither in Trupbach Schießsport. Der Verein feierte 2013 sein 75. jähriges Jubiläum und zählte in diesem Jahr 195 Mitglieder. Er ist damit einer der größten Schützenvereine in Siegen.

CVJM Trupbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der CVJM Trupbach wurde im Jahr 1884 gegründet und bildet mit der früheren ev. Gemeinschaft eine freikirchliche Gemeinde. Der örtliche CVJM-Posaunenchor stellte vor einigen Jahren seine Bläserarbeit ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dorfglocke erklingt wieder. In: Siegener Zeitung vom 4. September 2010, S. 45.
  2. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 287.
  3. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968.
  4. siegen.de: Hauptwohnsitzbevölkerung nach Stadtteilen (regelmäßig aktualisiert)
  5. Siegen-Info: Chronik Trupbach
  6. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, ZDB-ID 1458761-0, S. 112/113.
  7. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115.
  8. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  9. genealogy.net: Amt Weidenau
  10. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Siegen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 256.
  12. Hartmut Eichenauer: Siegen (PDF; 12,2 MB), ca. 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]