Ubud

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Morgens auf dem Markt von Ubud

Ubud ist eine Kleinstadt auf der Insel Bali in Indonesien mit ca. 30.000 Einwohnern[1], die zum größten Teil Hindus sind. Ubud liegt knapp 30 km nordöstlich von Denpasar und gilt als das kulturelle Zentrum Balis.

Hauptstraßen in Ubud sind die in Ost-West-Richtung verlaufende Jalan Raya Ubud, die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Jalan Wenara Wana (auch als Monkey Forest Road bekannt) und die Jalan Hanoman.

Als Sehenswürdigkeiten sind vor allem der Palast Puri Saren und der heilige Affenwald, in dem mehr als 340 Affen (hauptsächlich Makaken) leben, bekannt. Gegenüber dem Palast, in dem der letzte Fürst von Ubud, Tjokorda Gede Agung Sukawati, lebte, liegt in einem Lotusblütenteich der Tempel Pura Taman Kemude Saraswati. Ebenfalls in der Stadt befindet sich das Haus des 1999 verstorbenen Malers Don Antonio Blanco. Seine Gemälde werden dort seit seinem Tod im The Blanco Renaissance Museum von seiner Tochter ausgestellt.[2][3][4]

War Ubud früher mit seinen kleinen Hostels und Pensionen vor allem bei Rucksacktouristen beliebt, werden mittlerweile immer mehr Hotelanlagen für Pauschalurlauber gebaut. In Ubud finden sich eine Reihe Restaurants mit balinesischer und internationaler Küche.

Minibusse, so genannte Bemos, fahren in alle Richtungen, auch nach Denpasar. Vom Busbahnhof aus fahren Busse nach Candi Dasa, Kuta, Padang Bai, Lovina und zu vielen anderen beliebten Orten Balis sowie zum Flughafen.

Ubud gilt als künstlerischer Hauptort Balis. Vor allem Malerei und Textilkunst, aber auch traditionelle Holzschnitzereien werden in Ubud gepflegt. Der Ort wurde seit den 1920er Jahren auch als Aufenthalt europäischer und amerikanischer Künstler bekannt. U. a. lebte seit 1927 in Ubud der Musiker und Maler Walter Spies und phasenweise als sein Gast die Musikerin und Schriftstellerin Vicky Baum, die in Ubud ihren berühmten Roman Liebe und Tod auf Bali schrieb. Ein weiterer namhafter Künstler war unter anderem der niederländische Maler Rudolf Bonnet.[5] Gemälde von Bonnet und Spies sind in Ubud in den Museen Agung Rai und Puri Lukisan ausgestellt.

In vorkolonialer Zeit diente Ubud als Sitz balinesischer feudaler Prinzen. Diese wurden als Tjokordas bezeichnet. Während der niederländischen Kolonialherrschaft wurde die politische Bedeutung der Tjorkadas zersetzt. Dennoch haben Mitglieder der ehemaligen feudalen Familienzweige eine gesellschaftliche Bedeutung auf Bali.[6]

Umgebung[Bearbeiten]

Goa Gajah
  • Bei Bedulu, nur wenige Kilometer südöstlich von Ubud, liegt der Höhlentempel Goa Gajah („Elefantengrotte“), der seit dem 19. Oktober 1995 als Weltkulturerbe geführt wird.[7] Der synkretische Tempel enthält buddhistische und hinduistische Elemente und muss im 8. Jahrhundert wohl ein buddhistisches Zentrum gewesen sein. In der Nähe war die Statue des Dyani Buddha Amitabha und kleine Terrakotta-Stupas („Stupicas“) mit buddhistischen Symbolen gefunden worden. Das Hauptheiligtum geht auf das 11. Jahrhundert zurück. In die in den Fels gehauene Höhle mit T-förmigem Grundriss haben sich einst asketisch lebende Mönche zur Meditation zurückgezogen. Über dem Eingang sitzt ein riesiges Ungeheuer, durch dessen Schlund man die Höhle betritt. In einer Nische des linken Quergangs thront eine Ganesha-Statue. Im rechten Teil steht auf einem Steinaltar ein dreifaches Linga, das die hinduistische Trinität Brahma-Vishnu-Shiva symbolisiert. Das zu Goa Gajah gehörende, 14 x 19,5 m große Wasserbecken wurde erst 1954 bei Ausgrabungen freigelegt. An seinem westlichen Rand stehen sechs Nymphen (Widadari) aus Tuffstein, durch deren Krüge Wasser in das Becken sprudelt.
Yeh Pulu
  • Nicht weit von Goa Gajah führt ein Fußweg durch die Reisfelder zum etwa 25 m langen und zwei Meter hohen Reliefband Yeh Pulu, das in den Fels eingemeißelt ist und wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert stammt. Abgesehen von dem am Rand sitzenden Ganesha sind hier keine religiösen, sondern sehr bewegte Alltagsszenen dargestellt, deren Bedeutung allerdings unklar ist.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ubud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1 @2 Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deSiehe bevoelkerungsstatistik.de
  2. http://rgarcellano.wordpress.com/2010/03/07/the-don-of-bali/
  3. http://www.blancomuseum.com/
  4. http://www.film-locations.com/viewfinder/bali/don_antonio/blanco1.htm
  5. Vgl. Reisebericht auf traveldiary.de; Reiseliteratur-Verlag
  6. Vgl. Abschnitt 2 auf Bali and Indonesia on the Net
  7. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch

-8.506875115.26235833333Koordinaten: 8° 30′ S, 115° 16′ O