Tsukiji-Fischmarkt

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Auktion auf dem Tsuikiji-Fischmarkt

Der Tsukiji-Fischmarkt (jap. 築地市場, Tsukiji shijō, dt. „Markt Tsukiji“) im namensgebenden Stadtviertel Tsukiji des Tokioter Stadtbezirks Chūō gilt als größter Fischmarkt weltweit. Der Markt in Tsukiji ist Teil des zentralen Großmarkts, die oft und auch hier verwendete Bezeichnung des Marktes für Ausländer ist insofern irreführend, da in Tsukiji neben Fisch auch Gemüse und Früchte gehandelt werden.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 wurden vom zentralen Großmarkt – weitere Fischmärkte befinden sich in Ōta und Adachi – 615.409 Tonnen (2.246 Tonnen täglich) Fisch und Meeresfrüchte umgesetzt. Rund 90 % des vorgenannten Handelsvolumen entfiel hierbei auf den Tsukiji-Fischmarkt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tsukiji-Fischmarkt während seines Baus
Der Markt 2007

Die geschichtlichen Wurzeln des Fischmarktes reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als der Shogun Tokugawa Ieyasu Fischer aus Ōsaka nach Edo brachte, um seinen Hof mit Fisch zu versorgen. Er gab ihnen auch die Erlaubnis, den nicht an den Hof gelieferten Fisch in der Nähe der Nihombashi zu verkaufen. Parallel entwickelte sich auch der Handel mit Gemüse und Früchten. Der Markt wurde 1923 durch das Große Kanto-Erdbeben stark zerstört, wurde allerdings in Nihonbashi wieder aufgebaut. Erst im Jahre 1935 erfolgte der Umzug nach Tsukiji, wobei die Gebäude im deutschen Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet wurden.[1]

Nach dem Willen des früheren Gouverneurs der Präfektur Tokio, Shintarō Ishihara, sollte der Markt bis zum Ende des Fiskaljahres 2014 (März 2015) nach Toyosu im Bezirk Kōtō verlegt werden. Die Demokratische Partei, die von 2009 bis 2013 stärkste Kraft im Präfekturparlament war, lehnte den Umzugsstandort in einem früheren Gaswerk jedoch zunächst ab, der mit karzinogenen Substanzen kontaminiert ist,[2][3] gab aber letztlich ihren Widerstand auf und stimmte in den Haushaltsberatungen für das Fiskaljahr 2012 mehrheitlich zu, den Umzug zu finanzieren.[4]

Im November 2016 soll die endgültige Stilllegung erfolgen. Auf dem Gelände soll unter anderem ein temporäres Pressezentrum für die Olympischen Sommerspiele 2020 entstehen[5].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tsukiji fish market – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodore C. Bestor: Tsukiji: The Fish Market at the Center of the World. University of California Press, 2004, ISBN 0-520-22023-4, S. 340 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Tsukiji to relocate to Toyosu: Ishihara. DPJ ranks vow to block budget for shift to toxic site. In: The Japan Times. 22. Oktober 2010, abgerufen am 21. Oktober 2010 (englisch).
  3. Fish fight. Tokyo’s governor is starting to look like yesterday’s sushi. In: The Economist. 28. Oktober 2010, abgerufen am 2. November 2010 (englisch).
  4. 築地市場、14年度移転確実に 都議会委が予算案可決. In: nikkei.com. 27. März 2012, abgerufen am 11. Januar 2016 (japanisch).
  5. So long, and thanks for all the fish, in: The Economist, Jan 9th 2016.

Koordinaten: 35° 39′ 41″ N, 139° 46′ 12″ O