Turmbergbahn

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Turmbergbahn
Strecke der Turmbergbahn
Streckenlänge: 0,315 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 362 
Höchstgeschwindigkeit: 7,2 km/h
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,315 Bergstation
Strecke – geradeaus
   
Abtsche Weiche in Streckenmitte
Strecke – geradeaus
Kopfbahnhof – Streckenende
0,000 Talstation
Technische Daten
Fahrweg
Betriebseröffnung: 1. Mai 1888
Gleislänge: 315 m
Spurweite: 1.000 mm
Höhenunterschied: 100 m
max. Steigung: 36,2 %
Zugseil
Durchmesser: 26 mm
Rechnerische Bruchlast: 43,05 t
Wagen
max. Besatzung: 52 Personen
(davon 21 Sitzplätze)
Betrieb
Geschwindigkeit: 7,2 km/h (2 m/s)

Die Turmbergbahn ist eine Standseilbahn, die von Karlsruhe-Durlach aus auf den Turmberg (256 m ü. NN) führt. Sie wurde am 1. Mai 1888 eröffnet und ist damit die älteste fahrbereite Standseilbahn in Deutschland.[1]

Auf einer Streckenlänge von 315 m überwindet die Bahn eine Höhendifferenz von 100 m bei einer maximalen Steigung von 36,2 %.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Durlacher Turmbergbahn wurde am 1. Mai 1888 dem Betrieb übergeben. Der Antrieb erfolgte durch Schwerkraft mit Wasserballast, d. h. ein Tank im talwärts fahrenden Wagen wurde mit der erforderlichen Menge Wasser befüllt und zog den bergwärts fahrenden nach oben. Die meterspurige Strecke war ursprünglich zweigleisig, außerdem besaß sie zusätzlich eine Riggenbach-Zahnstange zur Bremsung der Fahrzeuge.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Fahrbetrieb kurzzeitig unterbrochen, jedoch bald wieder aufgenommen. Schwerwiegender waren die Beschädigungen durch Kampfhandlungen im Jahre 1945, so dass die Bahn erst im Frühjahr 1946 wieder fahren konnte.

Die Bahn wurde 1966 umfassend umgebaut. Dabei wurde der Wasserballast-Antrieb durch einen elektrischen Antrieb ersetzt, neue Wagen beschafft und die dreischienige, nur im Bereich der Ausweiche zweigleisige Strecke (ähnlich dem Fahrweg der Nerobergbahn) zu einer eingleisigen mit in der Mitte liegenden Abtschen Ausweiche umgebaut. Die Bahnhofsgebäude an der Tal- und Bergstation wurden durch Neubauten ersetzt. Mehrfach, zuletzt 2004, wurde das Antriebsseil erneuert. Überlegungen zur Verlängerung der Bahn bis zur Straßenbahnhaltestelle am Fuße des Turmbergs wurden nicht weiterverfolgt.

Älteste Standseilbahn Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Turmbergbahn ist die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn Deutschlands. Es gab nur zwei ältere Bahnen, die aber beide ihren Betrieb eingestellt haben: die 1877 eröffnete Drahtseilbahn in Zeitz und die 1887 eröffnete Malbergbahn. Allerdings befinden sich bei der Turmbergbahn weder Fahrzeuge noch Infrastruktur im Originalzustand. Die ursprüngliche Bauweise ist vergleichbar mit der zeitgleich gebauten und technisch sehr ähnlichen Nerobergbahn in Wiesbaden. Dort blieb der Wasserballastantrieb und die Form des Gleisaufbaus bis heute erhalten. Sie wurde aber fünf Monate später fertiggestellt.

Ausflugsziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turmberg ist ein beliebtes Ausflugsziel und – bei klarer Sicht – ein geschätzter Aussichtspunkt mit Blick auf die Rheinebene, den Pfälzerwald und das Elsass. Auf dem Turmberg liegt die Sportschule Schöneck, in der sich u. a. die Fußball-Weltmeisterschaftself von 1954 unter Sepp Herberger auf das WM-Turnier vorbereitet hat, und die Restaurants von Sören Anders.

Die Turmbergbahn ist nicht Rollstuhl-geeignet (Zugang über Stufen, außerdem sehr schmale Türen).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Stolz: Die Turmbergbahn in Durlach. In: Manfred Koch (Hrsg.): Unter Strom: Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Karlsruhe. Badenia-Verlag, Karlsruhe 2000, ISBN 3-7617-0324-4
  • Klaus E. R. Lindemann (Hrsg.): 100 Jahre Turmberg-Bahn. INFO Verlag, Karlsruhe 1988, ISBN 3-88190-037-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Broschüre "Daten und Fakten 2011", Stadt Karlsruhe - Amt für Stadtentwicklung, 36. Ausgabe, S. 4, Hrsg: Amt für Stadtentwicklung

Koordinaten: 48° 59′ 52″ N, 8° 29′ 0″ O