UZ-Pressefest

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Erstes UZ-Pressefest 1974. Unter den Gästen befand sich auch der Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der Bundesrepublik, Botschafter Michael Kohl (1. Reihe sitzend 1. v. r.)
UZ-Pressefest in den 1970ern

Das UZ-Pressefest ist eine Veranstaltung, die seit 1972 von der Zeitung „Unsere Zeit“ (UZ) in regelmäßigen Abständen – meist im Zweijahresrhythmus (ungerade Jahre) – zusammen mit der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), deren Zentralorgan sie ist, organisiert wird. Es ist das größte von Kommunisten ausgerichtete Festival und nach eigenen Angaben das „größte Fest der Linken“[1] insgesamt in Deutschland.

Entstehung und Geschichte der Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim ersten Fest am 21. und 22. September 1974 zählten die Veranstalter über 700.000 Besucher in den Düsseldorfer Rheinwiesen. (Für das Fest, welches die Partei etwa eine Million DM kostete, gab der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz eine Besucherzahl von etwa 100.000 an.) Das zweite „UZ-Pressefest – Fest der Arbeiterpresse“ fand am 20./21. September 1975 ebenfalls auf den Rheinwiesen in Düsseldorf statt, nachdem die Stadt Düsseldorf vom Verwaltungsgericht zur Überlassung der Rheinwiesen verurteilt worden war. Das ursprünglich für 1976 geplante UZ-Pressefest wurde wegen Schwierigkeiten mit der Stadt Düsseldorf hinsichtlich der Freigabe der Rheinwiesen verschoben und fand als „Fest der Arbeiterpresse – Volksfest der DKP '77“ vom 1. bis 3. Juli 1977 in Recklinghausen statt.[2]

Bei den frühen Pressefesten wurden laut Aussagen von Peter Schütt den auftretenden Künstlern eine Gage von bis zu 100.000 DM gezahlt, was durch die umfangreiche Finanzierung der DKP durch die SED möglich wurde.[3]

Weitere Orte waren Essen, Duisburg-Wedau und Bottrop. Die Besucherzahlen der UZ-Pressefeste lagen in den 70er und 80er Jahren zwischen rund 200.000 und 300.000 Teilnehmern, wobei auch Vertreter kommunistischer „Bruderparteien“ aus dem Ausland anwesend waren. 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005 und 2007 feierte man jeweils drei Tage (Fr–So) im Revierpark Wischlingen in Dortmund-Wischlingen. Zu den letzten Festen (2003, 2005 und 2007) kamen nach Angaben der Veranstalter über 50.000 Besucher.

2009 fand das 16. Pressefest vom 19. bis zum 21. Juni im Revierpark Wischlingen in Dortmund statt. Bekannteste Künstler waren Konstantin Wecker, der am Samstagabend auftrat, und die chilenische Band Inti Illimani Historico, die Freitag abend auf der Hauptbühne spielte. Die intellektuellen Schwergewichte bildeten mit Veranstaltungen zur Positionierung und Grundsatzdiskussion der DKP die Philosophen und Theoretiker Willi Gerns, Robert Steigerwald und Hans Heinz Holz, der zusätzlich sein Werk „Weltanschauung und Reflexion – Darlegung der Dialektik“ vorstellte.

Das 17. UZ-Pressefest wurde vom 24. bis 26. Juni 2011 abgehalten.[1] Bekannte Musikgruppen waren neben Inti Illimani Historico, die am Samstagabend spielten, u. A. die Bots, Microphone Mafia, Banda Bassotti, Mark Foggo’s Skasters sowie die Bandbreite.

Das 18. UZ-Pressefest wurde vom 27. bis 29. Juni 2014 abgehalten. Es spielten u. a. Microphone Mafia, Konstantin Wecker, Esther Bejarano und Kai Degenhardt. Vom 1. bis 3. Juli 2016 fand das 19. UZ-Pressefest in Dortmund statt.

Das Pressefest – Politik, Kunst, Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltung der „Kundschafter des Friedens“ (ehemalige DDR-Spione) auf dem UZ-Pressefest 2003

Mit diesem Pressefest reiht sich die UZ bzw. die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) in die Tradition der anderen Westeuropäischen kommunistischen Parteien und ihrer Zeitungen, z. B. der französischen L’Humanité, der Volksstimme in Wien, der Unità in Rom und der portugiesischen Avante! ein. Auch die Jugendorganisation der griechischen KKE veranstaltet jährlich in jeder größeren Stadt Griechenlands ein Festival. Auf dem Fest präsentieren sich die einzelnen Landesbezirke der DKP und verschiedene andere Organisationen, wie z. B. die Assoziation Marxistischer StudentInnen (AMS), die der DKP nahestehende Jugendorganisation „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ (SDAJ), die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und zahlreiche so genannte Bruderparteien aus dem Ausland (z. B. die Partito della Rifondazione Comunista (PRC) aus Italien, die Kommunistische Partei Griechenlands oder die Kommunistische Partei Luxemburgs).

Auf dem Fest findet man ein großes Kulturangebot von politischen Diskussionen, Kabarett, Auftritten namhafter Künstler u. v. m. Zudem gibt es immer ein Literaturzelt, in dem sich zahlreiche linke Verlage präsentieren. In den 1980er Jahren war auch der Moskauer Staatszirkus zu Gast. Zu Künstlern, die auf vielen Pressefesten vertreten waren, gehören u. a. die Liedermacher Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt, Konstantin Wecker und der Kabarettist Dietrich Kittner. 2001, 2003, 2005 und 2007 trat auch die Kölner Rockgruppe Brings auf dem Fest auf.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973 Düsseldorf: Rheinwiesen
  • 1975 Düsseldorf: Rheinwiesen
  • 1977 Recklinghausen: Vestlandgelände
  • 1979 Essen: Gruga
  • 1982 Duisburg: Wedaustadion
  • 1984 Duisburg: Wedaustadion
  • 1987 Duisburg: Wedaustadion
  • 1993 Bottrop: Volkspark Batenbrock
  • 1995 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 1997 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 1999 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2001 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2003 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2005 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2007 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2009 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2011 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2014 Dortmund: Revierpark Wischlingen
  • 2016 Dortmund: Revierpark Wischlingen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: UZ-Pressefest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.dkp-online.de/pressefest
  2. Eine Beschreibung der Atmosphäre des Festes findet sich in Richard David Prechts autobiografischem Erinnerungsbuch „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“.
  3. Peter Schütt: Was die DKP immer bestritten hat, das bestätigt jetzt der Schriftsteller Peter Schütt, von 1971 bis 1989 selbst Mitglied im Bundesvorstand der Partei: Von Anbeginn an hingen die westdeutschen Kommunisten am Ostberliner Tropf: Wes Geld ich nehm’, des Lied ich sing’. In: zeit.de. 8. Juni 1990, abgerufen am 20. Oktober 2015.