USB-C

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Schematische Darstellung eines USB-C-Steckers mit seinen Kontaktstiften

USB-C (früher als USB Type-C bekannt) ist ein 24-poliges USB-Stecksystem, das sich durch seinen zweifachen rotationssymmetrischen Stecker auszeichnet.[1] Die USB Type-C-Spezifikation 1.0 wurde vom USB Implementers Forum veröffentlicht und im August 2014 fertiggestellt. Im Juli 2016 wurde es von der IEC als „IEC 62680-1-3“ angenommen.[2] Ein Gerät mit einem Typ-C-Anschluss implementiert nicht unbedingt USB, eine USB-Stromversorgung oder eine alternative Technologie. USB-C wird heute beispielsweise in den meisten Android-Smartphones[3] vertrieben und viele Laptop-Hersteller haben eine USB-C-Schnittstelle, die meist parallel mit Thunderbolt-3 und 4 adaptiert wird.[4]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel: Vereinheitlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein USB-C-Stecker
Eine USB-C-Buchse

Das ursprüngliche Ziel von USB-C war die Vereinheitlichung und Miniaturisierung des mittlerweile entstandenen Wildwuchses an physischen Anschlüssen an Computer, Tablets und Smartphones. Das beinhaltet:

  • USB-A am Host,
  • USB-B 2.0 Standard, USB-B 2.0 Mini, USB-B 2.0 Micro, USB-B 3.0 Standard, USB-B 3.0 Mini, USB-B 3.0 Micro an den Geräten,
  • DVI, DisplayPort, Mini-DisplayPort, HDMI, Mini-HDMI und Micro-HDMI am Host,
  • klassische Stromversorgung, Powered USB, USB-A mit verschiedenen Stromabgabefähigkeiten und
  • den 3,5-mm-Klinkenstecker zum Anschluss von Lautsprechern, Kopfhörern und Mikrofonen.

Praktisch kann man an einem semi-passiven[5] Kabel gleichzeitig

  • ein Notebook laden
  • ein oder zwei Displays anschließen
  • Musik hören
  • Daten übertragen
  • ein fremdes Gerät mit Strom versorgen.

Der große Vorteil des USB-C-Steckers ist, dass man ihn beliebig herum einstecken kann. Ein weiterer Vorteil ist die gegenüber anderen Steckersystemen höhere mögliche Ladeleistung von bis zu 15 Watt (3 Ampere bei 5 Volt).[6]

Schritte zur Vereinheitlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus internen Dokumenten und E-Mails der Generaldirektion Binnenmarkt ging am 25. Januar 2021 hervor, dass die EU an einem Gesetzesentwurf zur Vereinheitlichung von Ladesteckern für Tablets, Laptops, Kopfhörer, Kameras etc. arbeitet.[7] Die Initiative soll Geräte mit ähnlichem Strombedarf wie Smartphones mit einschließen.

Am 23. September 2021 stellte die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf vor, der USB-C als Ladebuchse für Smartphones, Tablets, Kameras und andere kleine Geräte fordert. Nur der Anbieter Apple sperrt sich dagegen.[8] Die Regelung soll frühestens 2024 in Kraft treten.[9]

Steckerbelegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

USB-C-Buchse A-Stiftanordnung
Pin Name Beschreibung
A1 GND Masse
A2 SSTXp1 SuperSpeed differentielles Paar #1, TX, positiv
A3 SSTXn1 SuperSpeed differentielles Paar #1, TX, negativ
A4 VBUS Spannung
A5 CC1 Konfigurationskanal
A6 Dp1 USB 2.0 differentielles Paar, position 1, positiv
A7 Dn1 USB 2.0 differentielles Paar, position 1, negativ
A8 SBU1 Seitenbandbenutzung1
A9 VBUS Spannung
A10 SSRXn2 SuperSpeed differentielles Paar #4, RX, negativ
A11 SSRXp2 SuperSpeed differentielles Paar #4, RX, positiv
A12 GND Masse
USB-C-Buchse B-Stiftanordnung
Pin Name Beschreibung
B12 GND Masse
B11 SSRXp1 SuperSpeed differentielles Paar #2, RX, positiv
B10 SSRXn1 SuperSpeed differentielles Paar #2, RX, negativ
B9 VBUS Spannung
B8 SBU2 Seitenbandbenutzung2
B7 Dn2 USB 2.0 differentielles Paar, position 2, negativ
B6 Dp2 USB 2.0 differentielles Paar, position 2, positiv
B5 CC2 Konfigurationskanal
B4 VBUS Spannung
B3 SSTXn2 SuperSpeed differentielles Paar #3, TX, negativ
B2 SSTXp2 SuperSpeed differentielles Paar #3, TX, positiv
B1 GND Masse
USB-C Buchsenbelegung in der Endansicht

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

USB-C Hub

Apple setzt seit dem MacBook von 2015 in seiner gesamten MacBook-Reihe ganz auf USB-C und gleichzeitig Thunderbolt-3. Doch zum Marktstart hielt sich die Akzeptanz für diese Neuerung in Grenzen.[10] Viele Käufer waren frustriert, dass nicht einmal eine herkömmliche kabelgebundene Maus oder ein SD-Kartenlesegerät angeschlossen werden konnten, woraufhin Drittanbieter reagierten. Sie boten Hubs an, mit denen man die Funktionalität mit den alten Anschlüssen gewährleisten konnte.

Praktisch alle neueren Android-Smartphones besitzen einen USB-C-Anschluss.

Mittels „Alternativmodus“ können über einzelne Datenleitungen die Signale eines anderen Anschlusstyps geleitet werden. So ist es möglich, analoge Audiosignale oder digitale Videosignale ohne Umwandlung über den USB-C-Anschluss zu übertragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. USB-C: Alles, was Sie zum neuen Wunderstecker wissen müssen. Abgerufen am 5. März 2020.
  2. IEC – News > News log 2016. Abgerufen am 5. März 2020.
  3. Risk & Policy Analysts Limited: Study on the Common Charger 2.0 – Final Report. DIGITALEUROPE, 16. Dezember 2019, S. 17, abgerufen am 9. September 2020 (englisch).
  4. Thunderbolt 3 und USB-C: Ein kleiner Unterschied. Abgerufen am 5. März 2020.
  5. enthält Elektronik zur Signalaufbereitung, aber keine eigenen Geräte, wie USB-Hostadapter, Grafikkarten oder andere PCI-Express-Geräte.
  6. USB-C Technik – schneller, langlebiger und beidseitig nutzbar. Abgerufen am 24. September 2021.
  7. Alexander Fanta: Interne Dokumente – EU plant einheitliches Ladekabel für alle Handys, Tablets und Laptops. 25. Januar 2021, abgerufen am 25. Januar 2021.
  8. Einheitliche Ladebuchse : EU-Vorschlag bringt Ende für Steckerchaos orf.at, 23. September 2021, abgerufen 23. September 2021.
  9. Elektrogeräte: EU-Kommission plant einheitliche Ladekabel für Smartphones. In: zeit.de. 23. September 2021, abgerufen am 23. September 2021.
  10. Anschlüsse am Mac identifizieren. Abgerufen am 15. März 2020.