Tschechien beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Tschechiens
Übertragende Rundfunkanstalt
ČT
Erste Teilnahme
2007
Anzahl der Teilnahmen
10 (Stand 2022)
Höchste Platzierung
6 (2018)
Höchste Punktzahl
281 (2018)
Niedrigste Punktzahl
0 (2009 SF)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
69,78 (Stand 2021)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
0,88 (Stand 2021)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Tschechiens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mikolas Josef (Mitte) holte Tschechiens beste Platzierung bisher

Erstmals hatte die tschechische Fernsehstation ČT 2004 ihr Interesse an einer Teilnahme am 50. Eurovision Song Contest im Mai 2005 bekundet. Am 3. Dezember 2004 zog der Sender jedoch seine Anmeldung offiziell zurück. Als Grund wurde angegeben, dass man für das kommende Jahr bereits zwei Großveranstaltungen plane und ein drittes Event, wie die nationale Vorausscheidung, nicht verkraften könne. Im Jahr darauf verzichtete ČT von vornherein auf eine Anmeldung bei der EBU, weil der tschechische Beitrag sich erst über das Halbfinale für den Wettbewerb hätte qualifizieren müssen. Am 19. April 2006, einen Monat vor dem Eurovision Song Contest 2006, gab ČT dann bekannt, dass das Land fest plane 2007 zu debütieren.

2007 machte Tschechien dann tatsächlich sein Debüt im Wettbewerb. Kabát waren die ersten tschechischen Vertreter bei diesem Wettbewerb, erreichten aber nur Platz 28 im Halbfinale und damit den letzten Platz. Der einzige Punkt dazu kam aus Estland. Auch 2008 konnte sich Tschechien nicht für das Finale qualifizieren. Tereza Kerndlová konnte mit Platz 18 nur den vorletzten Platz erreichen. Auch 2009 konnte sich Tschechien nicht für das Finale qualifizieren. Die Band Gipsy.cz erreichte, wie Kabát 2007, den letzten Platz im Halbfinale. Mit 0 Punkten holten sie Tschechiens bis heute schlechtestes Ergebnis im Wettbewerb. Nach diesen Misserfolgen zog sich Tschechien 2010 vom Wettbewerb zurück und nahm bis 2014 nicht mehr teil. Erst 2015 kehrte Tschechien zum Wettbewerb zurück.

Zur 60. Auflage des Eurovision Song Contest kündigte Tschechien dann also überraschend seine Rückkehr zum ESC an, obwohl es bereits vorher abgesagt hatte. Aber auch 2015 konnte sich Tschechien nicht für das Finale qualifizieren. Marta Jandová und Václav Noid Bárta holten jedoch Tschechiens bis dahin bestes Ergebnis im Wettbewerb. Schließlich erreichten sie Platz 13 von 17 im Halbfinale und mit 33 Punkten Tschechiens höchste Punktzahl bis dahin. 2016 erreichte Tschechien dann zum ersten Mal das Finale des Eurovision Song Contests. Gabriela Gunčíková erreichte im Finale dann allerdings lediglich Platz 25 und damit den vorletzten Platz. Mit 41 Punkten holte sie zwar Tschechiens bis dahin beste Punktzahl, jedoch kamen diese Punkte alle von den Jurys – Die Zuschauer gaben ihr keinen einzigen Punkt. Der vorletzte Platz im Finale war die beste Platzierung des Landes bis dahin. Nach diesem kleinen Erfolg nahm das Land auch 2017 teil, konnte sich aber wieder nicht für das Finale qualifizieren. 2018 allerdings gelang der zweite Finaleinzug. Im Finale folgte mit Platz 6 dann Tschechiens erste Platzierung unter den besten Zehn. Damit holte Mikolas Josef die beste Platzierung des Landes bisher und mit 281 Punkten außerdem Tschechiens höchste Punktzahl im Wettbewerb. 2019 erreichte die Band Lake Malawi im Finale mit 157 Punkten Platz 11, wobei nur 7 Punkte aus dem Televoting kamen. Es war das erste Mal, dass Tschechien sich zwei Mal in Folge für das Finale qualifizieren konnte. 2021 hingegen verpasste es der Sänger Benny Cristo sich für das Finale zu qualifizieren, womit Tschechien erstmals seit vier Jahren nicht am Finale teilnahm.

