Tschechische Technische Universität Prag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt

Tschechische Technische Universität Prag
Logo
Gründung 1863
Trägerschaft Tschechien
Ort Prag
Staat Tschechien
Rektor Petr Konvalinka
Studenten 24.238 (31. Oktober 2007)
Website http://www.cvut.cz/

Die Tschechische Technische Universität Prag (tschechisch: České vysoké učení technické v Praze, kurz: ČVUT bzw. englisch: CTU) ist eine bedeutende technische Universität in Tschechien mit Sitz in Prag.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1705 bat Christian Josef Willenberg Kaiser Leopold I. um die Zustimmung Ingenieurwissenschaften unterrichten zu dürfen. Doch erst zur Zeit von Kaiser Josef I. am 9. November 1717 wurde Willenberg zum Professor berufen und im Januar 1718 begann die Lehrtätigkeit. Zu Beginn nahmen zwölf Studenten in der Wohnung Willenbergs an den Vorlesungen teil. Wegen des weiteren Anstiegs (1779 waren es 200) mussten Räume angemietet werden. Nachfolger Willenbergs war Jan Ferdinand Sochor, Baumeister von Wasserbauten an der Moldau. Dritter Professor wurde František Antonín Herget, Hochbaudirektor und Oberlandvermesser.

Polytechnikum und Deutsche Technische Hochschule[Bearbeiten]

Polytechnikum / DTH

Die 1786 gegründete Ingenieurschule wurde 1803 nach einem Konzept von Franz Josef von Gerstner zu einem Polytechnikum umgewandelt. Gerstner ließ sich dabei von der kurz zuvor in Paris gegründeten École Polytechnique inspirieren. Das Prager Polytechnikum wurde zur einzigen technischen Schule im Kaisertum Österreich. Organisatorisch war sie zunächst noch ein Teil der Karls-Universität Prag. Selbständig wurde sie erst 1815.

1863 wurde das Polytechnikum grundlegend reformiert. Die Schule erreichte Hochschulniveau. Leiter wurde ein unabhängiger Rektor, die Schule wurde in vier Fachabteilungen aufgeteilt: Hochbau, Wasser- und Straßenbau, Maschinenbau und technische Chemie. Nach dem Deutschen Krieg besichtigte Franz Joseph I. am 27. Oktober 1866 die Institute des Polytechnikums.

Tschechisch wurde neben Deutsch zur gleichberechtigten Unterrichtssprache. Der böhmisch-deutsche Sprachenkonflikt führte jedoch dazu, dass 1868 ein tschechisches Institut neu gegründet wurde. 1874 übersiedelte es in den Neubau auf dem Karlsplatz. Zur Zeit der Industrialisierung am Beginn des 20. Jahrhunderts (1909) wuchs die Zahl der Studenten auf 3000 an. Wer beide Staatsprüfungen ablegte, durfte die Bezeichnung Ingenieur führen.

Die nunmehrige Deutsche Technische Hochschule Prag erfuhr eine neue Blütezeit. Zu ihren Lehrern zählen:[1]

Tschechische Technische Hochschule[Bearbeiten]

Campus im Stadtteil Dejvice
Fakultäten für Bauingenieurwesen und Architektur

Nach Gründung der Tschechoslowakei wurde die Schule im August 1920 umorganisiert. Die Hochschule führte den neuen Namen České vysoké učení technické (ČVUT). Die Fachbereiche wurden durch Schulen (in der Bedeutung von Fakultäten) ersetzt, die von Dekanen geleitet wurden.

ČVUT bestand damals aus 7 Hochschulen:

  1. Bauingenieurwesen
  2. Land- und Forstwirtschaft
  3. Architektur und Hochbau
  4. Maschinenbau und Elektrotechnik
  5. Chemisch-technologischer Ingenieurwissenschaften
  6. Spezialwissenschaften
  7. Handel

1921 gründete František Klokner ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Materialprüfungen.

Auch die ČVUT wurde im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren am 17. November 1939 geschlossen. Faktisch aber wurde sie unter dem Namen Technische Hochschule Prag weiterbetrieben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Tschechische Technische Hochschule Prag am 4. Juni 1945 wiedereröffnet. Nach 1948 wurden viele Studenten wegen ihrer politischen Gesinnung oder nichtproletarischen Herkunft von der Komunistická strana Československa unter Klement Gottwald von der Universität verwiesen. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wurde aufgelöst. 1949 bis 1960 fand eine Neuorganisation statt; es wurden gesamtschulische Arbeitsgebiete eingerichtet, wie Militärlehrstuhl, Verteidigungslehre und der Lehrstuhl für Marxismus-Leninismus. Im Jahr 1949 entstand durch Ausgliederung die Wirtschaftsuniversität Prag. 1952 wurden auch die chemischen und landwirtschaftlichen Fachbereiche ausgegliedert. 1953 wurde durch Abtrennung weiterer Fachbereiche die Hochschule für Bahnwesen gegründet, aus welcher später die Universität Žilina entstand.

Seit 1976 hat die ČVUT folgende Fakultäten.

  1. Bauingenieurwesen
  2. Maschinenbau
  3. Elektrotechnik
  4. Kernphysik und Physik
  5. Architektur (1976)

2004 studierten in 47 angebotenen Studiengängen (214 Fachrichtungen) insgesamt 22.934 Studenten (davon 9.279 Bachelor, 10.852 Magister und 2.803 Doktoranden). Die Schule ist in internationale Austauschprogramme eingebunden.

Fakultäten und Hochschulinstitute[Bearbeiten]

Fakultät für Maschinenbau

Die Schule hat heute 8 Fakultäten und zwei eigenständige Hochschulinstitute.

  • Fakultät für Bauwesen1
  • Fakultät für Maschinenbau
  • Fakultät für Elektrotechnik
  • Fakultät für Kerntechnik und Physikingenieurwissenschaften2
  • Fakultät für Architektur
  • Fakultät für Verkehrswissenschaften2
  • Fakultät für Biomediziningenieurwesen (in Kladno)
  • Fakultät für Informationstechnologien

1 mit einer Zweigstelle in Sezimovo Ústí

2 mit Zweigestelle in Děčín

Hochschulinstitute:

  • Klokner-Institut
  • Masaryk-Institut

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Rechenzentrum
  • Technologie- und Innovationszentrum
  • Forschungszentrum der Industrie
  • Institut für technische und experimentelle Physik
  • Zentrum für Radiochemie
  • Institut für Bau- und Investitionstätigkeit
  • Verlag

Lehrer[Bearbeiten]

Studenten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tschechische Technische Universität Prag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adolf Siegl: Die Prager deutschen Hochschulen und ihre Studenten in den Jahren von 1870 bis 1914. Einst und Jetzt, Bd. 21 (1976), S. 95–133, hier S. 96 f.