Turnerschaft Salia-Jenensis

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Turnerschaft Salia-Jenensis

Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschulort: Göttingen
Hochschule/n: Georg-August-Universität Göttingen
Gründung: 1. Dezember 1855
Gründungsort: Jena
Korporationsverband: VC ab 1896, Coburger Convent bis 1968
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Fuchsenfarben:
Mütze: rote kleine Tellermütze
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: freischlagend
Wahlspruch: In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omibus caritas
Website: www.salia-jenensis.de

Die Turnerschaft Salia-Jenensis ist eine farbentragende Studentenverbindung in der Tradition der Turnerschaften. Sie vereint Studenten und ehemalige Studenten der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Mitglieder werden „Salier“ genannt. Salia-Jenensis hat die Farben „Rot-Gold-Blau“, dazu wird eine rote Mütze getragen. Der Wahlspruch lautet: In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omibus caritas (Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber Nächstenliebe).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Ausrichtung als Turnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Universitätsstadt Jena wird am 1. Dezember 1855 im „Goldenen Greiff“ ein studentischer Bund mit dem Namen Tapiria gegründet, anfangs als lockerer Zusammenschluss zur Freizeitgestaltung. Schon 1856 gibt es einen Zirkel und ab 1858 wird das heutige gemeinsame Band mit den Farben Rot-Gold-Blau eingeführt.[1] Am 2.12.1865 erfolgt die Namensänderung von Tapiria in Salia. Der Name Tapiria passt nicht mehr zu der inzwischen straff geleiteten Verbindung. Salia betreibt in den folgenden Jahren die Vereinigung aller schwarzen satisfaktionsgebenden Verbindungen aller Universitäten zu einem gemeinsamen Kartellverband, der in den Folgejahren eine wechselvolle Zeit mit etlichen Änderungen der Namen und Mitglieder des Kartells durchläuft. 1896 tritt Salia unter dem Namen ATV Salia dem Vertreter-Convent (VC), einem Kartellverband schlagender, sportlich orientierter Verbindungen bei. Einige Jahre später wird ein Hausbauverein gegründet, ein Grundstück erworben und 1908 das eigene, repräsentative Haus bezogen. Der erste Weltkrieg bringt erhebliche Einschränkungen des Universitäts- und Bundeslebens, so dienen 201 von den damals 295 Saliern als Soldaten, 40 Bundesbrüder fallen an den Fronten. [2] Nach dem Kriege kommt das Studentenleben in Jena nur langsam wieder in Gang, unter aktiver Mitwirkung der Salia wird 1918 der AStA der Universität gegründet. In den 1920er Jahren spielt die Salia eine führende Rolle in Jena und auf nationaler universitärer Ebene, unter anderen durch den Bau eines Stadion im thüringischen Bad Blankenburg, dem von Salia geförderten Zentrum für Sport- und Festveranstaltungen des VC. Am 30. 5. 1926 erhält Salia für seine Verdienste für den Sport die Thüringische Staatsmedaille.

Salia zur Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1933 wurde mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten das Verbindungswesen zunehmen stärker eingeschränkt. Nach zähen Auseinandersetzungen, z.T. gewalttätiger Art musste sich auch die Turnerschaft Salia trotz hinhaltenden Widerstands dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund anschließen, das Verbindungshaus wird enteignet. Salia überlebt als Kameradschaft Magnus von Eberhardt (General im I. Weltkrieg), in die auch die befreundete Jenenser Turnerschaft Borussia aufgenommen wurde. Im II. Weltkrieg hielten die Bundesbrüder über diese Kameradschaft Kontakt, der nach dem Krieg zur Wiedergründung in Göttingen führte. [3]

Wiedergründung in Göttingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949 ergriff der Altherrensohn Malte Möller in Göttingen die Initiative, mit einigen Kommilitonen und Unterstützung durch Alte Herren den „Salischen Kreis“ zu gründen. 1950 beschließt der AH-Convent den salischen Kreis als Akivitas der Salia anzuerkennen. 1950 diente zunächst eine Gartenlaube als Treffpunkt, später werden dann Räume der Burschenschaft Holzminda genutzt. Zur gleichen Zeit wird eine Zusammenarbeit mit der Altherrenschaft der Turnerschaft Askania Berlin begonnen, in deren Folge die Altherrenschaft der Salia ab 1953 aus Saliern, Jenaer Preussen und Berliner Askaniern besteht. Die Verbindung nennt sich seitdem Salia-Jenensis als Hinweis auf den Gründungsort an der Universität Jena. Auf nationaler Ebene wird 1951 der CC, Coburger Convent, ein Zusammenschluss des ehemaligen VC (Turnerschaften) und DL (Landsmannschaften) gegründet, die Salia-Jenensis tritt diesem Verband bei. 1957 kauft die Altherrenschaft ein Haus am Nikolausbergerweg, das bis heute als Verbindungshaus dient. Es verfügt über attraktive Gesellschaftsräume, Balkons, Garten und einige Studentenzimmer. Wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten, tritt Salia-Jenensis 1968 aus dem Coburger Convent aus. Vor allem für die Mensur - Salia-Jenenis und eine Reihe befreundeter Verbindungen strebten das fakultative Fechten an, der CC bestand auf der Beibehaltung der Bestimmungsmensur – fand sich kein Kompromiss. 1990, gleich nach der Wiedervereinigung, wurde der Kontakt mit der Gründungsstadt/-universität Jena zunehmend aktiviert. Das Salia-Haus in Jena hatte den Krieg nahezu unversehrt überstanden, es dient jetzt als Institut der Universität Jena. Alle Bemühungen, das alte Haus wieder zu erlangen, scheiterten 2002 an der unklaren Rechtslage zum Zeitpunkt der Enteignung. Jena wird seit der Wiedervereinigung regelmäßig für Festveranstaltungen besucht, von einer Rückkehr der Aktivitas nach Jena wurde nach intensiven Diskussionen abgesehen, vor allem, weil der überwiegende Teil der Alten Herren inzwischen in Göttingen aktiv geworden war.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Apfelstedt, R.: Geschichte der Turnerschaft Salia zu Jena. Jena 1912.
  • Schrader, E.: Geschichte der Turnerschaft Salia zu Jena, II. Teil: 1911-1930. Jena 1930.
  • Jessel, F.: Geschichte der Turnerschaft Salia-Jenensis. Dritter Teil: 1930-1985. Heilbronn 1987.
  • Künzel, O. 1919: Rot-Gold-Blau. Reprint 2011: ISBN 978-3-940891-04-4

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Apfelstedt, R.: Geschichte der Turnerschaft Salia zu Jena. Jena 1912.
  2. Schrader, E.: Geschichte der Turnerschaft Salia zu Jena, II. Teil: 1911-1930. Jena 1930.
  3. Jessel, F.: Geschichte der Turnerschaft Salia-Jenensis. Dritter Teil: 1930-1985. Heilbronn 1987.