Tschechische Fußballnationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der tschechischen Fußballnationalmannschaft der Männer. Für das Team der Frauen siehe tschechische Fußballnationalmannschaft der Frauen.
Tschechische Republik
Česká republika
Verband Fotbalová asociace České republiky
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Puma
Trainer Karel Jarolím (seit August 2016)
Kapitän Tomáš Rosický, seit 2006
Rekordtorschütze Jan Koller (55)
Rekordspieler Petr Čech (124)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code CZE
FIFA-Rang 46. (699 Punkte)
(Stand: 16. Oktober 2017)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
253 Spiele
139 Siege
51 Unentschieden
63 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
TurkeiTürkei Türkei 1:4 Tschechische Republik TschechienTschechien
(Istanbul, Türkei; 23. Februar 1994)
Höchste Siege
TschechienTschechien Tschechische Republik 8:1 Andorra AndorraAndorra
(Liberec, Tschechische Republik; 4. Juni 2005)
TschechienTschechienTschechische Republik 7:0 San Marino San MarinoSan Marino
(Liberec, Tschechische Republik; 7. Oktober 2006)
TschechienTschechienTschechische Republik 7:0 San Marino San MarinoSan Marino
(Uherské Hradiště, Tschechische Republik; 9. September 2009)
Höchste Niederlage
SchweizSchweiz Schweiz 3:0 Tschechische Republik TschechienTschechien
(Zürich, Schweiz; 20. April 1994)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2006)
Beste Ergebnisse Vorrunde (2006)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 6 (Erste: 1996)
Beste Ergebnisse Vizemeister (1996)
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Dritter 1997
(Stand: 21. Juni 2016)
Mannschaft beim Spiel gegen Österreich 2014

Die tschechische Fußballnationalmannschaft ist formal Nachfolgerin der tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft, die nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei in Tschechien und Slowakei zum 1. Januar 1993 noch bis Ende 1993 existierte, bis zum (erfolglosen) Abschluss der laufenden Qualifikationsrunde zur WM'94.

Als Auswahlmannschaft des Böhmisch-Mährischen Fußballverbands wurde das tschechische Team 1994 neu formiert. Schon bei der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England, als man erst in der Verlängerung des Finales der deutschen Mannschaft unterlag, feierte die tschechische Elf einen Erfolg, ihren bislang größten. Bei der Europameisterschaft 2000 und 2008 schied das Team bereits in der Vorrunde aus, während es bei der EM 2004 den Halbfinaleinzug schaffte, und 2012 das Viertelfinale.

Für die WM 2006 konnte sich Tschechien – nach zwei Relegationsspielen gegen Norwegen – erstmals für die Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren. Im Turnier schied die Mannschaft nach der Vorrunde aus.

Ebenso wie für die Slowakei berücksichtigt die FIFA auch für Tschechien die Ergebnisse des tschechoslowakischen Teams, wie den Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1976 sowie das Erreichen der Endspiele der Weltmeisterschaften 1934 und 1962.[2]

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum WM-Spiele EM-Spiele
01. Petr Čech 124 0 Tor 2002– 3 14
02. Karel Poborský 118 8 Mittelfeld 1994–2006 3 14
03. Tomáš Rosický 105 23 Mittelfeld 2000– 3 10
04. Jaroslav Plašil 103 7 Mittelfeld 2004– 3 11
05. Milan Baroš 93 41 Angriff 2001–2012 1 10
06. Jan Koller 91 55 Angriff 1999–2009 1 10
07. Pavel Nedvěd 91 18 Mittelfeld 1994–2006 3 12
08. Vladimír Šmicer 80[3] 27 Mittelfeld 1994–2005 0 11
09. Marek Jankulovski 78 11 Abwehr/Mittelfeld 2000–2009 3 9
10. Tomáš Ujfaluši 78 2 Abwehr 2001–2009 2 7

Rekordtorschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum WM-Tore EM-Tore
01. Jan Koller 55 91 0,60 1999–2009 1 3
02. Milan Baroš 41 93 0,44 2001–2012 0 5
03. Vladimír Šmicer 27 80[3] 0,34 1994–2005 0 4
04. Tomáš Rosický 23 105 0,22 2000– 2 0
05. Pavel Kuka 22[4] 63[5] 0,35 1984–1997 0 1
06. Pavel Nedvěd 18 91 0,20 1994–2006 0 1
07. Patrik Berger 18 42[6] 0,43 1994–2001 0 1
08. Vratislav Lokvenc 14 74 0,19 1995–2006 0 0
09. Tomáš Necid 12 42 0,29 2008– 0 1
10. Marek Jankulovski 11 78 0,14 2000–2009 0 0

Quellen: fotbal.cz: Statistiky reprezentace – hráči (Stand: 17. November 2015) und eu-football.info: Player Czech Republic

