U-17-Fußball-Europameisterschaft der Frauen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
U-17-Fußball-Europameisterschaft der Frauen
Logo
Abkürzung U-17 EM der Frauen
Verband UEFA
Erstaustragung 2008
Mannschaften 4
Spielmodus K.-o.-System (ab Halbfinale)
Titelträger DeutschlandDeutschland Deutschland (7. Titel)
Rekordsieger DeutschlandDeutschland Deutschland (7 Titel)
Rekordspieler SpanienSpanien Candela Andújar (10 Spiele)
Rekordtorschütze DeutschlandDeutschland Shekiera Martinez (9 Tore)
Website www.uefa.com
Qualifikation für U-17-WM der Frauen

Die UEFA U-17 Europameisterschaft der Frauen (englisch: UEFA Women's UNDER17 Championship) ist ein Wettbewerb für europäische Nationalmannschaften für Frauen unter 17 Jahren. Der Wettbewerb, der jährlich durch die UEFA organisiert wird, wurde erstmals in der Saison 2007/2008 in Turnierform ausgespielt. Außerdem dient der Wettbewerb alle zwei Jahre als Qualifikation zur U-17 Weltmeisterschaft der Frauen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seiner Sitzung am 22. Mai 2006 in Gleneagles, nördlich von Glasgow in Schottland, genehmigte das UEFA-Exekutivkomitee die Einführung einer U-17-Fußball-Europameisterschaft für Frauen ab der Saison 2007/08. Man reagierte damit auf die Einführung der U-17-Weltmeisterschaft durch die FIFA. Die erste Endrunde mit 4 Mannschaften fand in der Zeit vom 20. bis 23. Mai 2008 in Nyon (Schweiz) am Sitz der UEFA statt. Sieger wurde Deutschland durch einen 3:0-Sieg über Frankreich. Auch die folgenden 5 Turniere fanden in Nyon statt. Ab der Saison 2013/14 qualifizieren sich 8 Mannschaften für die Endrunde, die nun auch jeweils in einem anderen Gastgeberland (2013/14: England, 2014/15: Island, 2015/16: Weißrussland) ausgetragen wird.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wettbewerb wird in drei Phasen ausgetragen. Zunächst gibt es zwei Qualifikationsrunden. In jeder Qualifikationsrunde werden Gruppen zu je vier Mannschaften gebildet, von denen eine Nation als Ausrichter fungiert. Innerhalb der Gruppen spielt jede Mannschaft einmal gegen jede andere. In der ersten Runde kommen die Gruppensieger und -zweiten sowie die vier besten Gruppendritten weiter. Bei der Ermittlung der besten Gruppendritten werden allerdings nur die Ergebnisse gegen den Gruppensieger und -zweiten berücksichtigt.

In der zweiten Qualifikationsrunde wurden bis 2013 vier Gruppen zu je vier Mannschaften gebildet, die ebenfalls in Turnierform gegeneinander spielten. Die vier Gruppensieger erreichten das Endturnier. Bei der Endrunde wurden zunächst zwei Halbfinals ausgespielt. Die Halbfinalsieger spielten dann im Finale den Europameister aus. Die Halbfinalverlierer spielten um Platz 3.

Seit der Saison 2013/2014 wird die Endrunde mit 8 Teilnehmern ausgetragen und dann jeweils in einem anderen Land, deren Mannschaft dann automatisch qualifiziert ist.[1] Da auch die Zahl der gemeldeten Mannschaften zunahm, wurde auch die Zahl der Qualifikationsgruppen der beiden Phasen erhöht. Zudem können die besten Mannschaften gemäß UEFA-Koeffizient Freilose für die zweite Qualifikationsrunde erhalten, z. B. Spanien für 2017. So hatten für die Austragung 2017 bereits 45 Mannschaften plus Gastgeber gemeldet, von denen 44 in der ersten Qualifikationsrunde in elf und 24 in der zweiten Qualifikationsrunde in sechs Gruppen antraten, von denen die sechs Gruppensieger und der beste Gruppenzweite die Endrunde erreichten. Bei der Endrunde spielen die acht teilnehmenden Mannschaften zunächst in zwei Vierergruppen aus denen sich die Gruppensieger und -zweiten für das Halbfinale qualifizieren. Ab da wird wie vor 2014 verfahren. Das Spiel um Platz 3 findet seitdem aber nur noch statt wenn dieses Turnier auch als Qualifikation für die alle zwei Jahre stattfindende U-17-Weltmeisterschaft dient, da sich der Dritte neben den beiden Finalisten für die WM qualifiziert.

