Tscheko-See

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Tscheko-See
Geographische Lage Region Krasnojarsk (Russland)
Zuflüsse Kimtschu
Abfluss KimtschuTschunjaSteinige TunguskaJenissei
Daten
Koordinaten 60° 57′ 50″ N, 101° 51′ 36″ OKoordinaten: 60° 57′ 50″ N, 101° 51′ 36″ O
Tscheko-See (Region Krasnojarsk)
Tscheko-See
Länge 708 mf6
Breite 364 mf7
Maximale Tiefe 54 m[1]f10

Der Tscheko-See (russisch Чеко) ist ein kleiner Süßwassersee in der Region Krasnojarsk (Sibirien).

Es gibt Vermutungen von Wissenschaftlern, dass dieser See ein Einschlagkrater ist, der beim Tunguska-Ereignis entstand.[2] Diese Theorie wird jedoch auf Grund neuerer Erkenntnisse zum Alter des Sees als widerlegt angesehen[3][4].

Die Bestimmung des Alters des Sees kann zur Klärung dieser Frage beitragen. Auf Karten vor 1908 ist der See nicht verzeichnet, allerdings sind Kartenwerke dieses Alters unvollständig und ungenau. Anhand der Dicke der Sedimentschicht wurde ein Alter von mehreren Tausend Jahren vorgeschlagen.[5] Bei einer Untersuchung durch Luca Gasperini, Enrico Bonatti und Giuseppe Longo im Jahre 2007 wurde der See unter anderem mit dem Echolot untersucht. Die dabei ermittelte trichterartige Form des Sees und ein markantes Echo unterhalb des Seebodens deuten auf ein Impaktereignis hin. Ebenfalls wurde eine leichte magnetische Anomalie ermittelt, ein Hinweis auf einen metallischen Einschlagkörper.[6][7]

Russische Wissenschaftler haben im Januar 2017 Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, wonach der See sehr wahrscheinlich mehr als 280 Jahre alt ist und somit als Einschlagkrater des Tunguska-Ereignisses nicht in Frage kommen dürfte.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Pipan, L. Baradello, E. Forte, L. Gasperini, E. Bonatti, Giuseppe Longo: Ground penetrating radar study of the Cheko Lake area, Siberia (PDF; 69 kB). In: Proc. SPIE 4084, Eighth International Conference on Ground Penetrating Radar, 329 27. April 2000. doi:10.1117/12.383586
  2. L. Gasperini, F. Alvisi u. a.: A possible impact crater for the 1908 Tunguska Event. In: Terra Nova. 19, 2007, S. 245–251, doi:10.1111/j.1365-3121.2007.00742.x.
  3. Beautiful and mysterious: but was Lake Cheko formed from the exploding Tunguska meteorite? Abgerufen am 29. Januar 2017 (englisch).
  4. Katastrophe von Tunguska: Sedimentdatierung widerspricht Einschlagstheorie. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  5. K. P. Florenskiy: Preliminary results from the 1961 combined Tunguska meteorite expedition. In: Meteoritica 23, 1963, S. 3–29 (englisch)
  6. Luca Gasperini, Enrico Bonatti, Giuseppe Longo: Tunguska-Explosion: Der Tag, an dem sich der Himmel teilte. In: Spiegel-Online vom 27. Juni 2008, abgerufen am 20. Januar 2013
  7. Luca Gasperini u. a.: Sediments from Lake Cheko (Siberia), a possible impact crater for the 1908 Tunguska Event. In: Terra Nova 21, 2009, S. 489–494, doi:10.1111/j.1365-3121.2009.00906.x
  8. Beautiful and mysterious: but was Lake Cheko formed from the exploding Tunguska meteorite? Abgerufen am 29. Januar 2017 (englisch).