Tsunami über Deutschland

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Produktionsdaten
Originaltitel: Tsunami über Deutschland
Autor: Heiner Grenzland
Länge: 54:36 Minuten
Genre: Original-Hörspiel
Gattung: Realsatire / Science-Fiction
Produzent: RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg)
Jahr der Produktion: 2007
Land der Produktion: Deutschland
Sprache der Produktion: Deutsch
Premiere: 18.01.2008, Hörbühne in der Volksbühne Berlin
Erstausstrahlung: 27.01.2008, Kulturradio
Team
Regie: Heiner Grenzland
Regieassistenz: Teresa Schomburg
Produktionsassistenz: Katharina Matz
Casting / Produktion: Jutta Schnirch
Ton & Technik: Peter Avar, Wenke Decker
Redaktion: Regine Ahrem
Besetzung
Sabine Porn, Moderatorin: Sabine Porn
Raiko Thal, Moderator: Raiko Thal
Ulli Zelle, Außenreporter: Ulli Zelle
Nachrichtensprecherin: Nadya Luer
Nachrichtensprecher: Andreas Thieck
Lisa Tanngrebner, Radiopraktikantin: Britta Steffenhagen
Konrad Schüssl, ORF-Reporter: Anton Rattinger
Tilmann Öhlen, Hauptstadtkorrespondent: Gerd Grasse
Radioreporter: Ari Gosch
Prof. Weilheim,
Max Planck Institut:
Uwe Müller
Prof. Pannhaus, Umweltakustiker an
der Uni Bochum:
Friedhelm Ptok
Dr. Peter Schütt, Schallwaffenexperte: Fritz Letsch
Daniel Dreßler, Reporter: Daniel Dreßler
DJ Leviathan: DJ Leviathan, Nerodom
mit Stefan Kaminski (Stimmenimitator) in div. Rollen, sowie Christian Ehrich, Joachim Kaps, Judith Strößenreuter, Ursula Nisser, Jürgen Pittak, Eva Schmidt, der Oberstufenchor des Herder-Gymnasiums Berlin u. v. a.

Tsunami über Deutschland ist ein Hörspiel des Autors und Regisseurs Heiner Grenzland. Es wurde 2007 vom rbb Kulturradio (Rundfunk Berlin Brandenburg) als Hommage an Der Krieg der Welten von H. G. Wells produziert und kam am 18. Januar 2008 an der Hörbühne der Volksbühne Berlin zur Premiere.[1] Die Erstausstrahlung durch den Rundfunk Berlin Brandenburg fand im Sonntagnachmittagsprogramm des 27. Januars 2008 statt.[2]

Gegenstand, Form und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenstand und Thema des Hörspiels ist die mediale Berichterstattung über eine rätselhafte Unwetterwolke, die eine Schneise der Zerstörung durch Deutschland zieht (Route[3]) und sich als akustischer Tsunami[4] entpuppt, d. h. als eine tödliche, alles vernichtende extreme Schallhochdruckwelle, entstanden durch die Lärmemissionen von Autos, Flugzeugen und Industrieanlagen.

Die Berichterstattung über dieses neue Umweltphänomen erfolgt in Form einer Radiosendung, die von Nachrichtenblöcken und Reportagen vom Geschehen durchsetzt ist. Mit der Verschärfung der Situation wird die Berichterstattung in das eigens dafür eingerichtetes „ARD-Krisenberichterstattungs-Center“ in Berlin verlegt, aus dem fortan rund um die Uhr und bundesweit mit Live-Schaltungen zu den Ereignissen vor Ort, Kommentaren, Hintergrundinformationen und Expertenmeinungen informiert wird. Die Entdeckung des akustischen Tsunamis ist eine Sensation, die alle wie ein Fieber erfasst und als mediales Top-Thema von unterschiedlichsten Gruppierungen vereinnahmt wird. Obwohl die Politik den Ernst der Bedrohungslage erkennt und Maßnahmen bis hin zum Einsatz der Bundeswehr ergreift, ist die finale Katastrophe nicht aufzuhalten, es kommt es zum akustischen SuperGAU.

