U 488

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U 488
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Typ:

XIV

Feldpostnummer:

M-49 793

Werft:

Deutsche Werke, Kiel

Bauauftrag:

17. Juli 1941

Baunummer:

313

Kiellegung:

3. Januar 1942

Stapellauf:

17. Oktober 1942

Indienststellung:

1. Februar 1943

Kommandanten:
  • 1. Februar 1943 – Februar 1944
    Lt.z.S. d.R. Erwin Bartke
  • Februar 1944 – 26. April 1944
    Oblt.z.S. d.R. Bruno Studt
Einsätze:

3 Feindfahrten

Versenkungen:

keine

Verbleib: am 16. April 1944 im Mittelatlantik versenkt

U 488 war ein deutsches U-Boot vom Typ XIV, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine eingesetzt wurde. Die Boote dieses Typs waren zur Versorgung anderer U-Boote konzeptioniert und wurden daher „Milchkühe“ genannt. Mit der Versenkung von U 488 beendete die Kriegsmarine das Konzept der seegestützten U-Boot-Versorgung.

Bau und Indienststellung[Bearbeiten]

Der Auftrag für das Boot wurde am 17. Juli 1941 an die Deutsche Werke in Kiel vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 3. Januar 1942 und der Stapellauf am 17. Oktober 1942. Der Kommandant, Leutnant zur See der Reserve Erwin Bartke, stellte das Boot am 1. Februar 1943 in Dienst.[1]

Flottillenzugehörigkeit, Stationierungen und Kommandanten[Bearbeiten]

Nach der Indienststellung am 1. Februar 1943 absolvierte U 488 seine Ausbildungsfahrten bei der 4.U-Flottille in Stettin, bevor es als Frontboot am 1. Mai 1943 der 12. U-Flottille in Bordeaux zugeteilt wurde. Dort wurde es bis zu seiner Versenkung am 26. April 1944 als Versorgungsboot eingesetzt.[2]

Einsatz und Geschichte[Bearbeiten]

Das Boot war eine sogenannte "Milchkuh" und wurde ausschließlich als Versorgungsboot eingesetzt. Es führte drei Versorgungsunternehmungen durch.

Erste Unternehmung[Bearbeiten]

Das Boot lief am 18. Mai 1943 von Kiel aus und lief am 10. Juli 1943 in Bordeaux ein.[3] Auf dieser 53 Tage dauernden Versorgungsunternehmung im Mittelatlantik wurden folgende Boote versorgt: U 558, U 666, U 232, U 435, U 951, U 642, U 641, U 211, U 336, U 228, U 953, U 603, U 221, U 608, U 618, U 590, U 571, U 306, U 84, U 634, U 653 und U 358. Die folgenden Boote wurden nur mit Ersatzteilen ausgerüstet: U 732, U 615, U 415, U 535 und U 257.

Zweite Unternehmung[Bearbeiten]

Das Boot lief am 7. September 1943 von Bordeaux aus und lief am 12. Dezember 1943 wieder dort ein.[3] Auf dieser 96 Tage dauernden Versorgungsunternehmung in den Mittelatlantik westlich der Azoren wurden folgende Boote versorgt: U 68, U 155, U 103, U 402, U 584, U 731, U 378, U 758, U 378, U 641, U 731, U 193, U 103, U 530 und U 129.

Dritte Unternehmung[Bearbeiten]

