Tuningen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tuningen
Tuningen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tuningen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 2′ N, 8° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Villingen-Schwenningen
Höhe: 743 m ü. NHN
Fläche: 15,59 km2
Einwohner: 2939 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78609
Vorwahl: 07464
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 061
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Auf dem Platz 1
78609 Tuningen
Website: www.tuningen.de
Bürgermeister: vakant
Lage der Gemeinde Tuningen im Schwarzwald-Baar-Kreis
SchweizLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis EmmendingenLandkreis KonstanzLandkreis TuttlingenLandkreis WaldshutOrtenaukreisLandkreis RottweilBad DürrheimBlumbergBräunlingenBräunlingenBrigachtalDauchingenDonaueschingenFurtwangen im SchwarzwaldGütenbachHüfingenHüfingenKönigsfeld im SchwarzwaldMönchweilerNiedereschachSt. Georgen im SchwarzwaldSchönwald im SchwarzwaldSchonach im SchwarzwaldTuningenTriberg im SchwarzwaldUnterkirnachUnterkirnachUnterkirnachVillingen-SchwenningenVillingen-SchwenningenVillingen-SchwenningenVöhrenbachKarte
Über dieses Bild

Tuningen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Villingen-Schwenningen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuningen liegt auf der Baar, einem Gebiet zwischen dem Schwarzwald im Westen und der Schwäbischen Alb im Osten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuningen grenzt im Norden an die Stadtteile Mühlhausen und Weigheim der Kreisstadt Villingen-Schwenningen, im Osten an den Trossinger Stadtteil Schura und an die Gemeinden Durchhausen und Talheim sowie im Süden und Westen an die Stadtteile Sunthausen und Hochemmingen der Kurstadt Bad Dürrheim.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundes Reizklima, durchschnittlich 1650 Sonnenstunden im Jahr.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Tuningen gehören das Dorf Tuningen und die Höfe Birkenhof, Erlenhof, Haldenhof, Lindenhof, Lochenrain, Obere Mühle, Schonwiesen und Untere Mühle.

Im Gemeindegebiet Tuningens liegt die abgegangenen Ortschaft Kalkhof. Östlich von Tuningen liegt das Schänzle, das als keltische Viereckschanze zu deuten ist.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuningen wurde im Jahre 797 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt. Ab 1813 gehörte der Ort zum Oberamt Tuttlingen, aus dem 1934 der Landkreis Tuttlingen wurde. Seit der Kreisreform von 1973 gehört Tuningen zum Schwarzwald-Baar-Kreis.

Im Jahre 1876 hatte Tuningen 1642 Einwohner und war damit nach Tuttlingen und Trossingen die drittgrößte Gemeinde des Oberamts Tuttlingen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer evangelischen und einer römisch-katholischen Kirchengemeinde gibt es in Tuningen auch eine Gemeinde der Methodisten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 23. Mai 2014 ergab sich die folgende Sitzverteilung[3]. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,6 % (2009: 57,3 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei / Liste % Sitze Ergebnis 2009
Freie Liste Tuningen 49,5 % 6 Sitze 41,7 %, 5 Sitze
Liste für Bürgerbeteiligung und Umwelt 29,7 % 4 Sitze 25,0 %, 3 Sitze
Unabhängige Wählervereinigung 20,8 % 2 Sitze 33,3 %, 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2003 wurde Jürgen Roth 56,5 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Im Juli 2011 wurde er mit 95,2 % der Stimmen wiedergewählt.

Roth trat zum 1. Januar 2019 sein neues Amt als Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen an, weshalb das Amt des Tuninger Bürgermeister derzeit (1. Januar 2019) vakant ist.[4] Zu seinem Nachfolger wurde am 31. März 2019 der bisherige Leiter des Straßenverkehrsamtes des Schwarzwald-Baar-Kreises Ralf Pahlow (* 1968[5], CDU[6]) gewählt. Er war der einzige Kandidat, der Amtsantritt ist für den 1. Mai 2019 geplant.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tuninger Wappen stellt eine Heckenrose dar.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuningen pflegt seit 1998 partnerschaftliche Beziehungen zu der italienischen Stadt Camogli in der Metropolitanstadt Genua.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tuninger Heimatmuseum wurde am 23. März 1997 im Zuge der 1200-Jahr-Feier, eingeweiht. Die Ausstellung soll Einblick in das Leben und den Alltag der Tuninger von einst gewähren. Das Museum ist jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 14.00–17.00 Uhr geöffnet (Januar bis Mai und Oktober bis Dezember).

Michaelskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Michaelskirche[8][9][10] im Ort hatte außerhalb des Ortes zwischen Sunthausen und Tuningen eine Vorläuferkirche, die dem St. Gallus geweihte war und wohl im 30-jährigen Krieg abgebrochen wurde. Schon 1537 wurde auf Beschluss des Vogtes und der Bevölkerung gegen den Widerstand der Stadt Villingen die Reformation eingeführt. Erster evangelischer Pfarrer war Johannes Khym. Die heutige Kirche wurde im 17. Jahrhundert innerhalb des Ortes erbaut, der Turm datiert 1686. 1728 bis 1731 wurde sie durch Landbaumeister Georg Friedrich Mayer aus Stuttgart zu einer typischen Querkirche mit polygonalem Sakristei-Anbau vergrößert und mit hufeisenförmiger Anordnung von Gestühl und Dreiseiten-Empore auf die Kanzel und darunter/davor den Altar ausgerichtet. Sie erhielt den Namen Michaelskirche, da es vermutlich auf dem Friedhof in Tuningen bereits in vorreformatorischer Zeit eine Michaelskapelle gab, die auch als Pfarrkirche diente. 1857 wurde die Außenfassade samt Turm renoviert. 1901 erfolgte durch Architekt Heinrich Dolmetsch eine historisierende Umgestaltung mit Dachstuhlerneuerung und dem Einbau von Farbverglasungen mit Maßwerk- und Bordüren-Ornamenten aus der Glasmaler-Werkstatt Ludwig & Theodor Wilhelm in Rottweil. 1966 bis 1968 wurde sie innen sowie 1990 außen renoviert. Im Jahre 1766 wird erstmals eine Kirchenorgel in der Tuninger Ortskirche erwähnt, die 1842 durch eine neue Orgel an der Ostempore ersetzt wurde. 1982 erhielt die Kirchengemeinde die heutige Orgel der Firma Georges Heintz aus Schiltach. Von der älteren Ausstattung sind die Kanzel, das Altargitter und der Altar mit aufgesetztem Fünf-Wunden-Kreuz erhalten.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein Tuningen e. V. wurde 1920 unter dem Namen Fussballclub Teutonia Tuningen 1920 gegründet. Am 2. August 1947 fand dann eine Wiedergründung unter dem Namen Sportverein Tuningen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuningen liegt im Kreuz Bundesstraße 523 (TuttlingenVillingen-Schwenningen) und Bundesautobahn 81 (WürzburgGottmadingen) und hat eine eigene Anschlussstelle (Nr. 36). Den ÖPNV gewährleistet der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuningen verfügt über eine Grundschule mit Ganztagesangebot. Für die jüngsten Einwohner bestehen ein kommunaler und ein evangelischer Kindergarten.

Die Volkshochschule Tuningen stellt eine Außenstelle der Volkshochschule Villingen-Schwenningen dar. Die Leitung der Schule wird seit 1987 von Frau Barbara Groh übernommen. Pro Semester werden etwa 25–30 Kurse und Veranstaltungen angeboten. Diese finden in den Räumlichkeiten der Grund- und Hauptschule, des kommunalen Kindergartens, sowie in der Sporthalle statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 604.
  3. Wahlportal 2014 des Südkurier (Memento des Originals vom 9. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahl.suedkurier.de- abgerufen am 19. Juli 2015.
  4. https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.tuningen-zeitpunkt-fuer-wahl-ungewiss.762b04e0-0978-4e10-a435-9793a03bb9a1.html
  5. https://www.ralf-pahlow.de/newpage
  6. https://www.suedkurier.de/region/schwarzwald/bad-duerrheim/Erster-Kandidat-gefunden-Ralf-Pahlow-will-Buergermeister-in-Tuningen-werden;art372507,10012041
  7. https://www.nq-online.de/nq_54_45562_Ralf-Pahlow-mit-911-Prozent-zum-Buergermeister-von-Tuningen-gewaehlt.html
  8. Gottlob Gruhler, Unsere Tuninger Kirche, Tuningen 1996
  9. Ellen Pietrus: Heinrich Dolmetsch. Die Kirchenrestaurierungen des württembergischen Baumeisters; Stuttgart 2008, Seite 354 f
  10. Jörg Widmaier: Kirche stellt sich quer – Die Suche nach dem „idealen“ evangelischen Kirchenbau in Baden-Württemberg; in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege 46. Jg., Nr. 4/2017, Stuttgart 2017, Seite 244-249 [246 f] - Jörg Widmaier berücksichtigt leider – außer der Schlosskirche Stuttgart – nicht die weiteren Querkirchen der Renaissance und des Barock in Württemberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tuningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Tuningen – in der Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879