Turks- und Caicosinseln

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Turks and Caicos Islands
Turks- und Caicosinseln
Flagge der Turks- und Caicosinseln
Wappen der Turks- und Caicosinseln
Flagge Wappen
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Cockburn Town
Staatsform Britisches Überseegebiet
Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II.

vertreten durch
Gouverneur Nigel Dakin
Regierungschef Premierministerin Sharlene Cartwright-Robinson
Fläche 616 km²
Einwohnerzahl 31.458 (2012)[1]
Bevölkerungsdichte 51 Einwohner pro km²
Währung US-Dollar (USD)
Nationalhymne God Save the Queen
Zeitzone UTC−5
UTC−4 (März bis November)[2]
ISO 3166 TC, TCA, 796
Internet-TLD .tc
Telefonvorwahl +1 (649) siehe NANP
BahamasKubaHaitiNavassaJamaikaTurks- und CaicosinselnDominikanische RepublikPuerto RicoAmerikanische JungferninselnBritische JungferninselnMartiniqueDominicaGuadeloupeMontserratAntigua und BarbudaAnguillaSint Maarten/ Saint MartinSaint Kitts and NevisSint EustatiusSabaGuatemalaMexikoBelizeKaimaninselnVereinigte StaatenTurks and Caicos Islands in its region.svg
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Turks and Caicos Islands 1976 CIA map.jpg

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Die Turks- und Caicosinseln, manchmal auch nur Turks & Caicos genannt, sind ein Britisches Überseegebiet in der Karibik. Es setzt sich aus zwei Inselgruppen, den Turks- und den Caicos-Inseln, zusammen.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namensbestandteil „Turks“ leitet sich von dem autochthonen Kaktus Melocactus intortus (englisch Turk’s cap cactus) ab, einem Kaktus mit einem charakteristischen roten Fruchtkörper, den die Namensgeber mit der damals charakteristischen Kopfbedeckung der Türken, dem Fes assoziierten. „Caicos“ leitet sich ab von der Bezeichnung „caya hico“ für „Inselkette“, welche die Lucayaner der Inselgruppe gaben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Turks- und Caicosinseln werden, obwohl geographisch im Atlantik gelegen, noch zur Karibik gezählt; die beiden kleinen Inselgruppen bilden die südöstlichen Ausläufer der Bahamas. Ungefähr 150 km südlich liegt die Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik, 50 km südwestlich die zu den Bahamas gehörende Inselgruppe Inagua, 65 km nordwestlich die Insel Mayaguana der Bahamas.

Die Gesamtfläche aller Inseln beträgt etwa 616 km².[3] Hauptstadt ist Cockburn Town auf Grand Turk.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung zählte im Januar 2012 etwa 31.500 Menschen,[1] bestehend aus den Nachfahren afrikanischer Sklaven und einer gemischt europäischen Minderheit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche indigene Bevölkerung bildeten die Taino, welche wahrscheinlich von den Lucayanern verdrängt oder assimiliert wurden. Die indigene Bevölkerung war um die Mitte des 16. Jahrhunderts aufgrund von Krankheiten und Sklaverei ausgelöscht.

Über die Entdeckung der Inseln durch die Europäer gibt es verschiedene Theorien: Einige Historiker sind der Überzeugung, dass Christoph Kolumbus im Jahr 1492 nicht in San Salvador oder Samana Cay auf den Bahamas landete, sondern auf Grand Turk am heutigen Ankerplatz Hawks Nest. Offiziell gilt heutzutage aber Juan Ponce de León, der 1513 erstmals von den Inseln berichtete, als europäischer Entdecker der Inseln.

Im 17. Jahrhundert wurden die Inseln von Bermuda aus besiedelt und befanden sich später unter spanischer, französischer und britischer Kontrolle. Von 1776 bis 1848 waren sie Teil der britischen Kolonie der Bahamas, und von 1848 bis 1959 gehörten sie zum damals ebenfalls noch britischen Jamaika; 1959 wurden sie zur eigenen Kolonie erklärt. Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung. Seit etwa 1976 gab es immer wieder Bestrebungen, unabhängig zu werden, seit etwa 1982 ruhen diese allerdings.

1974 gab es erste Bestrebungen im kanadischen Parlament, die Inseln als elfte Provinz in den kanadischen Staatsverband aufzunehmen.[4][5] Der Gesetzesvorschlag fand jedoch keine Mehrheit und wurde somit abgelehnt. Seit 2003 gibt es jedoch erneute Bestrebungen in diese Richtung. Dafür müsste jedoch erstens Großbritannien die Inseln in die Unabhängigkeit entlassen und zweitens jede einzelne kanadische Provinz zustimmen; gerade Letzteres ist infolge der sehr komplizierten kanadischen Verfassungsprozeduren wenig erfolgversprechend.

