U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bahnsteig des U-Bahnhofs Neue Grottkauer Straße
Nördliches Zugangsbauwerk mit Rampe

Der U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße ist eine Station der Linie U5 der Berliner U-Bahn im Ortsteil Hellersdorf. Bei der BVG wird er unter dem Kürzel GK geführt. Aufgrund der Internationalen Gartenausstellung 2017 soll die Station zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 in Kienberg (Gärten der Welt) umbenannt werden.[1][2]

Lage und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof liegt im Einschnitt östlich der Hellersdorfer Straße. Er verfügt über einen Mittelbahnsteig, der durchgehend von einer einstieligen Stahlbetonkonstruktion überdacht wird. Kennfarbe der Station, die sich an den Dachstützen und im Eingangsbereich wiederfindet, ist Grau.[3] Es bestehen Ausgänge an beiden Enden; im Süden über eine Fußgängerbrücke zur Hellersdorfer Straße und Erich-Kästner-Straße sowie im Norden zur Neuen Grottkauer Straße. Letzterer verfügt ferner über eine Rampe als barrierefreien Zugang. Die Projektierung des Baus oblag dem Entwurfs- und Vermessungsbetrieb der Deutschen Reichsbahn, Betriebsteil Magdeburg.[4]

Am U-Bahnhof befindet sich eine Kuppelstelle zur Verbesserung der Bahnstromversorgung.[5]

Die Entfernung zu den benachbarten U-Bahnhöfen Kaulsdorf-Nord und Cottbusser Platz beträgt 865 beziehungsweise 755 Meter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof wurde im Rahmen der Verlängerung der damaligen Linie E nach Hönow gebaut und wird seit dem 1. Juli 1989 regulär bedient.[6] Die Station sollte zunächst den Namen Kaulsdorf-Nordost erhalten,[7] hieß dann jedoch bei Eröffnung Heinz-Hoffmann-Straße (Kürzel: Hm).[6] Die Heinz-Hoffmann-Straße war nach dem Armeegeneral und DDR-Verteidigungsminister Heinz Hoffmann benannt. 1991 stufte der Berliner Senat die Heinz-Hoffmann-Straße als eine der Straßen ein, die nach „aktiven Gegnern der Demokratie und zugleich geistig-politischen Wegbereitern der stalinistischen Gewaltherrschaft, des DDR-Regimes und anderer kommunistischer Unrechtsregime“ benannt waren und strebte eine Einbeziehung der Straße in die bereits existierende, weiter östlich gelegene Grottkauer Straße an.[8] Im Vorgriff darauf wurde die Station am 2. Oktober 1991 in Grottkauer Straße umbenannt. Die geplante Umbenennung scheiterte jedoch am Widerstand der Anwohner der Heinz-Hoffmann-Straße, die sich erfolgreich gegen eine Umnummerierung der Häuser wehrten.[9] Deshalb wurde die Heinz-Hoffmann-Straße 1992 in Neue Grottkauer Straße umbenannt. Die Station war dadurch nach einer Straße benannt, die in 500 Meter Entfernung lag. Zur Korrektur erhielt die Station schließlich am 29. September 1996 ihren jetzigen Namen.[7]

Rechtzeitig bis zum Beginn der Internationalen Gartenausstellung 2017 im benachbarten Erholungspark Marzahn soll der Bahnhof saniert werden und u. a. einen Aufzug, ein neues Dach sowie neue Beleuchtungsmittel erhalten.[10] Ebenso ist eine Umbenennung in Kienberg (Gärten der Welt) geplant.[11] Die Kosten für alle Maßnahmen werden auf rund 6,6 Millionen Euro veranschlagt. Hiervon werden 3,3 Millionen Euro durch das Förderprogramm BENE (Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung) finanziert, 500.000 Euro für den barrierefreien Ausbau trägt das Land Berlin, die restlichen Kosten übernimmt die BVG.[12] Unweit des Bahnhofs soll der Ausgangspunkt einer Kabinenseilbahn entstehen, die das Ausstellungsgelände überqueren wird.[13] Die Arbeiten für die Ständer der Seilbahn haben im Spätsommer 2015 begonnen.

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof wird seit Eröffnung von der Linie U5 (bis 1990: Linie E) der Berliner U-Bahn bedient. Es besteht eine Umsteigemöglichkeit zur Omnibus-Linie 197.

Linie Verlauf
Berlin U5.svg Alexanderplatz – Schillingstraße – Strausberger Platz – Weberwiese – Frankfurter Tor – Samariterstraße – Frankfurter Allee – Magdalenenstraße – Lichtenberg – Friedrichsfelde – Tierpark – Biesdorf-Süd – Elsterwerdaer Platz – Wuhletal – Kaulsdorf-Nord – Neue Grottkauer Straße – Cottbusser Platz – Hellersdorf – Louis-Lewin-Straße – Hönow

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verkehrsgeschichtliche Blätter e. V. (Hrsg.): U5. Geschichte(n) aus dem Untergrund. Zwischen „Alex“ und Hönow. Verlag GVE, Berlin 2003, ISBN 3-89218-079-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße soll Kienberg-Gärten der Welt heißen. In: Der Tagesspiegel. 10. März 2015, abgerufen am 13. März 2015.
  2. BVG baut U5-Bahnhof bis zur IGA 2017 um. In: BVG. 10. Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  3. Hans-Christian Kaiser, Bodo Nienerza: Bauten, Anlagen und Ausrüstungen (Stand: 1989). In: U5. Geschichte(n) aus dem Untergrund. Zwischen „Alex“ und Hönow. 2003, S. 95.
  4. Hans-Christian Kaiser, Bodo Nienerza: Bauten, Anlagen und Ausrüstungen (Stand: 1989). In: U5. Geschichte(n) aus dem Untergrund. Zwischen „Alex“ und Hönow. 2003, S. 94.
  5. Hans-Christian Kaiser, Bodo Nienerza: Bauten, Anlagen und Ausrüstungen (Stand 1989). In: U5. Geschichte(n) aus dem Untergrund. Zwischen „Alex“ und Hönow. 2003, S. 101.
  6. a b Hans-Christian Kaiser, Bodo Nienerza: U-Bahn-Anschluß für Hellersdorf. In: U5. Geschichte(n) aus dem Untergrund. Zwischen „Alex“ und Hönow. 2003, S. 87 ff.
  7. a b André Loop: Neue Grottkauer Straße. In: Die Berliner U-Bahn-Galerie. Abgerufen am 13. Januar 2012.
  8. Herbert Mayer: [www.luise-berlin.de Im Dschungel der Straßennamen.] Edition Luisenstadt, S. 33, archiviert vom Original, abgerufen am 7. Januar 2012.
  9. Neue Grottkauer Straße; Abschnitt Geschichte. In: Kauperts Straßenführer durch Berlin. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  10. Harald Ritter: BVG plant Umgestaltung der Station Neue Grottkauer Straße zur IGA 2017. In: Berliner Woche. 5. Februar 2015, abgerufen am 10. Februar 2015.
  11. U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße soll Kienberg-Gärten der Welt heißen. In: Der Tagesspiegel. 10. März 2015, abgerufen am 13. März 2015.; U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße erhält neuen Namen. In: Berliner Zeitung, 18. September 2015, S. 15.
  12. Drucksache 17/17587. Abgeordnetenhaus Berlin, 21. Dezember 2015, abgerufen am 13. Januar 2016 (PDF).
  13. IGA-Seibahn Gärten der Welt – Berlin

Koordinaten: 52° 31′ 43″ N, 13° 35′ 26″ O