U-Bahn-Linie 35 (Bochum)

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U35 CampusLinie
   
Schloß Strünkede
   
Herne Bf
   
Herne Mitte
   
Archäologie-Museum/Kreuzkirche
   
Hölkeskampring
   
Berninghausstraße
   
Stadtgrenze Herne–Bochum
   
Rensingstraße
   
Riemke Markt
   
Zeche Constantin
   
Feldsieper Straße
   
Deutsches Bergbau-Museum
   
Bochum Rathaus (Nord)
   
Bochum Hbf (Turmbahnhof, tief)
   
Oskar-Hoffmann-Straße
   
Waldring
   
Rampe Universitätsstraße
   
Wasserstraße
   
Brenscheder Straße
   
Markstraße
   
Gesundheitscampus (ehem. Bellenkamp/Klinikum)
   
Ruhr-Universität
   
Lennershof (BO)
   
Hustadt (TQ)
   
Technologiequartier (geplant)
   
Hochschule Bochum (geplant)

Die U35 CampusLinie der Stadtbahn Bochum verbindet die Städte Bochum und Herne und hat 22 Stationen. Sie beginnt im Herner Stadtteil Baukau am Schloss Strünkede, hat Stationen in der Herner Innenstadt und am dortigen Bahnhof, führt durch den Bochumer Stadtteil Riemke, unterquert den Bochumer Hauptbahnhof und führt oberirdisch durch Querenburg über die Ruhr-Universität zur Endhaltestelle Hustadt. Mit rund 85.000 Fahrgästen[1] täglich ist sie die meistbenutzte Linie der Bochumer Stadtbahn. Betrieben wird sie von der Bogestra.

Verlauf

Auf der Universitätsstraße verkehren die Züge in Mittellage

Die U35 beginnt im Herner Stadtteil Baukau am Schloß Strünkede. Sie unterquert den Herner Bahnhof und quert (zwischen den Haltestellen Berninghausstraße und Rensingstraße) unterirdisch die Stadtgrenze Herne/Bochum. Bedeutende unterirdische Stationen auf Bochumer Stadtgebiet sind Deutsches Bergbau-Museum, Bochum Rathaus (Nord) und Bochum Hauptbahnhof. Letzte unterirdische Station in Richtung Hustadt ist Waldring, ab der Station Wasserstraße fährt sie oberirdisch in Mittellage der Universitätsstraße bis zur Endstation Hustadt. Alle oberirdischen Halte in diesem Bereich sind stadtbahnmäßig ausgebaut. Die oberirdische Strecke verläuft komplett auf eigenem Bahnkörper und weist lediglich zwischen den Haltestellen Wasserstraße und Brenscheder Straße höhengleiche Kreuzungen auf. An diesen insgesamt drei Kreuzungen besitzt sie jedoch eine Vorrangschaltung. Damit entspricht die U35 fast einer Voll-U-Bahn.

Die Betriebswerkstatt befindet sich an der Hofsteder Straße 252 in Riemke.

Geschichte

Der erste Abschnitt der U35 von Herne Schloß Strünkede bis zum Bochumer Hauptbahnhof wurde am 2. September 1989 eröffnet. Im November 1993 wurde dann der Abschnitt Bochum Hauptbahnhof – Hustadt in Betrieb genommen. Dazu wurden die alten Stationen völlig umgebaut, da die Betonarchitektur aus den 70er Jahren inzwischen als zu wuchtig und unmodern angesehen wurde. Die Haltestelle Klinikum wurde bei der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb aufgegeben, da die geplante Universitätsklinik nicht realisiert wurde.

U35 CampusLine an der Haltestelle Ruhr-Universität

Vor der Eröffnung der U35 verkehrte die Straßenbahnlinie 305 zwischen Herne Bahnhof und der Hustadt in Querenburg. Zwischen 1989 und 1993 fuhr übergangsweise die 306 von Wanne-Eickel Hauptbahnhof zur Hustadt. Sowohl die Linien (30)5 als auch 306 wurden während der Vorlesungszeiten an der Ruhr-Universität durch Busse verstärkt, da die damaligen etwa 20 Meter langen Fahrzeuge das Verkehrsaufkommen zwischen dem Hauptbahnhof und der Universität trotz Fünfminutentakt nicht bewältigen konnten. Erst seit die Linie 1993 auf die 28 Meter langen B-Wagen umgestellt wurde, die zudem noch zumindest teilweise in Doppeltraktion verkehrten, konnte die Bogestra auf diese Verstärker-Busse verzichten.