Die Spielzeit beträgt abweichend vom Seniorinnenbereich zweimal vierzig, die der Verlängerung zweimal zehn Minuten.

Erstteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den neun bislang ausgetragenen Fußballeuropameisterschaftsendrunden gab es insgesamt zwanzig unterschiedliche Teilnehmer. Die nachfolgende Übersicht zeigt, bei welcher Endrunde welches Land erstmals teilnahm. Anzahl der Teilnehmer in Klammern.

Jahr Erstteilnehmer
2008 (4) DanemarkDänemark Dänemark DeutschlandDeutschland Deutschland EnglandEngland England FrankreichFrankreich Frankreich
2009 (4) NorwegenNorwegen Norwegen SpanienSpanien Spanien  
2010 (4) IrlandIrland Irland NiederlandeNiederlande Niederlande  
2011 (4) IslandIsland Island  
2012 (4) SchweizSchweiz Schweiz  
2013 (4) BelgienBelgien Belgien PolenPolen Polen SchwedenSchweden Schweden  
2014 (8) ItalienItalien Italien OsterreichÖsterreich Österreich PortugalPortugal Portugal SchottlandSchottland Schottland
2015 (8) keine Erstteilnehmer
2016 (8) WeissrusslandWeißrussland Weißrussland1 TschechienTschechien Tschechien SerbienSerbien Serbien  
2017 (8) keine Erstteilnehmer
2018 (8) LitauenLitauen Litauen1 FinnlandFinnland Finnland  
2019 (8) BulgarienBulgarien Bulgarien1  
1 als Gastgeber qualifiziert.

Die Turniere im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Gastgeber Finale Spiel um Platz drei 1
Sieger Ergebnis 2. Platz 3. Platz Ergebnis 4. Platz
2008
Details
Schweiz
(Nyon)
DeutschlandDeutschland
Deutschland
3 : 0 FrankreichFrankreich
Frankreich
DanemarkDänemark
Dänemark
4 : 1 EnglandEngland
England
2009
Details
Schweiz
(Nyon)
DeutschlandDeutschland
Deutschland
7 : 0 SpanienSpanien
Spanien
FrankreichFrankreich
Frankreich
3 : 1 NorwegenNorwegen
Norwegen
2010
Details
Schweiz
(Nyon)
SpanienSpanien
Spanien
0 : 0 n. V.
(4 : 1 i. E.)
IrlandIrland
Irland
DeutschlandDeutschland
Deutschland
3 : 0 NiederlandeNiederlande
Niederlande
2011
Details
Schweiz
(Nyon)
SpanienSpanien
Spanien
1 : 0 FrankreichFrankreich
Frankreich
DeutschlandDeutschland
Deutschland
8 : 2 IslandIsland
Island
2012
Details
Schweiz
(Nyon)
DeutschlandDeutschland
Deutschland
1 : 1
(4 : 3 i. E.)
FrankreichFrankreich
Frankreich
DanemarkDänemark
Dänemark
0 : 0
(5 : 4 i. E.)
SchweizSchweiz
Schweiz
2013
Details
Schweiz
(Nyon)
PolenPolen
Polen
1 : 0 SchwedenSchweden
Schweden
SpanienSpanien
Spanien
4 : 0 BelgienBelgien
Belgien
2014[2] Details England DeutschlandDeutschland
Deutschland
1 : 1
(3 : 1 i. E.)
SpanienSpanien
Spanien
ItalienItalien
Italien
0 : 0
(4 : 3 i. E.)
EnglandEngland
England
2015
Details
Island SpanienSpanien
Spanien
5 : 2 SchweizSchweiz
Schweiz
FrankreichFrankreich
Frankreich
DeutschlandDeutschland
Deutschland
2016
Details
Weißrussland DeutschlandDeutschland
Deutschland
0 : 0
(3 : 2 i. E.)
SpanienSpanien
Spanien
EnglandEngland
England
2 : 1 2 NorwegenNorwegen
Norwegen
2017
Details
Tschechien DeutschlandDeutschland
Deutschland
0 : 0
(3 : 1 i. E.)
SpanienSpanien
Spanien
NorwegenNorwegen
Norwegen
NiederlandeNiederlande
Niederlande
2018
Details
Litauen SpanienSpanien
Spanien
2 : 0 DeutschlandDeutschland
Deutschland
FinnlandFinnland
Finnland
2 : 1 2 EnglandEngland
England
2019
Details
Bulgarien DeutschlandDeutschland
Deutschland
1 : 1
(3 : 2 i. E.)
NiederlandeNiederlande
Niederlande
PortugalPortugal
Portugal
SpanienSpanien
Spanien
2020
Details
Schweden –:–
2021
Details
Färöer –:–
2022
Details
Bosnien und Herzegowina –:–
1 Seit 2015 wird kein Spiel um Platz 3 mehr ausgetragen. Bei den aufgeführten Halbfinalisten unterlag der erstgenannte dem späteren Europameister, der zweitgenannte dem anderen Finalisten.
2 Kein Spiel um Platz 3 im eigentlichen Sinne, sondern Play-Off zur Ermittlung des dritten europäischen Startplatzes bei der U17-WM der Frauen.

Rangliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Land Titel Jahr(e) 2. 3. 4. HF
1 DeutschlandDeutschland Deutschland 7 2008, 2009, 2012, 2014[2], 2016, 2017, 2019 1 2 / 1
2 SpanienSpanien Spanien 4 2010, 2011, 2015, 2018 4 1 / 1
3 PolenPolen Polen 1 2013 / / /
4 FrankreichFrankreich Frankreich 3 1 / 1
5 NiederlandeNiederlande Niederlande 1 / 1 1
6 SchweizSchweiz Schweiz 1 / 1
7 IrlandIrland Irland 1 / /
SchwedenSchweden Schweden 1 / /
9 DanemarkDänemark Dänemark / 2 /
10 EnglandEngland England / 1 3
11 FinnlandFinnland Finnland / 1 /
ItalienItalien Italien / 1 /
13 NorwegenNorwegen Norwegen / / 2 1
14 BelgienBelgien Belgien / / 1
IslandIsland Island / / 1
16 PortugalPortugal Portugal / / / 1

Anmerkung: HF = Aus im Halbfinale, kein Spiel um Platz 3

Ewige Tabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Aufstellung fasst die Ergebnisse aller Europameisterschaften zusammen. Spiele, die nach Elfmeterschießen entschieden wurden, werden als Unentschieden mit dem Stand nach Ende der Verlängerung gewertet. Die Tore im Elfmeterschießen dienen nur zur Ermittlung des Siegers.

Rang Land Teiln. Spiele Siege Remis Niedl. Tore Punkte
1 DeutschlandDeutschland Deutschland 11 39 23 10 6 104:36 79
2 SpanienSpanien Spanien 10 37 22 12 3 78:27 78
3 EnglandEngland England 7 25 11 3 11 55:49 36
4 FrankreichFrankreich Frankreich 7 18 7 4 7 25:27 25
5 NiederlandeNiederlande Niederlande 4 14 6 3 5 28:21 21
6 NorwegenNorwegen Norwegen 4 14 5 2 7 16:22 17
7 SchweizSchweiz Schweiz 2 7 3 2 2 09:13 11
8 ItalienItalien Italien 3 11 2 5 4 04:09 11
9 FinnlandFinnland Finnland 1 5 3 0 2 09:05 9
10 DanemarkDänemark Dänemark 3 7 2 2 3 06:05 8
11 PolenPolen Polen 2 5 2 2 1 06:08 8
12 PortugalPortugal Portugal 2 7 2 1 4 05:17 7
13 IrlandIrland Irland 3 8 1 2 5 01:10 5
14 OsterreichÖsterreich Österreich 2 6 1 1 4 05:11 4
15 SerbienSerbien Serbien 1 3 1 0 2 06:06 3
16 SchwedenSchweden Schweden 1 2 0 1 1 02:03 1
17 SchottlandSchottland Schottland 1 3 0 1 2 02:05 1
18 TschechienTschechien Tschechien 2 6 0 1 5 03:17 1
19 BelgienBelgien Belgien 1 2 0 0 2 01:07 0
20 BulgarienBulgarien Bulgarien 1 3 0 0 3 01:08 0
21 WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 1 3 0 0 3 01:19 0
22 IslandIsland Island 2 5 0 0 5 03:22 0
23 LitauenLitauen Litauen 1 3 0 0 3 00:21 0