Analogien zwischen „Der Krieg der Welten“ und „Tsunami über Deutschland“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezug auf das wohl berühmteste Hörspiel aller Zeiten, Der Krieg der Welten, ist vielschichtig und geht über den einer bloßen Hommage hinaus. Dazu der Autor: „Ich habe dieses schöne alte Modell (gemeint ist Der Krieg der Welten) in meine Werkstatt gestellt, den Fahrer und die Insassen ausgetauscht, den Motor und das Fahrgestell auf den neuesten technologischen Stand gebracht, mit einer top Farbe gespritzt und dann mit meinen Zielkoordinaten im Navi auf eine frisch geteerte Straße gestellt. Voilà! Der Tsunami über Deutschland![5]

Konzeptionell und hinsichtlich des dramaturgischen Verlaufs sind Der Krieg der Welten und Tsunami über Deutschland sehr ähnlich gebaut. Der Medienwissenschaftler Michèl Gehrke hat die Analogien in seiner Magisterarbeit[6] herausgearbeitet. In beiden Hörspielen wird jeweils ein frei erfundenes Katastrophenszenario als reales Ereignis ausgegeben und in Form einer medialen Berichterstattung mit aller Seriosität und Autorität des Mediums Radio dargestellt.(Beim Hörspiel Tsunami über Deutschland ist die dargestellte Radiosendung anfangs selbst eine Hörspielsendung, also ein Hörspiel im Hörspiel). Die realistische Wirkung wird in Tsunami über Deutschland noch einmal dadurch verstärkt, dass die Radiosprecher echte, in der Öffentlichkeit bekannte Fernseh- und Rundfunkmoderatoren sind, wie z. B. Raiko Thal, Ulli Zelle oder Sabine Porn u. a. Hinzu kommt, dass der akustische Tsunami als „neuartiges Umweltphänomen“ eingeführt wird, wodurch er im Rahmen der aktuellen Klimadebatte erscheint und darüber eine gewisse Glaubwürdigkeit erlangt.

Das Unheimliche und Rätselhafte als Schlüsselelement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wesentliche und für das Funktionieren der Dramaturgie und psychologischen Wirkung entscheidende konzeptionelle Moment ist, dass es im Kern um eine rätselhafte, fremdartige und nicht zu verstehende Bedrohung geht: um eine unheimliche Macht, die final die gesamte Menschheit auszulöschen droht und selbst durch den Einsatz des Militärs nicht aufgehalten werden kann. (In Der Krieg der Welten sind dies Marsmenschen, in Tsunami über Deutschlandist es ein akustischer Tsunami.) Die Berichterstattung über ein solches phänomenales Sujet ist kaum überprüfbar, der Hörer könnte den Wahrheitsgehalt der Nachrichten nur unter großem Aufwand verifizieren und muss sich deshalb auf die Seriosität und Glaubwürdigkeit der Reporter und der vorgeführten Augen- und Ohrenzeugen verlassen – er ist der Berichterstattung regelrecht ausgeliefert und wird von ihrer emotional aufgeladenen Aufbereitung überwältigt. „Hier liegt das Problem für die Wahrheit - und die Chance für die Lüge.“ (Heiner Grenzland)[5]

Der mediale Wahrheitsmechanismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl ein akustische Tsunami (ebenso wie die Marsmenschen) eine reine Fiktion ist, wird sie durch die realistisch inszenierte Berichterstattung zu einer „Wahrheit“, zumindest zu einer medialen. Zugleich wird diese Wahrheit aber wieder „entwirklicht“, weil die auf Sensation und Einschaltquote ausgerichtete Berichterstattung das Geschehen in ein Spektakel, in ein mediales Event transformiert. Der medienkritische Fokus von Tsunami über Deutschland liegt auf dieser Transformation einer echten Bedrohungen in ein spektakuläres Medienereignis – ein Mechanismus, der symptomatisch für das Medienzeitalter ist. Sowohl Der Krieg der Welten als auch Tsunami über Deutschland sind im Graubereich zwischen Realität und Fiktion, zwischen authentischer Nachricht und Fake News angesetzt und demonstrieren, wie ein extrem unwahrscheinliches Ereignis, eine reine Behauptung, durch eine raffinierte mediale Aufbereitung (fast) zu einer „Wahrheit“ werden kann. Dies spiegelt die mediale Befindlichkeit eines bestimmten zeitgeschichtlichen Ausschnittes. In dieser Hinsicht kann Tsunami über Deutschland als ein Lehrstück aus dem digitalen Medienzeitalter gesehen werden.