Im September 2008 wurden die Inseln von den kurz aufeinander folgenden Hurrikanen Hanna und Ike stark getroffen. Vor allem die Turksinseln und South Caicos erlitten starke Zerstörungen.[6][7]

Auf Grund von Korruptionsvorwürfen erklärte das britische Außenministerium die Regierung der Turks- und Caicosinseln im August 2009 für abgesetzt. Das Parlament wurde aufgelöst und die Verfassung, die die Autonomie von Großbritannien regelt, außer Kraft gesetzt. Die Amtsgeschäfte wurden von Gouverneur Gordon Wetherell übernommen. Ex-Premier Galmo Williams warf der Regierung in London Rekolonialisierung und Bruch von EU-Recht vor.[8]

2011 wurde eine geänderte Verfassung beschlossen, die am 15. Oktober 2012 in Kraft trat. Allgemeine Wahlen fanden am 9. November 2012 statt, am 13. November 2012 wurde Rufus Ewing als neuer Premierminister vereidigt, und am 28. November 2012 trat das neue Parlament erstmals zusammen. Dort kündigte Gouverneur Ric Todd die Einrichtung einer von ihm geleiteten Kommission zur Vorbereitung der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich an, die von beiden im Parlament vertretenen Parteien angestrebt wird.

Zu mehreren politischen Themen gibt es Unstimmigkeiten mit London, beispielsweise bezüglich der Einführung einer Mehrwertsteuer, die auf den Inseln abgelehnt wird. Von London wird jedoch eine langfristige Stabilisierung der Finanzen der Inseln angestrebt, die ab 2016 nicht mehr durch britische Bürgschaften abgesichert werden sollen.

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Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Turks- und Caicosinseln sind ein Überseegebiet des Vereinigten Königreichs. Die 2011 erlassene Verfassung ist seit dem 15. Oktober 2012 in Kraft.

Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II., die durch einen von ihr ernannten Gouverneur vertreten wird.

Das Parlament (House of Assembly) zählt 21 Mitglieder, nämlich 15 für vier Jahre gewählte Mitglieder, vier ernannte Mitglieder, den Generalstaatsanwalt (ohne Stimmrecht) und den Sprecher. Für die Parlamentswahlen bilden die Turks- und Caicos-Inseln sowohl einen einzigen gemeinsamen Wahlkreis wie auch zehn Wahlkreise. Von den 15 gewählten Parlamentsmitgliedern werden fünf Mitglieder im gemeinsamen Wahlkreis gewählt sowie je ein Mitglied für jeden der zehn Wahlkreise.

Der Mehrheitsführer im Parlament wird vom Gouverneur zum Premierminister ernannt. Die Regierung (Kabinett) setzt sich aus dem Gouverneur, dem Premierminister, bis zu sechs weiteren Ministern aus den Reihen der gewählten oder ernannten Mitglieder des Parlaments, dem stellvertretenden Gouverneur und dem Generalstaatsanwalt zusammen.

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem die Turks- und Caicosinseln auf der schwarzen Liste der Steueroasen auftauchen.[9]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Turks- und Caicos-Inseln sind in sechs Verwaltungsdistrikte aufgeteilt, zwei davon auf den Turks-Inseln und vier auf den Caicos-Inseln. Die Verwaltungsdistrikte werden von Distriktkommissaren geleitet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carlton Mills: A History of the Turks & Caicos Islands. Macmillan Caribbean, London 2009, ISBN 978-1-4050-9894-6 (englisch).
  • Herbert E. Sadler, Marjorie Sadler, Karen Collins: Turks Islands Landfall. A History of the Turks & Caicos Islands. Marjorie E. Sadler, Grand Turk 1997, ISBN 976-8138-62-9 (englisch).
  • Theodoor de Booy: The Turks and Caicos Islands, British West Indies. In: Geographical Review. Band 6, Nr. 1, Juli 1918, ISSN 0016-7428, S. 37–51, JSTOR:207448 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Turks- und Caicosinseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 2012 Population and Housing Census – Preliminary Report. (PDF; 1,69 MB) In: caribbeanelections.com. KnowledgeWalk Institute, S. 26, abgerufen am 2. Oktober 2019 (englisch).
  2. Zeitzonen Turks- und Caicosinseln. In: timeanddate.de. Time and Date AS, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  3. Physical Characteristics. (PDF; 23 kB) Landflächen der Turks- und Caicosinseln. Department of Economic Planning and Statistics, Government of Turks and Caicos, archiviert vom Original am 25. März 2009; abgerufen am 2. Oktober 2019 (englisch).
  4. flaggenlexikon.de
  5. canadiancontent.net
  6. Times-Online am 8. September 2008
  7. Turks and Caicos Weekly News
  8. Karibikinseln Turks & Caicos. Briten putschen im eigenen Paradies. Spiegel Online, 15. August 2009
  9. Martin Hirsch: EU will neue schwarze Liste von Steueroasen. Pressemeldung der Austria Presse Agentur (APA). In: trend.at. 28. Januar 2016; abgerufen am 21. Oktober 2019

Koordinaten: 21° 45′ N, 71° 35′ W