(Stand: 17. Mai 2019)

Torschützenköniginnen / Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torschützenköniginnen
Jahr Spielerin Tore
2008 DeutschlandDeutschland Dzsenifer Marozsán 2
2009 DeutschlandDeutschland Kyra Malinowski 8
2010 IrlandIrland Megan Campbell
DeutschlandDeutschland Silvana Chojnowski
SpanienSpanien Paloma Lazaro
DeutschlandDeutschland Melanie Leupolz
DeutschlandDeutschland Lena Petermann
SpanienSpanien Raquel Pinel
SpanienSpanien Amanda Sampedro
1
2011 DeutschlandDeutschland Annabel Jäger
DeutschlandDeutschland Lina Magull
4
2012 DeutschlandDeutschland Pauline Bremer
FrankreichFrankreich Kadidiatou Diani
2
2013 SpanienSpanien Nahikari García 2
2014 DeutschlandDeutschland Jasmin Sehan
SpanienSpanien Andrea Sánchez
4
2015 DeutschlandDeutschland Stefanie Sanders 6
2016 SpanienSpanien Lorena Navarro
EnglandEngland Alessia Russo
5
2017 DeutschlandDeutschland Melissa Kössler 3
2018 DeutschlandDeutschland Shekiera Martinez 9
2019 NiederlandeNiederlande Nikita Tromp 6
Rekordmarke

(Stand: 17. Mai 2019)

Seit 2008 wird für jedes Turnier auf
uefa.com die „Goldene Spielerin“ benannt.
Die bisherigen Preisträgerinnen sind:

Goldene Spielerin
Jahr Spielerin
2008 DeutschlandDeutschland Alexandra Popp
2009 DeutschlandDeutschland Kyra Malinowski
2010 SpanienSpanien Dolores Gallardo
2011 SpanienSpanien Alba Pomares
2012 FrankreichFrankreich Sandie Toletti
2013 PolenPolen Ewa Pajor
2014 SpanienSpanien Andrea Sánchez
2015 DeutschlandDeutschland Stefanie Sanders
2016 DeutschlandDeutschland Caroline Siems
2017 DeutschlandDeutschland Lena Oberdorf
Spielerin auch Europameisterin

Beste Torschützin in Qualifikation und Endrunde: Vivianne Miedema (Niederlande) 20 Tore 2012/13[3]

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turnier Orte Stadien Meldungen1 Teams Spiele Tore Tore Zuschauer Zuschauer Gelbe Karten Gelbe Karten Gelb-Rote Karten Gelb-Rote Karten Platzverweise/Rote Karten Platzverweise/Rote Karten
2008 1 1 40 4 4 13 3,25
2009 1 1 40 4 4 18 4,50
2010 1 1 40 4 4 7 1,75
2011 1 1 41 4 4 19 4,75
2012 1 1 42 4 4 10 2,50
2013 1 1 44 4 4 5 1,25
2014 4 4 44 8 162 37 2,31 17 1,06 1 0,06 1 0,06
2015 4 6 44 8 15 45 3,00 10 0,67 0 0,00 0 0,00
2016 4 5 47 8 162 58 3,63 14 0,88 0 0,00 1 0,06
2017 4 5 46 8 15 44 2,93 26 1,73 0 0,00 0 0,00
2018 3 3 46 8 162 61 3,81 20 1,25 0 0,00 2 0,13
2019 4 4 47 8 15 47 3,13 27 1,80 1 0,07 0 0,00
Jeweilige Rekordmarke
1 Gezählt werden die fristgerecht abgegebenen Meldungen unabhängig davon ob ggf. vor Beginn der Qualifikation zurückgezogen bzw. nicht angetreten wurde; einschließlich Gastgeber.
2 Einschließlich der Entscheidungsspiele für die Teilnahme an der U-17-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. England, Island und Belarus U17-Gastgeber. In: uefa.com. UEFA, 20. März 2012, abgerufen am 3. August 2013.
  2. a b Die Endrunde fand bereits im November/Dezember 2013 statt, zählt aber zur Saison 2013/14
  3. Patrick Hart: Russo und Navarro sind die Toptorschützinnen. In: uefa.com. UEFA, 16. Mai 2016, abgerufen am 17. Mai 2016.