Stand: 21. Juni 2016

Liste der Nationalspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Liste aller Nationalspieler findet sich unter Liste der tschechischen Fußballnationalspieler.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Posten des Nationaltrainers hatte bis Oktober 2009 Ivan Hašek inne, der zugleich auch Vorsitzender des tschechischen Fußballverbandes ČMFS war. Als Trainer-Berater fungierten der langjährige ehemalige Nationaltrainer Karel Brückner und Michal Bílek, der bis 2008 den tschechischen Rekordmeister Sparta Prag trainierte und danach Trainer des slowakischen Erstligisten MFK Ružomberok war.[7] Hašek übernahm den Posten von František Straka, der die Mannschaft kurzzeitig von Mitte Mai 2009 bis Ende Juni 2009 (und in diesem Zeitraum bei lediglich einem Freundschaftsspiel gegen Malta – Ergebnis 1:0) betreut hatte.[8] Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation trat Hašek zurück. Seine Nachfolge trat Michal Bílek im Oktober 2009 an.[9]

Trainer seit 1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erweiterter Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Oktober 2017[10] [11]

Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt
Torwart
Tomáš Koubek 26.08.1992 6 0 FrankreichFrankreich Stade Rennes 2016
Jiří Pavlenka 14.04.1992 3 0 DeutschlandDeutschland SV Werder Bremen 2016
Tomáš Vaclík 29.03.1989 17 0 SchweizSchweiz FC Basel 2012
Abwehr
Jan Bořil 11.01.1991 3 0 TschechoslowakeiTschechoslowakei Sparta Prag 2017
Jakub Brabec 06.08.1992 8 0 BelgienBelgien KRC Genk 2016
Ondřej Čelůstka 18.06.1989 3 1 TurkeiTürkei Antalyaspor 2013
Theodor Gebre Selassie 24.12.1986 45 3 DeutschlandDeutschland SV Werder Bremen 2011
Pavel Kadeřábek 25.04.1992 30 2 DeutschlandDeutschland TSG 1899 Hoffenheim 2014
Tomáš Kalas 15.05.1993 10 0 EnglandEngland FC Fulham 2012
Michael Lüftner 14.03.1994 1 0 DanemarkDänemark FC Kopenhagen 2017
Filip Novák 26.06.1990 11 1 DanemarkDänemark FC Midtjylland 2015
Daniel Pudil 27.09.1985 35 2 EnglandEngland Sheffield Wednesday 2007
Tomáš Sivok 15.09.1983 64 5 IsraelIsrael Maccabi Petach Tikwa 2005
Marek Suchý (C)Kapitän der Mannschaft 29.03.1988 35 1 SchweizSchweiz FC Basel 2010
Mittelfeld
Antonín Barák 03.12.1994 5 4 ItalienItalien Udinese Calcio 2016
Vladimír Darida 08.08.1990 49 4 DeutschlandDeutschland Hertha BSC Berlin 2012
Bořek Dočkal 30.09.1988 35 6 China VolksrepublikVolksrepublik China Henan Jianye 2012
Tomás Horava 29.05.1988 10 3 TschechoslowakeiTschechoslowakei Viktoria Pilsen 2012
Josef Hušbauer 16.03.1990 12 1 TschechoslowakeiTschechoslowakei Slavia Prag 2012
Jakub Jankto 19.01.1996 8 1 ItalienItalien Udinese Calcio 2017
Jan Kopic 04.06.1990 8 3 TschechoslowakeiTschechoslowakei Viktoria Pilsen 2014
Ladislav Krejčí 05.07.1992 37 5 ItalienItalien FC Bologna 2012
David Pavelka 18.05.1991 14 0 TurkeiTürkei Kasımpaşa Istanbul 2015
Tomáš Souček 27.02.1995 6 0 TschechoslowakeiTschechoslowakei Slavia Prag 2016
Jan Sýkora 29.12.1993 5 0 TschechoslowakeiTschechoslowakei Slavia Prag 2016
Jaromír Zmrhal 02.08.1993 8 1 TschechoslowakeiTschechoslowakei Slavia Prag 2016
Sturm
Václav Kadlec 20.05.1992 16 4 TschechoslowakeiTschechoslowakei Sparta Prag 2010
Jan Kliment 01.09.1993 4 0 DanemarkDänemark Bröndby IF 2017
Michal Krmenčík 15.03.1993 10 6 TschechoslowakeiTschechoslowakei Viktoria Pilsen 2016
Patrik Schick 24.01.1996 5 1 ItalienItalien AS Rom 2016
Jiří Skalák 12.03.1992 16 0 EnglandEngland Brighton & Hove Albion 2015
Milan Škoda 16.01.1986 18 4 TschechoslowakeiTschechoslowakei Slavia Prag 2015

