Tschiertschen-Praden

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Tschiertschen-Praden
Wappen von Tschiertschen-Praden
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Plessur
BFS-Nr.: 3932i1f3f4
Postleitzahl: 7063 Praden
7064 Tschiertschen
Koordinaten: 765419 / 187501Koordinaten: 46° 49′ 5″ N, 9° 36′ 23″ O; CH1903: 765419 / 187501
Höhe: 1350 m ü. M.
Fläche: 27,74 km²
Einwohner: 305 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 11 Einw. pro km²
Website: www.tschiertschen-praden.ch
Tschiertschen

Tschiertschen

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Praden
Kirche in Praden

Tschiertschen-Praden ist eine politische Gemeinde in der Region Plessur des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Sie wurde per 1. Januar 2009 aus den bisherigen Gemeinden Tschiertschen und Praden gebildet.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In blau ein goldener (gelber) Pfahl belegt mit einem blauen Stern und begleitet vorne von einer goldenen Keule, hinten von einer goldenen Ähre.

Das Wappen der Gemeinde ist eine Kombination der beiden ehemaligen Gemeindewappen: Aus dem Wappen von Tschiertschen stammen der Pfahl mit dem aufgelegten Stern und die Ähre, aus dem Wappen von Praden, das ebenfalls einen Stern enthielt, stammt die Keule. Die Farben sind jene des Zehngerichtenbundes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschiertschen-Praden liegt auf der linken, südlichen Talseite des Schanfiggs, 7 km (Luftlinie) südöstlich von Chur.

Nachbargemeinden sind Arosa, Churwalden, Chur, und Vaz/Obervaz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war der bereits im 8. Jahrhundert als Cercene erwähnte Ort von Romanen besiedelt, woran heute noch viele Flurnamen erinnern. Der seit 1222 belegte Grundbesitz des Klosters Churwalden begründete die Zugehörigkeit zur Herrschaft Strassberg, später zum Gericht Churwalden des Zehngerichtenbundes. Um 1530 schloss sich Tschiertschen der Reformation an; Ende des 16. Jahrhunderts ging man von der romanischen zur deutschen Sprache über.

Das 1157 als Pradis (Name von lateinisch pratum, «Wiese») erwähnte Praden wurde um 1300 von Walsern aus Langwies dauerhaft besiedelt. Folgerichtig gehörte Praden in den Drei Bünden als Nachbarschaft zum Gericht Langwies des Zehngerichtenbundes und kam erst 1851 zum Kreis Churwalden, als die heutigen Kreise geschaffen wurden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschiertschen zählt rund 220 Einwohner mehrheitlich reformierter Konfession.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 2000 2005
Einwohnerzahl 124 139 174 225 219

Von den 113 Bewohnern Pradens waren 106 Schweizer Staatsangehörige (Stand: Ende 2004).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1980 2000 2005
Einwohnerzahl 144 131 98 51 101 114

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf Tschiertschen gibt es eine Primarschule, ein evangelisches Pfarramt, das Büro der Fremdenverkehrsorganisation Schanfigg-Tourismus, vier Hotels und eine Mehrzweckhalle.

Der Grossteil der Bevölkerung lebt direkt oder indirekt vom Tourismus, hauptsächlich in der Wintersaison. Praden hat am Tourismusgeschäft der Umgebung (Tschiertschen, Lenzerheide, Arosa) kaum Anteil und bietet rund 20 Arbeitsplätze.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1888 und 1890 wurde das Alpsträsschen Tschiertschen-Ochsenalp-Prätsch-Carmennahütte gebaut und 1893–94 die Tschiertscherstrasse von Chur über Passugg und Praden nach Tschiertschen. Die Gemeinde ist mit der Postautolinie Chur–Tschiertschen ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschiertschen-Praden bietet im Winter 25 Pistenkilometer mit zwei neuen Vierer-Sesselbahnen (Waldstafel und Hüenerchöpf, 2001) und zwei Skiliften (Gürgaletsch und Jochalp). Die 2013/14 realisierte Skigebietsverbindung Arosa–Lenzerheide wurde kontrovers diskutiert. Von den Gegnern wurden gravierende Eingriffe in die Landschaft des Farur- und Urdentals befürchtet, die Befürworter unterstrichen die touristischen Vorteile für die gesamte Region, von der auch Tschiertschen-Praden bei einer infrastrukturellen Anbindung profitieren könnte.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzhäuser in der walserischen Bautradition prägen den kompakten Dorfkern von Tschiertschen. Typisch sind die an nahezu sämtlichen älteren Häusern unter dem jeweiligen Dachgiebel kunstvoll aufgemalten Haussprüche, die fast alle der Bibel entnommen sind. Die reformierte Kirche ist ein gotischer Bau des 15. Jahrhunderts.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937.DNB 811066703.
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003, ISBN 3-7253-0741-5.
  • Vereinigung für Walsertum (Hrsg.): Die Walser – Ein Arbeitsheft für Schulen, 3. Auflage, Verlag „Wir Walser“, Brig 1998.
  • Hans Danuser/Walser-Vereinigung Graubünden (Hrsg.): Alte Wege im Schanfigg, Verlag Walser-Vereinigung Graubünden, Splügen 1997, S. 126 ff.
  • Peter Masüger: Vom Alträtoromanischen zum „Tschalfiggerisch“. In: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, ISSN 1011-5196.
  • Hans Danuser, Ruedi Homberger: Arosa und das Schanfigg, Eigenverlag Danuser/Homberger, Arosa 1988, S. 178 ff.
  • Christian Patt: Schanfigger Wörter – Eine Ergänzung zum Davoser Wörterbuch. Verlag Walservereinigung Graubünden, Chur 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tschiertschen-Praden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]