U-Bahnhof Tierpark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bahnsteig des U-Bahnhofs Tierpark

Der U-Bahnhof Tierpark ist eine Station der Berliner U-Bahn-Linie U5 im Ortsteil Friedrichsfelde. Er befindet sich direkt vor den Toren des Berliner Tierparks und ist der einzige in der DDR erbaute unterirdische U-Bahnhof. Bei der BVG wird er unter dem Kürzel Tk geführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach Eröffnung des Tierparks im Jahr 1955 bemühte sich der damalige Direktor Heinrich Dathe um einen Schnellbahn-Anschluss, um den Besuchern lange Wege zu ersparen. Bereits ein Jahr später wurde dazu eine oberirdische Fortführung der Linie E (heute: U5) vom U-Bahnhof Friedrichsfelde ausgehend über das Gelände der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde bis zur Treskowallee (heute: Am Tierpark) projektiert, wo sich parallel zu dieser etwa auf Höhe des Friedrichsfelder Schlosses der zweigleisige Endbahnhof befinden sollte. Obwohl diese Lösung wesentlich kostengünstiger als eine unterirdische Fortführung gewesen wäre, wurde die Planung verworfen, da eine weitere Fortführung nach Karlshorst ohnehin eine unterirdische Strecke notwendig machte und der Vorschlag als zu einfach angesehen wurde. Daher wurde zunächst der Friedrichsfelder U-Bahnhof mit dem Zusatz Tierpark versehen.

Zum Ende der 1960er Jahre wurde die Planung wieder aufgegriffen. Ausschlaggebend war diesmal allerdings nicht der Anschluss des Tierparks an das U-Bahn-Netz, sondern die bevorstehende Einstellung der Straßenbahn-Strecke durch die Straße der Befreiung (heute: Alt-Friedrichsfelde, Teil der – auf gemeinsamer Trasse verlaufenden – Bundesstraßen B 1 und B 5). Diese führte vom Bahnhof Lichtenberg, ausgehend bis zum Tierpark, und hätte bei Wegfall eine Lücke im Netz hinterlassen. Die Aufgabe der U-Bahn, die ebenfalls in Lichtenberg hielt, war es, diese Lücke zu schließen.

Obwohl die Zustimmung diesmal vorhanden war, wurde vorerst kein offizieller Beschluss zum Weiterbau der Linie gefasst. Da der mit dem Bau beauftragte VEB Tiefbau mit seinen Kapazitäten nicht ausgelastet war, fand dennoch am 19. September 1969 unter Anwesenheit der Direktoren der Berliner Verkehrsbetriebe ein erster „heimlicher“ Rammschlag statt. Als Ort wurde bewusst der Platz des späteren U-Bahnhofs gewählt, da so ein Baustopp am wenigsten zu erwarten gewesen wäre.

Nach fast vierjähriger Bauzeit wurde der Bahnhof am 25. Juni 1973 eröffnet. Die rund 1,2 Kilometer lange Neubaustrecke verläuft ausschließlich unterirdisch und schwenkt kurz vor dem Endbahnhof nach Süden, wo sie parallel zur Straße Am Tierpark verläuft. Vor dem neuen Haupteingang des Tierparks befindet sich schließlich der Bahnhof.

Dieser wurde, angelehnt an die vorherigen Bahnhöfe der Linie E, ebenfalls in anderthalbfacher Tieflage angelegt. Er verfügt an beiden Bahnsteigenden über mehrere Ausgänge, die zum Tierpark, dem neu gebauten Hans-Loch-Viertel und direkt zur Straßenbahn führen. Da bereits beim Bau ein weiterer Bahnsteig für eine Linie MarzahnOberschöneweide unterhalb berücksichtigt wurde, fiel der Bahnsteig mit zwölf Metern Breite geringfügig größer aus als andere. Gestützt wird die Station von einer doppelten, grün gefliesten Pfeilerreihe. Die Wände sind im Mauerwerksverband gefliest und cremefarben gehalten. Der Boden ist wie bei den anderen Stationen ebenfalls asphaltiert.

Der etwa fünf Meter breite Raum zwischen den Stützen wurde völlig von Bahnhofsaufbauten befreit, Fahrkartenautomaten oder Bänke befinden sich deshalb meist zwischen den Pfeilern längs zur Fahrtrichtung. Das Dienstgebäude für das Aufsichtspersonal wurde etwa drei Meter über dem Boden angelegt. Ziel war, die Sicherheit auf dem Bahnsteig zu erhöhen, vor allem für Kindergruppen, die so leichter überschaubar waren. Für den Durchgang zum Tierpark fertigte die Künstlerin Dagmar Glaser-Lauermann ein etwa 20 Quadratmeter großes Wandmosik mit Tier- und Pflanzenmotiven.[1]

Hinter dem Bahnhof befanden sich eine dreigleisige Kehranlage sowie ein doppelter Gleiswechsel vor dem Bahnhof. Da die Linie in den 1980er Jahren entgegen den ursprünglichen Planungen nicht nach Karlshorst, sondern entlang der ehemaligen VnK-Strecke nach Hellersdorf geführt werden sollte, mussten die Anlagen schließlich entsprechend umgebaut werden. Die neue Strecke nutzt zunächst die Gleise der Kehranlage und schwenkt dann in einer engen Linkskurve parallel zur VnK-Strecke und taucht dann auf. Die Kehrgleise wurden so umgestaltet, dass sie nur noch von Friedrichsfelde aus zu erreichen sind. Der Gleiswechsel vor dem Bahnhof wurde auf ein Gleis zurückgebaut, sodass die aus der Kehranlage kommenden Züge in Richtung Friedrichsfelde anschließend wieder auf das „richtige“ Gleis schwenken können.

Nach der Verlängerung der Linie 5 am 1. Juli 1988 wird die Kehranlage des Bahnhofs Tierpark lediglich bei Bauarbeiten oder Sonderfahrten genutzt.

Seit Dezember 2008 besitzt der Bahnhof einen Aufzug zur Straßenoberfläche und erleichtert somit den Umstieg zur oberirdisch verlaufen Nord-Süd-Tangente der Berliner Straßenbahn. Die Kosten für den Bau des Aufzugs beliefen sich auf 425.000 Euro.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Musikvideo zu Paul van Dyks We are alive wurde größtenteils im U-Bahnhof Tierpark und in den dazugehörigen Zuführungen und Unterführungen gedreht.

Linie Verlauf
Berlin U5.svg Alexanderplatz – Schillingstraße – Strausberger Platz – Weberwiese – Frankfurter Tor – Samariterstraße – Frankfurter Allee – Magdalenenstraße – Lichtenberg – Friedrichsfelde – Tierpark – Biesdorf-Süd – Elsterwerdaer Platz – Wuhletal – Kaulsdorf-Nord – Kienberg (Gärten der Welt) – Cottbusser Platz – Hellersdorf – Louis-Lewin-Straße – Hönow

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Bock (Hrsg.): U5 Zwischen Alex und Hönow. Geschichte(n) aus dem Untergrund. GVE e. V., Berlin 2003. ISBN 3892180792.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Heidicke: o.T. [Illustrierter Kurzbericht zum Wandmosaik von Dagmar Glaser-Lauermann im U-Bahnhof Tierpark]. In: Berliner Zeitung. Berlin 10. Mai 1973, S. 6.
  2. Pressemeldung der Berliner Verkehrsbetriebe, 15. Dezember 2008

Koordinaten: 52° 29′ 47″ N, 13° 31′ 24″ O