U 10 (Schiff, 1915)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
UB 1
SMU-10.jpg
Übersicht
Typ UB I
Bauwerft

Germaniawerft, Kiel[1]

Bestellung 15. Oktober 1914[2]
Kiellegung 1. November 1914
Stapellauf 22. Januar 1915[1]
1. Dienstzeit Flagge
Indienststellung 29. Januar 1915[2]
Außerdienststellung 12. Juli 1915
2. Dienstzeit Flagge
Indienststellung 12. Juli 1915
Heimathafen Pola
Verbleib 1920 bei Pola abgewrackt
Technische Daten
Verdrängung

127 t über Wasser
142 t unter Wasser

Länge

28,1 m

Breite

3,2 m

Tiefgang

3,0 m

Tauchtiefe 50 m
Besatzung

14

Antrieb

Daimler-Dieselmotor 45 kW (60 PS)
SSW-Elektromotor 89 kW (120 PS)[3]

Geschwindigkeit

6,5 kn (12 km/h) über Wasser
5,5 kn (10,2 km/h) unter Wasser

Reichweite

1.650 sm (3.056 km) bei 5 kn (9,3 km/h) über Wasser
45 sm (83 km) bei 4 kn (7 km/h) unter Wasser

Bunkermenge

3,5 t Treiböl[4]

Bewaffnung

2 Bugtorpedorohre mit 2 × 45-cm-Torpedo,
Schnellladekanone 3,7 cm L/23 ab Oktober 1916
Schnellladekanone 4,7 cm L/23 ab November 1917

Tauchzeit

22 s[5]

Baunummer

239[4]

U 10, auch U X, war das Typboot der U-Boot-Klasse 10 der k.u.k. Kriegsmarine während des Ersten Weltkriegs. Die Indienststellung von U 10 erfolgte ursprünglich als UB 1 bei der Kaiserlichen Marine.

Planung und Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 10 war ein kleines Einhüllenboot für den küstennahen Einsatz mit einer Verdrängung von 127 t über und 142 t unter Wasser. Es war ausgerüstet mit einer Antriebswelle, einem 45-kW-Daimler-Dieselmotor und einem 89-kW-Elektromotor für die Unterwasserfahrt.[1][2] U 10 bot Platz für einen Offizier und 13 Mannschaften, war über Wasser bis zu 6,5 kn (12 km/h) und bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter bis zu 5,5 kn (10,2 km/h) schnell.

U 10 war mit zwei Bugtorpedorohren und zwei 45-cm-Torpedos bewaffnet.[1] Aus der Literatur geht nicht hervor, ob U 10 mit dem für UB-I-Boote typischen 7,92-mm-MG 08 ausgestattet war und ob das MG, wenn vorhanden, im österreichisch-ungarischen Dienst beibehalten wurde.[3] Eine 3,7-cm-L/23-Schnellladekanone ergänzte die Bewaffnung im Oktober 1916. Im November 1917 wurde sie durch eine 4,7-cm-L/23-Schnellladekanone ersetzt.

Die Kiellegung von U 10 erfolgte am 1. November 1914 bei der Germaniawerft in Kiel. Der Stapellauf als UB 1 fand am 22. Januar 1915 statt.[1] Oberleutnant zur See Franz Wäger stellte UB 1 am 29. Januar 1915 in Dienst.[6] In Sektionen zerlegt wurde das U-Boot per Bahn nach Pola (Kroatien) verfrachtet und dort wieder vernietet.[1] Die Montagezeit für UB 1 ist nicht bekannt. Die Zeit für den Zusammenbau dürfte, wie für das Mitte April 1915 aus Deutschland überführte Schwester-U-Boot UB 3, etwa zwei Wochen betragen haben.[7]

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon während der Probefahrten, am 26. Juni 1915, konnte UB 1 im Golf von Venedig ein italienisches Torpedoboot versenken.[8][2] Während der Erprobung war ein Offizier der k.u.k. Kriegsmarine dem U-Boot als Navigator und zu Ausbildungszwecken zugeteilt.

