Tuczno (Strzelce Krajeńskie)

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Tuczno (deutsch Schönrade) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Strzelce Krajeńskie im Powiat Strzelecko-Drezdenecki (Friedeberg-Driesener Kreis) der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuczno (Schönrade) liegt in der Neumark, etwa 23 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Arnswalde (Choszczno), zwölf Kilometer nördlich der Stadt Friedeberg (Neumark) (Strzelce Krajeńskie) und 17 Kilometer westlich der Stadt Woldenberg (Dobiegniew).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönrade nordwestlich der Stadt Posen, südöstlich der Stadt Arnswalde und nördlich der Stadt Friedeberg (Neumark) auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Schloss Schönrade (Aufnahme 2011)
Schloss Schönrade, 2013

1304 wird der Ort urkundlich unter dem Namen Sconenrade erwähnt.[1] Dss Kloster Bernstein und die Kalandsbruderschaft zu Friedeberg verfügten im Jahr 1361 über landwirtschaftliche Nutzungsrechte im Ort.[1] Schönrade war später ein Rittergut. Im 16. und 17. Jahrhundert hatte die Familie Schöning Besitz in Schönrade,[2][3] die dort auch noch im 19. Jahrhundert saß.[4] Am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Schönrade sechs Vollbauern, zwei Kossäten einen Stellmacher, einen Schmied und eine Försterei mit über 1.100 Morgen Wald.[5] Im Jahr 1837 erwarb der königlich-hannoveranische Staatsbeamte und Politiker Georg Ludwig von Wedemeyer zum Kaufpreis von 148.500 Taler das Rittergut,[6] das er auch noch 1850 besaß.[7]

Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Friedeberg Nm., von 1816 bis 1938 im Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg, von Oktober 1938 bis 1945 im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald darauf das Gebiet unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurde die Bevölkerung des Dorfs vertrieben. Schönrade wurde in Tuczno umbenannt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1804: 186[5]
  • 1840: 297[8]
  • 1858: 402, darunter fünf Juden[1]
  • 1871: 18[9]
  • 1925: 508, darunter 59 Katholiken, keine Juden[10]
  • 1933: 387[11]
  • 1939: 385[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort geboren
Mit dem Ort verbunden
  • Georg Ludwig von Wedemeyer (1781–1867), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, erwarb 1837 das Rittergut Schönrade, verfasste hier im Ruhestand einige Abhandlungen und starb hier
  • Ludwig von Wedemeyer (1819–1875), Jurist, Politiker, starb hier als Gutsbesitzer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Riehl. J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 461.
  • Hedwig von Bismarck: Eine Autobiographie. 19. Auflage, Halle 1910, S. 113–146 (Nachdruck durch Severus Verlag, Hamburg 2012, eingeschränkte Vorschau), ISBN 978-3-86347-228-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Riehl und Scheu (1861), S. 461.
  2. Hans von Schöning und Kurd von Schöning: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Schöning und seinen Gütern. Berlin 1830, S. 175.
  3. E. von Eickstadt: Beiträge zu einem neueren Landbuch de Marken Brandenburg. Magdeburg 1840, S. 301.
  4. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 8, Leipzig 1868, S. 310.
  5. a b Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3, Berlin 1809, S. 190.
  6. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz, Band 3, Brandenburg 1856, S. 485.
  7. Berghaus (1856), S. 477.
  8. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 74, Nr. 139.
  9. Preußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung. Berlin 1873, S. 140, Nr. 77.
  10. http://gemeinde.Schoenrade.kreis-friedeberg.de/
  11. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. friedeberg.html#ew39rschonrade. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).