Unterschiede in Inhalt und Intention[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Der Krieg der Welten am Schluss mit der Rettung in Form eines Bakteriums (die Natur als deus ex machina) aufwartet, endet die akustische Umweltkatastrophe in Tsunami über Deutschland mit der totalen Zerstörung.[7] Der Krieg der Welten ist als ein modernes Märchen gedacht gewesen (das ihm zugrundeliegende Buch auch als politische Satire auf die Kolonialpolitik des britischen Empires) und wird heute weniger als medienkritische Fake-Reportage, sondern vielmehr als klassische Sciencefiction-Erzählung gesehen. Tsunami über Deutschland hingegen setzt voll auf die Reality-Wirkung und fokussiert sich dezidiert und kritisch auf die Mechanismen im Medienbetrieb und das Thema Umweltschutz. Der Autor und Regisseur: „... neben Feinstaub und NOx bedrohen auch die dramatisch ansteigenden Schallemissionen, verursacht durch Autoverkehr, Flugzeuge und Industrieanlagen, unsere Umwelt und Gesundheit. Flapsig gesagt: Lärm ist das neue CO2!“ (Heiner Grenzland)[5]

Glaubwürdigkeit – Ein Mix aus Fake News und authentischen Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tsunami über Deutschland sind die darin verbreiteten Fake News in den flow einer professionell gestalteten und dem Publikum gewohnten Radiosendung eingebettet. So oder so ähnlich könnte jede heutige Sendung verlaufen, von den Nachrichten bis zur Talkshow: Es ist das Muster, nach dem medialen Strukturen überhaupt funktionieren. Ein Ereignis oder Thema jagt das nächste, der dramaturgische Bogen verläuft immer kurzatmiger, die Inhalte werden immer abgefahrener, um ja nur die Spannung, sprich die Einschaltquote, zu halten. Allein schon aufgrund dieser bekannten Abläufe schöpft der Hörer zunächst keinen „Verdacht“. Hinzu kommt, dass der (angebliche) akustische Tsunami in den großen, aktuellen und stark emotional besetzten Zusammenhang der Klima- und Umweltschutzthematik eingebettet ist. Aus der banalen Tatsache, dass Schallemissionen ebenso unsichtbar wie Stickoxide sind und in extremer Akkumulation und Dichte gefährlich sein können, wird so plötzlich ein gewichtiger Glaubwürdigkeitsfaktor.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen Live-Reportagen, Kommentaren, Expertenanalysen, Nachrichten und Augenzeugenberichten in Tsunami über Deutschland ist immer ein Anteil an Wahrheit, Fakten, allgemein Bekanntem und Konventionellem enthalten. Diese Mischung macht es für den Hörer schwer zu erkennen, was gerade ein Fake oder was echt ist. So beispielsweise, wenn