Linienschiffsleutnant Karl Edler von Unczowski übernahm UB 1 am 12. Juli 1915[2][9] für die k.u.k. Kriegsmarine und stellte es als U 10 in Dienst.[1]

Am 11. Mai 1917 kam es zu einer Begegnung zwischen dem britischen U-Boot H4 und U 10. Während H4 vor Pola kreuzte, stieß es auf U 10 und schoss einen Torpedofächer auf das U-Boot. Die beiden Torpedos waren mit einem Öffnungswinkel von 5° auf eine Entfernung von 365 Metern offensichtlich zu weit gezielt, da der Kommandant von H4 beobachtete, dass die Torpedos knapp an Bug und Heck von U 10 vorbeigingen.[10]

U 10 lief am 9. Juli 1918 vor der Mündung des Tagliamento auf eine Seemine. Mit schweren Schäden, jedoch ohne Verluste bei der Besatzung, konnte es auf den Strand gesetzt werden. Am 26. Juli 1918 bargen Truppen der k.u.k. Armee U 10 und schleppten es zur Instandsetzung nach Triest. Die Reparaturen waren bis zum Kriegsende nicht abgeschlossen. U 10 ging als Reparationsleistung an Italien und wurde 1920 in Pola abgewrackt.[10][2] Während seiner Dienstzeit in der k.u.k. Kriegsmarine konnte U 10 keine Schiffe versenken.[9]

Kommandanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Name U-Boot
29. Januar 1915 – 12. Juli 1915 Oblt.z.S. Franz Wäger UB 1
12. Juli 1915 – 10. September 1915 Linienschiffsleutnant Karl Edler von Unczowski[9] U 10
16. September 1915 – 22. August 1916 Linienschiffsleutnant Leo Prásil U 10
22. August 1916 – 10. Dezember 1916 Linienschiffsleutnant Otto Molitor U 10
10. Dezember 1916 – 11. Juni 1917 Linienschiffsleutnant Hermann Rigele U 10
15. Juni 1917 – 26. Juli 1917 Linienschiffsleutnant Albrecht Graf von Attems U 10
26. Juli 1917 – 24. November 1917 Linienschiffsleutnant Robert Dürrial U 10
25. November – 17. März 1918 Linienschiffsleutnant Andreas Korparic U 10
23. Mai 1918 – 26. Mai 1918 Linienschiffsleutnant Friedrich Sterz U 10
26. Mai 1918 – 31. August 1918 Linienschiffsleutnant Johann Ulmansky von Vracsevgaj U 10

Einsatzstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Typ Tonnage
(BRT)
Nationalität Schicksal
26. Juni 1915 Torpediniere 5 Pn Torpedoboot 120 ItalienItalien (Seekriegsflagge) Regia Marina versenkt

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Robert Gardiner; Randal Gray: Conway’s all the world’s fighting ships, 1906 - 1921. Naval Institute Press, Annapolis, Maryland 1985, ISBN 978-0-87021-907-8, S. 343.
  2. a b c d e f Harald Bendert: Die UB-Boote der Kaiserlichen Marine 1914–1918: Einsätze – Erfolge – Schicksal. Mittler, Hamburg; Berlin; Bonn 2000, ISBN 978-3-8132-0713-2, S. 11–15, 38.
  3. a b Robert Gardiner; Randal Gray: Conway’s all the world’s fighting ships, 1906 - 1921. Naval Institute Press, Annapolis, Maryland 1985, ISBN 978-0-87021-907-8, S. 180.
  4. a b Eberhard Rössler: Die Unterseeboote der Kaiserlichen Marine. Bernard und Graefe, Bonn 1997, ISBN 3-7637-5963-8.
  5. Eberhard Rössler: Geschichte des deutschen U-Bootbaus. 1: Entwicklung, Bau und Eigenschaften der deutschen U-Boote von den Anfängen bis 1943. Band 1, Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-153-8.
  6. Guðmundur Helgason: WWI U-boats: UB-1. In: U-Boat War in World War I. Abgerufen am 19. Januar 2010.
  7. Dwight R. Messimer: Verschollen: World War I U-boat losses. Naval Institute Press, Annapolis, Maryland 2002, ISBN 978-1-55750-475-3, S. 126–127.
  8. Guðmundur Helgason: Ships hit during WWI: Torpediniere 5 Pn. In: U-Boat War in World War I. Abgerufen am 19. Januar 2010.
  9. a b c Guðmundur Helgason: WWI U-boats: U KUK U10. In: U-Boat War in World War I. Abgerufen am 19. Januar 2010.
  10. a b Richard Compton-Hall: Submarines at war, 1914–18. Periscope Pub, Penzance 2004, ISBN 978-1-904381-21-1, S. 242.