Truppach (Mistelgau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Truppach
Gemeinde Mistelgau
Koordinaten: 49° 54′ 31″ N, 11° 22′ 19″ O
Höhe: 375–393 m ü. NHN
Einwohner: 172 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 95490
Vorwahl: 09206
Schloss Truppach

Truppach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Mistelgau im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt an der Truppach und an zwei namenlosen Bächen, die dort als rechte Zuflüsse in die Truppach münden. 0,75 km südwestlich befindet sich der Wachstein (ca. 518 m ü. NHN), 0,75 km nördlich der Kützenbühl und 1 km westlich der Innere Berg (513 m ü. NHN). Unmittelbar östlich liegt die Flur Mittlere Au. Die Staatsstraße 2186 führt an Altsneuwirthshaus vorbei nach Plankenfels (3,6 km südöstlich) bzw. Obernsees (1,4 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mengersdorf (0,4 km südöstlich).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie von Truppach ist bereits 1059 als „de Trubaha“ beurkundet, was die Existenz des Ortes „Trubaha“ voraussetzt. Damit zählt Truppach zu den ältesten Orten der Bayreuther Gegend. Die Bedeutung des Ortsnamens wird gedeutet als Siedlung am trüben Bach oder Siedlung am Bach des Trubert. Im Landbuch des Amtes Bayreuth von 1499 sind für den Ort zwei Adelssitze genannt: Einer gehörte der Familie von Aufseß, der andere nachweislich seit 1380 der Familie von Truppach. Letzterer wurde wenig später aufgegeben und Klaus von Truppach zog nach Alladorf.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Truppach 37 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft war strittig zwischen dem Rittergut Truppach und dem Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren

  • das Hofkastenamt Bayreuth (1 Söldengut mit Wirtshaus, 1 Söldengut mit Backrecht, 1 Sölde mit Wirtschaft),
  • die Hofkanzlei Bayreuth (2 Halbgüter, 1 Söldengut, 1 Söldengut mit Schmiedgerechtigkeit),
  • das Rittergut Truppach (1 Schlossgut, 10 Söldengüter, 1 Söldengut mit Wirtschaftsgerechtigkeit und Bräuhaus, 1 Söldengut mit Schmiede, 12 Tropfhäuser, 1 Hirten- und Gemeindehaus),
  • das Gotteshaus Bayreuth (1 Wirtshaus),
  • das Gotteshaus Busbach (1 Tropfhaus),
  • die Pfarrei Hollfeld (2 Tropfhäuser).[4]

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Infolge des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Truppach gebildet, zu dem Außerleithen, Bärnreuth, Braunersberg, Friedrichsruh, Gries, Mengersdorf, Muschelhof, Obernsees, Pensenleithen und Schnackenwöhr gehörten.[5] Zugleich entstand die Ruralgemeinde Truppach, zu der Muschelhof gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 26 Anwesen bis 1838 dem Patrimonialgericht Truppach. Vor 1867 wurde Schnackenwöhr eingemeindet. Ab 1862 gehörte Truppach zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).[6] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,564 km².[7] Am 1. Januar 1969 schloss sich die Gemeinde Mengersdorf mit den Gemeindeteilen Außerleithen, Bärnreuth und Pensenleithen an. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Truppach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Mistelgau eingegliedert.[8]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 10: Gasthof
  • Haus Nr. 24: Gastwirtschaft Kraus. Zweigeschossig; wohl Ende des 18. Jahrhunderts. Drei zu fünf Obergeschossfenster. Obergeschoss mit verputztem Fachwerk. Profilierte gekröpfte Türsturzrahmung. Seitlich neuere Anbauten. Schmiedeeiserner Ausleger 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.[9]
  • Haus Nr. 46: Ehemaliges Schloss Truppach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Truppach

Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 273 358 345 326 317 334 339 324 325 316 282 263 249 237 209 246 213 196 193 269 252 224 198 189
Häuser[10] 27 49 54 48 42 40 42
Quelle [6] [11] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [11] [7] [18]

Ort Truppach

Jahr 001819 001822 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 251* 266 303 327 299 239 203 245 194 183 172
Häuser[10] 26 51 46 40 39 41 44
Quelle [19] [6] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [7] [18] [1]
* inklusive Schnackenwöhr

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Truppach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Otto (Mengersdorf) gepfarrt.[4][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 296 (Digitalisat).
  2. Truppach im BayernAtlas. Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie.
  3. C. Schimpf: Busbach, S. 261.
  4. a b R. Winkler: Bayreuth, S. 393f.
  5. R. Winkler: Bayreuth, S. 494.
  6. a b c R. Winkler: Bayreuth, S. 485.
  7. a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 659 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 432 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth, S. 139. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  11. a b c d e f g h i j k l m n o Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 139, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 847, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1020, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 966 (Digitalisat).
  15. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1011 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1034 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 896 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 150 (Digitalisat).
  19. A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, S. 127 (Digitalisat).