Um einen reinen Doppeltraktionsbetrieb zu gewährleisten, wurden zwischen 2007 und 2008 sechs Triebwagen vom Typ Tango beschafft.

Auf Wunsch der Stadträte Bochums und Hernes erhielt die Linie U35 am 12. Juni 2011 den Zusatz CampusLinie.[2] Anstelle der alten Haltestelle Klinikum wurde am 18. November 2017 die neue Station Gesundheitscampus eröffnet, die den geplanten Biomedizinpark und den Gesundheitscampus NRW besser an den öffentlichen Nahverkehr anbindet.[3]

U-Bahnhof Deutsches Bergbau-Museum

Planung

Hinter der Endhaltestelle Hustadt befindet sich eine nach rechts über die Fahrbahn schwenkende Brücke, die als Vorleistung für die Verlängerung der damaligen Straßenbahnstrecke nach Witten gebaut wurde. Statt der ursprünglich geplanten Verlängerung nach Witten soll die U35 neuesten Planungen zufolge in Zukunft bis zur Fachhochschule in Querenburg verkehren. Sollte dieses Vorhaben realisiert werden, ist eine Verlängerung bis nach Witten gemäß den alten Stadtbahnplänen ohne Aufspaltung in zwei Linien nahezu unmöglich. Ein Weiterbau zum Kemnader See wäre dagegen auch dann denkbar. Es wurde allerdings im Rahmen der IGVP[4] mit einem nicht ausreichenden Kosten-Nutzen-Koeffizienten bewertet.

Eine weitere Verlängerung von Herne nach Recklinghausen (die vor der U35 bis 3. Oktober 1982[5] bestehende Straßenbahnlinie von Herne nach Recklinghausen ist dafür ein Vorbild) ist darüber hinaus in Planung, wurde aber ebenfalls nach IGVP[6] mit einem nicht ausreichenden Kosten-Nutzen-Koeffizienten bewertet. Beide Projekte sind damit als Vorhaben der Stufe 2 im Rahmen des Bedarfplans Schiene eingestuft; eine Realisierung ist daher unrealistisch.

Die hauptsächlich eingesetzten 25 Fahrzeuge vom Typ B80D sollen technisch von Stadler-Rail überholt werden, da für die aktuelle technische Ausrüstung die Ersatzteilbeschaffung nicht mehr planbar ist. Damit verbunden ist die Anschaffung sechs neuer Fahrzeuge des Types "Tango" des Herstellers Stadler, die nicht technisch kompatibel zu dem SIBAS16 der jetzigen B80D sind, aber dafür mit der überarbeiteten Variante[7]. Gemischte Doppeltraktionen wären damit also möglich. Für die sechs bereits vorhandenen Tango-Bahnen wurde die ursprünglich spezifizierte elektrische Kuppelbarkeit zu den B80D-Fahrzeugen zu einer rein mechanischen Kuppelbarkeit reduziert.

Einzelnachweise

  1. "Stadtbahn- und U-Bahn- Betriebswerkstatt Riemke - Bogestra". Abgerufen am 24. Oktober 2019. (PDF; 140 KB)
  2. Bericht auf bogestra.de
  3. Bewerbung der Stadt Bochum für den Gesundheitscampus; dort S. 20, letzter Absatz (PDF; 4,5 MB)
  4. Integrierte Gesamtverkehrsplanung NRW - Vorhaben 11009
  5. WILLKOMMEN BEI DER STRASSENBAHN IN RECKLINGHAUSEN! Abgerufen am 27. Februar 2019.
  6. Integrierte Gesamtverkehrsplanung NRW - Vorhaben 15019
  7. Verstärkung für die BOGESTRA-Stadtbahnflotte. Abgerufen am 23. Oktober 2019.