Truppenübungsplatz Hohenfels

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2014

Der Truppenübungsplatz Hohenfels ist ein Truppenübungsplatz nordwestlich von Regensburg bei Hohenfels in der Oberpfalz. Er wurde 1937 eröffnet. Heute nutzt ihn die US Army. Die Abgabe an die USA fand im August 1951 statt[1], die Nutzung durch US-Truppen begann nach der Räumung der Höfe.[2]

Er ist mit einer Fläche von 160 km² einer der größten Truppenübungsplätze in Deutschland. Die Hohenburg ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[3]

Der Hauptstützpunkt befindet sich in Albertshof. Im Jahr 1988 wurde das Combat Maneuver Training Center (CMTC) eingerichtet, in dem relativ realistisch das Gefecht der verbundenen Waffen mit zwei Parteien gegeneinander geübt werden konnte.[4] Dazu wurden Lasersysteme genutzt und Feuer, Treffer und Ausfälle von Computern erfasst und ausgewertet.[5] Im Dezember 2005 erfolgte die Umbenennung des CMTC in Joint Multinational Readiness Center (JMRC).

Civilians on the Battlefield[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1999 finden in Hohenfels auch komplexe Übungen mit zivilen Komparsen („Civilians on the Battlefield“, COB) für jeweils ungefähr drei Wochen statt. Während dieser Zeit halten sich die Statisten durchgehend auf dem Truppenübungsplatz auf, um die Zivilbevölkerung eines Krisengebietes (vom einfachen Farmer über geschulte Übersetzer bis hin zum hohen Regierungsbeamten) darzustellen.[6][7] Durch dieses möglichst realitätsnahe Szenario üben Soldaten die interkulturelle, teils mehrsprachige Kommunikation und soziale Interaktion mit lokalen Einwohnern eines Einsatzgebietes, um so Eigenheiten und Problematiken des simulierten Landes kennenzulernen. Hierdurch werden die Soldaten für orts- und landesspezifische Probleme, Engpässe und Konflikte sensibilisiert, trainieren die Unterscheidung militärischer Ziele bzw. Bedrohungen von zivilen Personen/Angelegenheiten und üben den Umgang sowie die Zusammenarbeit mit anderen Sicherheitskräften und Hilfsorganisationen vor Ort.[8]

Die Arbeits- und Lebensbedingungen wurden von manchen Teilnehmern als inakzeptabel geschildert. Der Arbeitsrechtler Peter Wedde kennzeichnet die Arbeitsverhältnisse als „Ausbeutung pur“ und beurteilt die Entlohnung (ca. 90 Euro am Tag bei 24 Stunden Bereitschaft) als sittenwidrig.[9][10]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. April 2016 hielt die 173. US-Luftlandebrigade eine Übung einer Luftlandeoperation auf dem Truppenübungsplatz ab, bei der 150 Nutzlasten abgeworfen wurden. Dabei lösten sich drei Humvees aus ihren Fallschirmen und stürzten aus über 30 Metern auf eine Wiese.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenfels Training Area – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus der Geschichte des Truppenübungsplatzes Hohenfels
  2. Räumung und Nutzung
  3. Kein Zutritt zur Hohenburg
  4. CMTC
  5. Spiegel-Bericht zur Auswertung der Übungen im CMTC
  6. Optronic HR GmbH: Informationen zu Civilans on the Battlefield
  7. Marco Smedt: Afghanistan in der Oberpfalz. In: UniSpiegel, Nr. 04/2005, S. 12–14.
  8. Als Statist auf dem amerikanischen Kriegsübungsgebiet, Beitrag von Galileo (Fernsehsendung), 9. November 2015.
  9. Schwere Vorwürfe gegen US-Armee und deren deutschen Vertragspartner wegen Beschäftigung ziviler Arbeitnehmer aus Deutschland – "Sittenwidrige Entlohnung und Ausbeutung". In: Report Mainz (SWR), 2. April 2013.
  10. Vorwürfe gegen Dienstleister – Arbeitsrechtler kritisiert Vertragspartner der US-Armee wegen "Ausbeutung pur". OberpfalzNetz.de, 3. April 2013.
  11. Kyle Jahner: Army launches investigation into airborne Humvee mishap: Video. In: armytimes.com. 21. April 2016, abgerufen am 26. April 2016 (englisch).

Koordinaten: 49° 14′ 1″ N, 11° 49′ 0″ O