Insgesamt landeten also nur zwei von den neun Beiträgen im Finale in der linken Tabellenhälfte. Außerdem verpasste das Land insgesamt sechsmal das Finale. Mit zwei letzten Plätzen und nur zwei guten Platzierungen gehört Tschechien zu den erfolglosesten Ländern im Wettbewerb. Allerdings hat das Land bisher auch nur neun Teilnahmen vorzuweisen, womit es noch nicht sehr häufig am ESC teilgenommen hat.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert. – Absage des Eurovision Song Contests.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
2007 Kabát Malá dáma
M/T: Kabát
Tschechisch Kleine Dame Ausgeschieden 28 / 28 1 Eurosong 2007
2008 Tereza Kerndlová Have Some Fun
M: Gordon Pogoda & Stano Simor; T: Gordon Pogoda
Englisch Hab etwas Spaß! Ausgeschieden 18 / 19 9 Eurosong 2008
2009 Gipsy.cz Aven romale
M/T: Radoslav Banga
Englisch, Romani Auf geht’s, Zigeuner Ausgeschieden 18 / 18 0 interne Auswahl
2010 bis 2014 Auf Teilnahme verzichtet
2015 Marta Jandová & Václav Noid Bárta Hope Never Dies
M/T: Václav Noid Bárta
Englisch Die Hoffnung stirbt nie Ausgeschieden 13 / 17 33 interne Auswahl
2016 Gabriela Gunčíková I Stand
M: Christian Schneider, Sara Biglert; T: Aidan O'Connor, Sara Biglert
Englisch Ich stehe 25 / 26 41 9 / 18 161 interne Auswahl
2017 Martina Barta My Turn
M/T: Greig Watts, Paul Drew, Pete Barringer, Kyler Niko
Englisch Ich bin dran Ausgeschieden 13 / 18 83 interne Auswahl
2018 Mikolas Josef Lie to Me
M/T: Mikolas Josef
Englisch Lüge mich an 6 / 26 281 3 / 18 232 Eurovision Song CZ 2018
2019 Lake Malawi Friend of a Friend
M/T: Jan Steinsdoerfer, Maciej Mikolaj Trybulec, Albert Černy
Englisch Freundin eines Freundes 11 / 26 157 2 / 17 242 Eurovision Song CZ 2019
2020 Benny Cristo Kemama
M: Osama Hussain, Rudy Ray, Filip Zangi; T: Ben Cristovao, Charles Sarpong
Englisch Okay, Mama Absage wegen der COVID-19-Pandemie
durch die EBU
Eurovision Song CZ 2020
2021 Benny Cristo omaga
M/T: Filip Vlček, Ben Cristovao
Englisch, Tschechisch Oh mein Gott Ausgeschieden 15 / 17 23 interne Auswahl
2022 We Are Domi Lights Off

M/T: Einar Eriksen Kvaløy, Abi F. Jones, Dominica Hasek, Casper Hatlestad, Benjamin Rekstad