Teilnahmen bei Fußball-Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien war während der bis 1990 ausgetragenen WM-Turniere Teil der Tschechoslowakei und stellte eine Vielzahl von Spielern für die Nationalmannschaft bei diesen Turnieren, die zweimal (1934 und 1962) den zweiten Platz belegte. Nach der Trennung von der Slowakei konnte sich die Mannschaft erst einmal bei fünf Anläufen für eine WM qualifizieren. Dabei traf Tschechien in der Qualifikation für die WM 1998 und 2010 auf die Slowakei.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[12] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Jugoslawien gescheitert.
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten an Belgien gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Dänemark der 2. Platz belegt wurde.
2006 Deutschland Vorrunde Italien, Ghana, USA 20. Karel Brückner
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Slowakei und Slowenien gescheitert.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und Dänemark, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte, gescheitert.
2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation trifft Tschechien auf den amtierenden Weltmeister Deutschland, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan und San Marino

Teilnahmen bei Fußball-Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien nahm als Teil der Tschechoslowakei an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. 1976 gewann die tschechoslowakische Mannschaft den Titel als im ersten Elfmeterschießen der EM-Geschichte Titelverteidiger Deutschland bezwungen wurde. In der Europameistermannschaft standen die tschechischen Spieler Ivo Viktor, Antonín Panenka, František Veselý und Zdeněk Nehoda. Nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei in zwei selbständige Staaten nahm Tschechien erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil und konnte sich seitdem immer qualifizieren, während es der Slowakei erst 2016 gelang, sich wieder für eine Endrunde zu qualifizieren.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1996 England Finale Deutschland 2. Platz Niederlage durch Golden Goal
2000 Niederlande und Belgien Vorrunde Niederlande, Frankreich, Dänemark Nach zwei Niederlagen und einem Sieg als Gruppendritter ausgeschieden.
2004 Portugal Halbfinale Griechenland Niederlage in der Verlängerung
2008 Österreich und Schweiz Vorrunde Schweiz, Portugal, Türkei Nach einem Sieg und zwei Niederlagen als Gruppendritter ausgeschieden.
2012 Polen und Ukraine Viertelfinale Portugal Gruppensieger nach einer Auftaktniederlage gegen Russland und zwei anschließenden Siegen, Aus im Viertelfinale gegen Portugal (0:1)
2016 Frankreich Vorrunde Spanien, Kroatien, Türkei Als Gruppenletzter ausgeschieden.

Spiele gegen deutschsprachige Nationalteams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Ergebnisse aus tschechischer Sicht)

Länderspiele gegen Deutschland

  1. 9. Juni 1996 in Manchester (EM-Vorrunde): 0:2 (0:2)
  2. 30. Juni 1996 in London (EM-Finale): 1:2 (0:0, 1:1) n.GG.
  3. 3. Juni 2000 in Nürnberg: 2:3 (0:1)
  4. 23. Juni 2004 in Lissabon (EM-Vorrunde): 2:1 (1:1)
  5. 24. März 2007 in Prag (EM-Qualifikation): 1:2 (0:1)
  6. 17. Oktober 2007 in München (EM-Qualifikation): 3:0 (2:0)
  7. 8. Oktober 2016 in Hamburg (WM-Qualifikation): 0:3 (0:1)
  8. 1. September 2017 in Tschechien (WM-Qualifikation): -:-

Länderspiele gegen die Schweiz

  1. 20. April 1994 in Zürich 0:3 (0:3)
  2. 1. Juni 1996 in Basel 2:1 (1:1)
  3. 18. August 1999 in Drnovice 3:0 (0:0)
  4. 7. Juni 2008 in Basel 1:0 (0:0)

Länderspiele gegen Österreich

  1. 29. Mai 1996 in Salzburg 0:1 (0:0)
  2. 2. April 2003 in Prag 4:0 (2:0) (EM-Qualifikation)
  3. 11. Oktober 2003 in Wien 3:2 (1:0) (EM-Qualifikation)
  4. 22. August 2007 in Wien 1:1 (1:0)
  5. 3. Juni 2014 in Olmütz 1:2 (1:1)

Länderspiele gegen Liechtenstein

  1. 12. Oktober 2010 in Vaduz 2:0 (2:0) (EM-Qualifikation)
  2. 29. März 2011 in České Budějovice 2:0 (1:0) (EM-Qualifikation)

Aktuelle Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, 16. Oktober 2017, abgerufen am 16. Oktober 2017
  2. Die FIFA berücksichtigt bei der Tschechischen Nationalmannschaft auch die Erfolge der früheren tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft http://de.fifa.com/associations/association=cze/index.html
  3. a b Zudem ein Spiel für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  4. Zudem sieben Tore für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  5. Zudem 24 Spiele für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  6. Zudem zwei Spiele für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  7. Sport.cz: http://fotbal.sport.cz/fotbal/reprezentace/152877-hraci-ani-treneri-problem-v-koucich-haskovi-a-brucknerovi-nevidi.html. (tsch.) Stand 8. Juli 2009.
  8. Sport.de: http://sport.rtl.de/sportartikel/fussball/fussball_45387_1335153.php. Stand 8. Juli 2009.
  9. goal.com: Bilek neuer Trainer in Tschechien
  10. https://www.transfermarkt.de/tschechien/erweiterterkader/verein/3445
  11. http://www.national-football-teams.com/country/50/2017/Czech_Republic.html
  12. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 195 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tschechische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien