Ubud

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ubud ist eine Kleinstadt auf der Insel Bali in Indonesien

Tempelanlage Pura Sri Saraswathi
Statue der Hindugöttin Sri Saraswathi
Eingang zum Palast Puri Saren
Tempel Pura Majan Agung
Höhlentempel Goa Gajah

Lage und Größe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ubud zählt ca. 34.000 Einwohner[1], die zum größten Teil Hindus sind. Die Stadt liegt knapp 30 km nordöstlich von Denpasar und gilt als das kulturelle Zentrum Balis.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minibusse, so genannte Bemos, fahren in alle Richtungen, auch nach Denpasar. Vom Busbahnhof aus fahren Busse nach Candi Dasa, Kuta, Padang Bai, Lovina und zu vielen anderen Orten Balis sowie zum Flughafen. Hauptstraßen in Ubud sind die in Ost-West-Richtung verlaufende Jalan Raya Ubud, die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Jalan Wenara Wana (auch als Monkey Forest Road bekannt) und die Jalan Hanoman.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

War Ubud früher mit seinen kleinen Hostels und Pensionen vor allem bei Rucksacktouristen beliebt, werden mittlerweile immer mehr Hotelanlagen für Pauschalurlauber gebaut. In Ubud finden sich eine Reihe Restaurants mit balinesischer und internationaler Küche.

Geschichte und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vorkolonialer Zeit diente Ubud als Sitz balinesischer feudaler Prinzen. Diese wurden als Tjokordas bezeichnet. Während der niederländischen Kolonialherrschaft wurde die politische Bedeutung der Tjorkadas zersetzt. Dennoch haben Mitglieder der ehemaligen feudalen Familienzweige eine gesellschaftliche Bedeutung auf Bali.[2] Durch einErdbeben entstanden 1917 erhebliche Schäden in der Stadt.

Ubud gilt als künstlerischer Hauptort Balis. Vor allem Malerei und Textilkunst, aber auch traditionelle Holzschnitzereien werden in Ubud gepflegt. Der Ort wurde seit den 1920er Jahren auch als Aufenthalt europäischer und amerikanischer Künstler bekannt. Seit 1927 lebten der Musiker und Maler Walter Spies in Ubud und phasenweise als sein Gast die Musikerin und Schriftstellerin Vicky Baum, die in Ubud ihren berühmten Roman Liebe und Tod auf Bali schrieb. Ein weiterer namhafter Künstler war der niederländische Maler Rudolf Bonnet.[3] Gemälde von Bonnet und Spies sind in Ubud in den Museen Agung Rai und Puri Lukisan ausgestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt ist der Tempel Pura Taman Saraswathi, auch unter dem Namen Pura Sri Saraswathi bekannt, der in den 1950er Jahren erbaut wurde und der Hindugöttin Sri Saraswathi, der Göttin der Weisheit, der Künste, der Bildung und des Lernens, geweiht ist.[4] In der ausgedehnten Tempelanlage, vor der ein Teich mit Lotosblumen angelegt wurde, steht eine Statue der von den Balinesen hochverehrten Göttin mit mehreren Armen, die ein aus zusammengehefteten Palmblättern bestehendes Buch in der Hand hält. Viel besucht werden auch der Palast Puri Saren, dessen Inneres der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, und der heilige Affenwald, in dem mehr als 340 Affen (hauptsächlich Makaken) leben. Gegenüber dem Palast, in dem der letzte Fürst von Ubud, Tjokorda Gede Agung Sukawati, lebte, befindet sich der Tempel Pura Majaran Agung, der Privattempel der in Ubud residierenden balinesischen Fürstenfamilie. Sein mit Steinmetzarbeiten reichverziertes Eingangstor gilt als eines der schönsten ganz Balis. Viele sakrale Gebäude der Stadt sind mit einer Swastika verziert. Ebenfalls in der Stadt befindet sich das Haus des 1999 verstorbenen Malers Don Antonio Blanco. Seine Gemälde werden dort seit seinem Tod im The Blanco Renaissance Museum von seiner Tochter ausgestellt.[5][6][7]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei Bedulu, nur wenige Kilometer südöstlich von Ubud, liegt der Höhlentempel Goa Gajah („Elefantengrotte“), der seit dem 19. Oktober 1995 als Weltkulturerbe geführt wird.[8] Der synkretische Tempel enthält buddhistische und hinduistische Elemente und muss im 8. Jahrhundert wohl ein buddhistisches Zentrum gewesen sein. In der Nähe war die Statue des Dyani Buddha Amitabha und kleine Terrakotta-Stupas („Stupicas“) mit buddhistischen Symbolen gefunden worden. Das Hauptheiligtum geht auf das 11. Jahrhundert zurück. In die in den Fels gehauene Höhle mit T-förmigem Grundriss haben sich einst asketisch lebende Mönche zur Meditation zurückgezogen. Über dem Eingang sitzt ein riesiges Ungeheuer, durch dessen Schlund man die Höhle betritt. In einer Nische des linken Quergangs thront eine Ganesha-Statue. Im rechten Teil steht auf einem Steinaltar ein dreifaches Linga, das die hinduistische Trinität Brahma-Vishnu-Shiva symbolisiert. Das zu Goa Gajah gehörende, 14 x 19,5 m große Wasserbecken wurde erst 1954 bei Ausgrabungen freigelegt. An seinem westlichen Rand stehen sechs Nymphen (Widadari) aus Tuffstein, durch deren Krüge Wasser in das Becken sprudelt.
Yeh Pulu
  • Nicht weit von Goa Gajah führt ein Fußweg durch die Reisfelder zum etwa 25 m langen und zwei Meter hohen Reliefband Yeh Pulu, das in den Fels eingemeißelt ist und wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert stammt. Abgesehen von dem am Rand sitzenden Ganesha sind hier keine religiösen, sondern sehr bewegte Alltagsszenen dargestellt, deren Bedeutung allerdings unklar ist.
  • Am Rande des Dorfes Mas, ca. 10 km südöstlich von Ubud, sind im Setia Darma House of Masks and Puppets mehr als 4 600 Masken und Theaterfiguren aus Indonesien und anderen Ländern Asiens ausgestellt. Besonders eindrucksvoll und farbenfroh sind die Wayang Kulit-Figuren sowie überlebensgroße und sehr lebensecht wirkende Darstellungen von Löwen, Drachen und mythischen Sagengestalten. Auf dem Museumsgelände sind außerdem kunstvoll renovierte historische Gebäude zu sehen.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ubud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Catherine Bourzat u. a.: Indonésie. Michelin, Paris 2013, S. 376
  2. Vgl. Abschnitt 2 auf Bali and Indonesia on the Net
  3. Vgl. Reisebericht auf traveldiary.de; Reiseliteratur-Verlag
  4. Catherine Bourzat u. a.: Indonésie, S. 377, Paris 2013
  5. http://rgarcellano.wordpress.com/2010/03/07/the-don-of-bali/
  6. http://www.blancomuseum.com/
  7. http://www.film-locations.com/viewfinder/bali/don_antonio/blanco1.htm
  8. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO (englisch und französisch).
  9. Birgit Borowski: Bali & Lombok, S. 198. Melbourne 2013

Koordinaten: 8° 30′ S, 115° 16′ O