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U.S. Gold

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U.S. Gold
Rechtsform Tochterunternehmen von Centresoft
Gründung 1984
Auflösung April 1996
Auflösungsgrund Übernahme durch Eidos Interactive
Sitz Birmingham, Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Branche Softwareentwicklung

U.S. Gold war ein britischer Videospiel-Verlag und Entwickler, der von Mitte der 1980er Jahre bis Mitte der 1990er Jahre im Spielemarkt für 8-Bit, 16-Bit and 32-Bit Computern tätig war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U.S. Gold wurde in Birmingham im Jahr 1984 von Geoff Brown als Publishing-Abteilung von Centresoft, einer Computerspiel-Vertriebsgesellschaft gegründet. Hauptziel von U.S. Gold war es, populäre amerikanische Amiga, Atari- und Commodore 64-Spiele in Großbritannien und Europa zu veröffentlichen. Dies erwies sich als ein Meilenstein für die britische Games-Publishing Szene, in der bis zu diesem Zeitpunkt nur wenige amerikanische Spiele veröffentlicht wurden.

Brown entschloss sich, nicht nur den Preis der U.S. Gold Spiele auf £ 9,99 zu erhöhen, sondern auch die Spiele mit Vollfarb-Anzeigen in den damals populären Computer Zeitschriften zu bewerben. Nachdem in Großbritannien der ZX Spectrum und später der Amstrad CPC zu den beliebtesten Heimcomputern gehörten, musste Brown die Spiele für das britische Fernsehformat umprogrammieren lassen, da es für diese Rechner keine entsprechende Anpassung gab, d. h., er musste eine Entwicklung-Abteilung für U.S. Gold in England aufbauen.

Brown tat sich mit dem britischen Verlag Ocean Software aus Manchester zusammen, die verantwortlich für die Konvertierung der ersten U.S. Gold-Spiele waren. Diese Zusammenarbeit wurde aber mit der Zeit schwieriger, da Ocean mehr und mehr mit der Entwicklung ihrer eigenen Spiele beschäftigt war. Brown entschied sich daher, seine Firma als unabhängigen britischen Entwickler mit eigenen Entwicklungsstudios aufzustellen. U.S. Gold hatte zwei Entwicklungsstudios, die für die Firma arbeiteten: Silicon Dreams und Core Design. Silicon Dreams wurde von U.S. Gold gegründet, wohingegen Core Design eingekauft worden war. Dieser Plan ging auf, woraufhin U.S. Gold durch die Verpflichtung weiterer kleinerer Entwickler und dem Kauf anderer Lizenzen auch zum sehr erfolgreichen Vertriebsunternehmen wurde. Gleichzeitig wurde Centresoft zum größten Spiele-Distributor in Großbritannien. Verschiedene populäre Video-Spiele wurden von U.S. Gold auf den IBM PC portiert, wie z. B. Street Fighter II, Beach Head, Zaxxon, Impossible Mission, und viele Sport-Spiele wie World Cup Italia '90 und World Cup USA '94.

Das letzte im Handel veröffentlichte Spiel, welches das U.S.-Gold-Logo tragen sollte, war Olympic Games: Atlanta 1996, das im Juni 1996 für Sega Saturn, PlayStation, PC und 3DO veröffentlicht wurde.

Im April 1996 wurde U.S. Gold durch Eidos Interactive übernommen.

Labels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Vertrieb der Spiele in Europa verwendete U.S. Gold zahlreiche Labels. Das bekannteste davon ist Synsoft, was heute fälschlicherweise oft mit Synapse Software gleichgesetzt wird. Allerdings wurden unter dem Label Synsoft lediglich Spiele von Synapse Software in Europa vertrieben.

Zu den bekannten U.S. Gold-Labels gehören:

Capcom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U.S. Gold veröffentlichte Portierungen von verschiedenen Arcardespielen der japanischen Firma Capcom, wie zum Beispiel Street Fighter, Final Fight, Street Fighter II, Ghouls ’n Ghosts, Mercs, Forgotten Worlds und die Game Gear-Version des Spiels Mega Man.

Nach der Portierung des Capcom-Spiels Strider entwickelte U.S. Gold die Fortsetzung Strider II in Eigenregie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chris Wilkins und Roger M. Kean: The Story of US Gold. Fusion Retro Books, 2015, ISBN 978-0993131530

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]