USS Croatan

Das Boot lief am 22. Februar 1944 unter dem neuen Kommandanten Bruno Studt von Bordeaux aus.[3] Auf dieser 63 Tage dauernden Versorgungsunternehmung im Mittelatlantik, südwestlich der Azoren, wurden folgende Boote versorgt: U 537, U 129, U 843 und U 123. Letzteres, ein kampferprobtes Boot mit einer erfahrenen Besatzung, die zum großen Teil unter dem Kommando von Reinhard Hardegen am Unternehmen Paukenschlag teilgenommen hatte, war am 9. Januar unter dem Kommando des neuen Kommandanten Horst von Schroeter zu einer Unternehmung ausgelaufen. Gemeinsam mit neun weiteren Booten vom Typ IX sollte U 123 vor Freetown und im Golf von Guinea Jagd auf alliierte Schiffe machen und insbesondere die dortigen Zusammenstellungen von Geleitzügen stören. U 488 war zur Versorgung dieser U-Bootgruppe vor der westafrikanischen Küste positioniert worden. Am 23. März versorgte das Boot U 123 und meldete Kommandant von Schroeters erzielte Versenkungen an die U-Bootführung, da das Funkgerät von U 123 schadhaft war. Für den 26. April wurde ein Zusammentreffen mit U 66 befohlen, das sich seit dem 16. Januar auf Feindfahrt befand und nun Treibstoffbedarf hatte. Es gelang den Alliierten, den Funkverkehr, der zur Vorbereitung dieses Rendezvous zwischen den beiden Booten und der U-Bootführung hin- und herging abzuhören und den Enigma-Code zu dechiffrieren. Daraufhin beorderte die United States Navy den Geleitträger Croatan in das Seegebiet, das für das Zusammentreffen der beiden deutschen U-Boote vereinbart worden war.[4]

Verbleib[Bearbeiten]

Das Boot wurde am 26. April 1944 im Mittelatlantik, nordwestlich der Azoren auf dem vorgesehenen Versorgungsplatz für U 66, durch eine Kampfgruppe um die USS Croatan anhand des Funkverkehrs mit U 66 eingepeilt, und durch Flugzeuge des Geleitträgers im Mondschein aufgespürt. Die amerikanischen Zerstörer USS Frost , USS Inch , USS Huse , USS Barber und USS Snowdon orteten das U-Boot daraufhin und attackierten es mit Wasserbomben. Nachdem sich die, durch die Detonationen aufgewühlte See, die Sonarbeobachtungen erschwerte, beruhigt hatte, stellten die Verfolger fest, dass das U-Boot ohne Fahrt auf 170 m Tiefe still lag. Nach einem erneuten massiven Wasserbombenangriff definierten sie das Boot als versenkt, obwohl keine Trümmer auftrieben.[5] Die Position war 17° 54′ N, 38° 5′ W17.9-38.083333333333 im Marine-Planquadrat EG 3192. Als sich der Verdacht, dass U 488 verloren gegangen war, erhärtete, erklärte die U-Bootführung das Konzept der Versorgung von U-Booten durch „Milchkühe“, von denen nun nur noch eine, U 490, übrig war, als gescheitert.[4]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rainer Busch, Hans-Joachim Röll, Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945 Band Zwei Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1997, Seite 102
  2. Rainer Busch, Hans-Joachim Röll, Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945 Band Zwei Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1997, Seite 367
  3. a b c Rainer Busch, Hans-Joachim Röll, Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945 Band Zwei Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1997, Seite 494
  4. a b Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 2. Die Gejagten 1942–1945. Wilhelm Heyne Verlag, München 1999, Seite 640 – Seite 641
  5. Paul Kemp, Deutsche und österreichische U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen, Urbes Verlag, Gräfelingen 1997, Seite 191 – Seite 192

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. Verlag Mittler & Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. Verlag Mittler & Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 3: Deutsche U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945. Verlag Mittler & Sohn, Hamburg u. a. 2001, ISBN 3-8132-0513-4.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 4: Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. Verlag Mittler & Sohn, Hamburg u. a. 1999, ISBN 3-8132-0514-2.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 5: Die Ritterkreuzträger der U-Bootwaffe von September 1939 bis Mai 1945. Verlag Mittler & Sohn, Hamburg u. a. 2003, ISBN 3-8132-0515-0.
  • Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 1: Die Jäger 1939–1942. Wilhelm Heyne Verlag, München 1998, ISBN 3-453-12345-X.
  • Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 2: Die Gejagten 1942–1945. Wilhelm Heyne Verlag, München 1999, ISBN 3-453-16059-2.
  • Erich Gröner: Die Handelsflotten der Welt 1942 und Nachtrag 1944. J. F. Lehmanns Verlag, München 1976, ISBN 3-469-00552-4.
  • Erich Gröner: Suchliste für Schiffsnamen. J. F. Lehmanns Verlag, München 1976, ISBN 3-469-00553-2.
  • John F. White: U-Boot-Tanker 1941–1945. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2000, ISBN 3-7822-0790-4.

Siehe auch[Bearbeiten]

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