U 85 (Kriegsmarine)

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U 85
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Typ:

VII B

Feldpostnummer:

M 40 935

Werft:

Flender-Werke, Lübeck

Bauauftrag:

9. Juni 1938

Baunummer:

281

Kiellegung:

18. Dezember 1939

Stapellauf:

10. April 1941

Indienststellung:

7. Juni 1941

Kommandanten:

7. Juni 1941 – 14. April 1942
Oberleutnant zur See Eberhard Greger

Einsätze:

4 Feindfahrten

Versenkungen:

3 Schiffe (15.060 BRT)

Verbleib: am 14. April 1942 bei Cape Hatteras versenkt

U 85 war ein deutsches U-Boot vom Typ VII B, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine eingesetzt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Auftrag für das Boot wurde am 9. Juni 1938 an die Flender-Werke in Lübeck vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 18. Dezember 1939, der Stapellauf am 10. April 1941, die Indienststellung unter Oberleutnant zur See Eberhard Greger fand schließlich am 7. Juni 1941 statt.

Das Boot gehörte nach seiner Indienststellung am 7. Juni 1941 bis zu seiner Versenkung am 14. April 1942 als Ausbildungs- und Frontboot zur 3. U-Flottille in Kiel und La Pallice / La Rochelle.

U 85 unternahm während seiner Dienstzeit vier Feindfahrten, auf denen es drei Schiffe mit einer Gesamttonnage von 15.060 BRT versenken konnte:

Einsatzstatistik[Bearbeiten]

Erste Feindfahrt[Bearbeiten]

Das Boot lief am 28. August 1941 um 10:00 Uhr von Trondheim aus und am 18. September 1941 um 14:34 Uhr in St. Nazaire ein. U 85 gehörte zur Gruppe „Markgraf“. Auf dieser 22 Tage dauernden und zirka 4.750 sm über und 125 sm unter Wasser langen Unternehmung in den Nordatlantik südwestlich von Island wurde ein Schiff mit 4.748 BRT versenkt.

  • 10. September 1941: Versenkung des britischen Dampfers Thistleglen (Lage61.983333-39.766667) mit 4.748 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 5.200 t Stahl sowie 2.400 t Roheisen geladen und befand sich auf dem Weg von New York über Sydney nach Glasgow. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-42 mit 65 Schiffen.

Zweite Feindfahrt[Bearbeiten]

Das Boot lief am 11. Oktober 1941 um 18:00 Uhr von St. Nazaire aus und lief am 27. November 1941 in Lorient ein. U 85 musste wegen Problemen mit einem Kühlwasserventil am 13. Oktober 1941 wieder in St. Nazaire einlaufen und lief am 16. Oktober 1941 wieder dort aus. Das Boot gehörte zur Gruppe „Schlagetot“ und „Störtebecker“. Auf dieser 45 Tage dauernden Unternehmung in den Nordatlantik südöstlich von Grönland und Neufundland wurden keine Schiffe versenkt oder beschädigt.

Dritte Feindfahrt[Bearbeiten]

Das Boot lief am 8. Januar 1942 um 18:30 Uhr von Lorient aus und am 23. Februar 1942 in St. Nazaire ein. Auf dieser 44 Tage dauernden und zirka 6.000 sm über und 406 sm unter Wasser langen Unternehmung in den Westatlantik zur Neufundlandbank und vor Nova Scotia wurde ein Schiff mit 5.408 BRT versenkt.

  • 9. Februar 1942: Versenkung des britischen Dampfers Empire Fusilier mit 5.408 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Tyne nach Tampa. Das Schiff gehörte zum aufgelösten Konvoi ON-60 mit 45 Schiffen. Es gab neun Tote und 38 Überlebende.

Vierte Feindfahrt[Bearbeiten]

Das Boot lief am 21. März 1942 um 19.10 Uhr von St. Nazaire aus und wurde am 14. April 1942 versenkt. Auf dieser 24 Tage dauernden Unternehmung in den Westatlantik und an die Ostküste der USA wurde ein Schiff mit 4.904 BRT versenkt.