  • aus dem „ARD-Center in Berlin“ nach München zum „Technologieforum Think twice“ geschaltet wird, einer „Gegenveranstaltung zur Münchner Sicherheitskonferenz“, bei der ein „Schallwaffenexperte“ über die „UNO-Schallwaffenkonvention“ doziert.[8] Die Münchner Sicherheitskonferenz gibt es, die UNO und UNO-Konventionen ebenfalls, auch Gegenveranstaltungen zur Münchner Sicherheitskonferenz sind gang und gäbe; einzig der Experte ist nicht echt und der Text der angeblichen Schallwaffen-Konvention, obwohl darin wieder historische Tatsachen mit frei erfundenen Behauptungen vermischt werden.
  • das Max-Planck-Institut in Berlin der Presse die Sensation verkündet, dass „mit dem akustischen Plasma im Kern der Klimawolke in Mecklenburg-Vorpommern eine wissenschaftliche Entdeckung gemacht wurde, wie sie seit 100 Jahren nicht mehr vorgekommen ist“. Auch hier wird in dem Vortrag des angeblichen Professors physikalisches Fachwissen mit einem frei erfundenen Gegenstand zusammengemischt, was vor dem Hintergrund der medial geschürten fiebrigen Sensationsgier ein irgendwie glaubwürdiges Ganzes ergibt.
  • von einem echten DJ in einem echten Club in München behauptet wird, dass in der Underground-Szene heimlich aufgenommene tödlichen Frequenzen aus dem akustischen Tsunami in MusikTracks gemischt würden und gerade ein neuer Trend in der Clubszene entstünde[9] – oder wenn im ARD-Studio eine Journalistin begeistert erzählt, dass im „Düsseldorfer Kunstverein“ eine Ausstellung angekündigt sei, bei der die Künstler in ihren Arbeiten ebenfalls auf das medial allgegenwärtige Phänomen des akustischen Tsunamis rekurrierten. Selbst in diesen abgefahrenen Szenen ist eine gewisse Glaubwürdigkeit enthalten, nicht zuletzt aufgrund der „verbreiteten Ansicht, dass die Welt der Kunst und Kultur hinsichtlich Verrücktheiten keine Grenzen kennt.“ (Heiner Grenzland)
  • der Rundfunk berichtet, dass in Berlin Kundgebungen stattfinden, bei denen z. B. Claudia Roth einen stummen Demonstrationszug in Kreuzberg anführt oder Oskar Lafontaine in Marzahn auf einer Kundgebung der Linkspartei die Bundesregierung auffordert, „in der deutschen Umweltpolitik endlich das Verursacherprinzip einzuführen und die permanente Überschreitung der in den Lärmschutzverordnungen festgesetzten Emissionsgrenzen durch die Großkonzerne nicht länger als Kavaliersdelikt zu behandeln“ – oder wenn Klaus Wowereit (OriginalstimmeA) in einer „live übertragenen Ansprache aus dem Roten Rathaus“ den Berliner im Angesicht der Katastrophe Mut zuspricht.

Gemäß der immanenten Logik (s. o.) werden gegen Ende von Tsunami über Deutschland die Ereignisse immer dramatischer und schriller. Auf die Spitze getrieben ist die Entwicklung, wenn der Reporter Ulli Zelle mit vor emotionaler Anrührung zittriger Stimme live schildert, wie sich vor den Toren Berlins eine riesige „Menschenwelle“ dem akustischen Tsunami entgegenstellt, Beethovens „Ode an die Freude“ aus der Neunten Sinfonie singend und mit entblößten Oberkörpern, um ihre „friedliche Absicht zu demonstrieren.“ Hier gehen die Fake News bis an die Grenze zum Surrealen und es wird eine unterschwellige satirische, manchmal fast zynische Dimension in den Darstellungen spürbar. Trotzdem werden die Wahrnehmungs- und Einordnungskonventionen der Hörer noch voll angesprochen und gleichzeitig wiederum auf der ganzen Linie hinters Licht geführt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irritationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mediale Form der perfekten Simulation von Wirklichkeit ruft auch Kritik hervor, vor allem dann, wenn, wie dies in Tsunami über Deutschland der Fall ist, bedrohliche Inhalte transportiert werden, die ungewollte Auswirkungen wie z. B. Panikreaktionen auslösen können – ganz gleich, ob bei einer größeren Menschenmenge oder auch nur bei wenigen Einzelnen. Ähnlich wie bei Der Krieg der Welten anno 1938 waren auch bei der Ursendung von Tsunami über Deutschland 2008 große Irritationen bei den Hörern zu verzeichnen. Zu den oben bereits genannten Reality-Faktoren kam hinzu, dass zeitgleich zur Sendung ein heftiges Unwetter über die in der Sendung als „Krisenregion“ bezeichneten Gebiete zog, was insbesondere die (Nachrichten hörenden) Autofahrer verunsicherte. So gab es beim Sender zahlreiche Beschwerden bis hin zu Prozessandrohungen. Der Autor beharrte zwar auf der „Notwendigkeit, mit drastischen Mitteln auf eine neue Umweltproblematik hinzuweisen“, hat aber 2017 in einer überarbeiteten Fassung das Hörspiel neu gerahmt und deutlicher als Fiktion erkenntlich gemacht.[10]

Lehrstück für Medienkompetenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tsunami über Deutschland ist kein modernes Märchen, bei dem die hervorgerufenen Irritationen höchste Überraschung bei den Machern verursachten, wie dies bei Der Krieg der Welten der Fall gewesen sein soll. „Das war für uns ein Schock ... Die Invasion von Mars-Monstern war für uns nur ein Märchen“ (Orson Welles).[11] Der „Tsunami über Deutschland“ kann als eine Art mediale Provokation aufgefasst werden, bei der alle Effekte eingeplant und vorprogrammiert sind, um realitätsverzerrende mediale Mechanismen und den dadurch entstehenden Graubereich zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufzuzeigen und so in Zeiten von Fake News einen aufklärerischen Impuls zu setzen.