Englisch Licht aus 22 / 25 38 4 / 18 227 Eurovision Song CZ 2022

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien wählte seine ersten beiden Beiträge 2007 und 2008 per Vorentscheid aus. Der Titel dieser Vorentscheidung lautete jeweils Eurosong. 2009 wurden Gipsy.cz dann intern ausgewählt und in einer kleinen Vorentscheidung mit zwei Titeln wurde Aven Romale als tschechischer Beitrag für den ESC 2009 in Moskau ausgewählt. Von 2015 bis 2017 wählte Tschechien seine Beiträge dann jeweils intern aus. 2018 fand dann zum ersten Mal seit 2008 wieder eine Vorentscheidung statt unter den Namen Eurovision Song CZ 2018. Besonders daran war, dass die Vorentscheidung komplett online ablief und nicht im Fernsehen übertragen wurde. Auch 2019 und 2020 wurde die Vorentscheidung unter diesem Prinzip veranstaltet.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der tschechischen Beiträge wurde auf Englisch gesungen. Lediglich 2007 beim Debüt stellte Tschechien seinen Beitrag komplett auf Tschechisch vor. Der Beitrag 2009 enthielt einige Textzeilen auf Romani und der Beitrag von 2021 hatte zwei Textzeilen auf Tschechisch.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Tschechien (Stand: 2022):[1]

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Ukraine Ukraine 82
2 Schweden Schweden 66
3 Aserbaidschan Aserbaidschan 60
4 Russland Russland 58
5 Armenien Armenien 46
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Island Island 26
Kroatien Kroatien 26
2 Slowenien Slowenien 23
3 Osterreich Österreich 22
Ungarn Ungarn 22
4 Spanien Spanien 20
5 Armenien Armenien 18
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Schweden Schweden 114
2 Aserbaidschan Aserbaidschan 113
3 Ukraine Ukraine 94
3 Armenien Armenien 085
Portugal Portugal 085
5 Island Island 071
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Island Island 78
2 Spanien Spanien 77
3 Israel Israel 66
4 Kroatien Kroatien 64
5 Belgien Belgien 63

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 vergab Tschechien die Höchstpunktzahl an elf verschiedene Länder, davon je dreimal an die Ukraine. Im Halbfinale dagegen vergab Tschechien die Höchstpunktzahl an zwölf verschiedene Länder, davon je zweimal an Armenien, Israel, Schweden und Serbien.

Höchstwertung (Finale)
Jahr Land Platz
(Finale)
2007 Ukraine Ukraine 2
2008 Armenien Armenien 4
2009 Armenien Armenien 10
2010
bis
2014
Auf Teilnahme verzichtet
2015 Aserbaidschan Aserbaidschan 12
2016 Schweden Schweden (J) 5
Ukraine Ukraine (T) 1
2017 Portugal Portugal (J) 1
Bulgarien Bulgarien (T) 2
2018 Israel Israel (J & T) 1
2019 Schweden Schweden (J) 5
Russland Russland (T) 3
2020 Wettbewerb abgesagt
2021 Portugal Portugal (J) 12
Moldau Republik Moldau (T) 13
2022 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (J) 2
Ukraine Ukraine (T) 1
Höchstwertung (Halbfinale)
Jahr Land Platz
(Halbfinale)
2007 Serbien Serbien 1
2008 Ukraine Ukraine 1
2009 Armenien Armenien 5
2010
bis
2014
Auf Teilnahme verzichtet
2015 Schweden Schweden 1
2016 Ungarn Ungarn (J) 4
Armenien Armenien (T) 2
2017 Australien Australien (J) 6
Aserbaidschan Aserbaidschan (T) 8
2018 Israel Israel (J & T) 1
2019 Slowenien Slowenien (J) 6
San Marino San Marino (T) 8
2020 Wettbewerb abgesagt
2021 Portugal Portugal (J) 4
Moldau Republik Moldau (T) 7
2022 Schweden Schweden (J) 1
Serbien Serbien (T) 3

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tschechien hat erstmals 2007 teilgenommen und war damit eines der letzten Länder Europas, das sein Debüt bei dieser Veranstaltung gegeben hat.
  • Tschechien startete im Finale bisher nur von Startnummern, die Primzahlen waren und immer in der ersten Hälfte.

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eurovision Song Contest Database. Abgerufen am 16. Mai 2022 (englisch).