  • 10. April 1942: Versenkung des norwegischen Motorschiff Chr. Knudsen mit 4.904 BRT. Das Schiff wurde durch einen Torpedo versenkt. Es hatte Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von New York nach Alexandria. Es war ein Totalverlust mit 33 Toten.

Verbleib[Bearbeiten]

Beisetzung der Gefallenen

Am 14. April 1942 wurde U 85 vor der Ostküste der USA bei Cape Hatteras durch Artillerie des US-Zerstörers USS Roper auf der Position 35° 55′ N, 75° 13′ W35.916666666667-75.216666666667 versenkt.[1] Es war damit das erste U-Boot, das beim Unternehmen Paukenschlag verlorenging. Zuvor war U 85 so stark beschädigt worden, dass der Kommandant den Befehl gab, das Boot zu verlassen. Fast die gesamte Besatzung – etwa 40 Mann – schaffte es heraus. Die USS Roper setzte die Verfolgung fort und feuerte eine Salve von elf Wasserbomben auf das bereits sinkende U-Boot. Am nächsten Tag wurde die Wrackstelle von Flugzeugen markiert und die Leichen von 29 Besatzungsmitgliedern an Bord der Roper genommen und nach Informationen durchsucht, später wurden sie auf dem Hampton National Cemetery in Hampton (Virginia) mit militärischen Ehren beigesetzt.[2] Der ehemalige U-Boot-Kommandant von U 802 und Autor Helmut Schmoeckel vertritt die Ansicht, es handele sich hierbei um ein Kriegsverbrechen und zieht einen Vergleich mit dem Prozess gegen den U-Boot-Kommandanten Eck, der wegen der Beschießung von Schiffbrüchigen von den Alliierten hingerichtet wurde.[3]

U 85 verlor während seiner Dienstzeit vor der Versenkung keine Besatzungsmitglieder.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Fotos vom Wrack bei Spiegel online
  2. Foto der Gräber bei Spiegel online
  3. Helmut Schmoeckel: 79. Tötung deutscher Schiffbrüchiger durch den US-Zerstörer ROPER nach der Versenkung von »U 85« am 18.4.1942. In: Franz W. Seidler, Alfred de Zayas: Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert. Mittler, Hamburg 2002, ISBN 3-8132-0702-1, S. 181.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 1 : Die deutschen U-Boot-Kommandanten. Verlag Mittler & Sohn Hamburg-Berlin-Bonn 1996, ISBN 3-8132-0490-1
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 2 : Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. Verlag Mittler & Sohn Hamburg-Berlin-Bonn 1997, ISBN 3-8132-0512-6
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 3 : Deutsche U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945. Verlag Mittler & Sohn Hamburg-Berlin-Bonn, ISBN 3-8132-0513-4
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 4: Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. Verlag Mittler & Sohn Hamburg-Berlin-Bonn, ISBN 3-8132-0514-2
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg. Band 5: Die Ritterkreuzträger der U-Bootwaffe von September 1939 bis Mai 1945. Verlag Mittler & Sohn, ISBN 3-8132-0515-0
  • Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 1: Die Jäger 1939–1942. Wilhelm Heyne Verlag, München 1998, ISBN 3-453-12345-X.
  • Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 2: Die Gejagten 1942–1945. Wilhelm Heyne Verla,g München 1996, ISBN 3-453-16059-2.
  • Erich Gröner: Die Handelsflotten der Welt 1942 und Nachtrag 1944. J. F. Lehmanns Verlag, München 1976, ISBN 3-469-00552-4.
  • Erich Gröner: Suchliste für Schiffsnamen. J. F. Lehmanns Verlag, München 1976, ISBN 3-469-00553-2.
  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes Verlag Hans Jürgen Hansen, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7.
  • Axel Herbschleb: VomSchiffsjungen zum U-Boot-Kommandanten. Flechsig Verlag, Würzburg 2009, ISBN 978-3-88189-778-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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