„Fast jede Lüge lässt sich heute medial als authentischer Fakt darstellen, solange sie – sibyllinisch gesprochen – am Tropf irgend einer Wahrheit hängt. Die Glaubwürdigkeit von Fakten lässt sich nur durch die Analyse ihrer ‚DNA‘ herausfinden ... durch Medienkompetenz, die erlernt und trainiert sein will“ (Heiner Grenzland).[5]

Realitätsbezug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Industrialisierung nimmt die Belastung durch Lärm und Schallemissionen vor allem in den Großstädten kontinuierlich zu. Insofern hat Tsunami über Deutschland einen realistischen Hintergrund. Der umwelt- und gesundheitsschädigende Einfluss von Lärm und hohen Schallemissionen ist medizinisch erkannt und nachgewiesen und dies manifestiert sich politisch im Bundesimmissionsschutzgesetz[12] und in mittlerweile zahlreichen auf Bundes- und Länderebene verabschiedeten Lärmschutzverordnungen.[13] Auch in der Presse wird Lärm als umwelt- und gesundheitsschädigender Faktor seit den 1960er Jahren immer wieder einmal thematisiert.[14] Viele Initiativen, Organisationen und Aktionsbündnisse bemühen sich, über diese Problematik in der Bevölkerung zu informieren.[15] Einer der frühesten und bekanntesten Warner vor zu hohen Schallemissionen ist der Bakteriologe und Nobelpreisträger Robert Koch, der schon anno 1910 in einem Vortrag in Wien prophezeite: „Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Cholera und Pest.“[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volksbühne Berlin
  2. Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb Kulturradio)
  3. Die Schallhochdruckwelle entsteht auf Usedom und zieht von dort aus über Nordostdeutschland in einer Geraden auf Berlin zu und voraussichtlich bis hinunter nach München. Auf ihrem Weg wird sie immer größer und gefährlicher bis sich ihre ganze Zerstörungskraft in einem akustischen GAU entlädt.
  4. Eine Fiktion und Erfindung des Autors
  5. a b c d Aufgezeichnetes Gespräch für Nordwestradio 23. Mai 2008 in München, Sendung Radio Bremen 30. Mai 2008
  6. „Incredible as it may seem ...“ Das Spiel mit dem Hörer, Universität Essen 2010
  7. Prolog directors cut 2017
  8. Schallwaffen Vortrag
  9. Club Nerodom
  10. Directors cut 2017. In knapp vier Minuten schildern im Prolog zwei Überlebende, wie die Welt nach dem akustischen Super-GAU aussieht: Die Menschen leben in einem unterirdischen Bunkersystem, in dem jede nicht lebensnotwendige Schallerzeugung untersagt ist, damit niemals wieder akustische Hochdruckwellen entstehen können. Allerdings gibt es einen Schallemissionspapier-Handel, der es ermöglicht, auch mal eine laute Kellerparty mit Musik zu veranstalten. Ansonsten findet die Kommunikation nur flüsternd statt. Auf der Erdoberfläche sieht es düster aus. Deutschland ist zerstört, eine einzige öde Trümmerlandschaft, über die, kreischenden Feuerstürmen gleich, zig-tausende akustische Tsunamis jagen! Mit dem vorangestellten Dialog wird der Hörer in eine ferne Zukunft gebeamt, aus der er dann mittels einer Rückblende in die Zeit um das Jahr 2010 erfährt, wie der erste akustische Tsunami entdeckt wurde und es zur großen Katastrophe (zur vollkommenen Zerstörung Deutschlands) kam.
  11. Deutschlandfunk
  12. BimSchG Sechster Abschnitt Lärmminderungsplanung
  13. LImSChG Berlin
  14. SPIEGEL 1968, FAZ 2010
  15. Lärmliga Schweiz [1], Tag gegen Lärm
  16. Bekanntes und vielfach in den Medien kolportieres Zitat. Quelle?