Uckerland

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uckerland
Uckerland
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uckerland hervorgehoben

Koordinaten: 53° 27′ N, 13° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 167,21 km2
Einwohner: 2579 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17337
Vorwahlen: 039740, 039745, 039752, 039753, 039853
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 579
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 35
17337 Uckerland
Website: www.uckerland.de
Bürgermeister: Matthias Schilling (SPD)
Lage der Gemeinde Uckerland im Landkreis Uckermark
AngermündeBerkholz-MeyenburgBoitzenburger LandBrüssowCarmzow-WallmowCasekowFlieth-StegelitzGartz (Oder)GerswaldeGöritzGramzowGrünowHohenselchow-Groß PinnowLychenMark LandinMescherinMilmersdorfMittenwaldeNordwestuckermarkOberuckerseePassowPinnowPrenzlauRandowtalSchenkenbergSchönfeldSchwedt/OderTantowTemmen-RingenwaldeTemplinUckerfeldeUckerlandZichowBrandenburgKarte
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Uckerland ist eine amtsfreie uckermärkische Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg.

Uckerland (terra Ukera) nannte sich auch das Stammesgebiet der Ukranen, bevor es unter den Markgrafen von Brandenburg zur Uckermark wurde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für die Befreiungskriege in Wolfshagen

Die Gemeinde gliedert sich in 11 Orts- und 19 bewohnte Gemeindeteile:[2]

Hinzu kommen 10 Wohnplätze:[2] Ausbau Wilsickow, Bandelow-Siedlung, Grünhagen, Hohen Tutow, Lemmersdorfer Mühle, Nechlin Ausbau, Ravensmühle, Schindelmühle, Taschenberg Ausbau und Zarnkehöfe

Darüber hinaus findet sich auf dem Gemeindegebiet eine Wüstung:[3] Neuhof

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Gemeinden gehörten bis zum 30. Juni 1950 zum brandenburgischen Landkreis Prenzlau. Am 1. Juli 1950 wechselten vier Gemeinden (Güterberg, Milow, Wilsickow, Wismar) in den mecklenburgischen Kreis Pasewalk.

Am 25. Juli 1952 wurden die Länder der DDR durch Gesetz aufgelöst und 14 Bezirke geschaffen. Dadurch wurden alle diese Gemeinden dem Bezirk Neubrandenburg zugeordnet. Bis auf eine Ausnahme gehörten die Orte nun zum neugeschaffenen Kreis Strasburg. Lediglich Nechlin wechselte in den Kreis Pasewalk.

Eingemeindungen innerhalb der heutigen Ortsteile
  • 1. Juli 1950 Eingliederung von Hetzdorf in Lemmersdorf[4]
  • 1. Januar 1957 Eingliederung von Werbelow in Trebenow
  • 1. August 1973 Eingliederung von Bandelow in Trebenow
  • 2. Mai 1979 Eingliederung von Schlepkow in Lemmersdorf
  • 31. Dezember 2001 Umbenennung von Lemmersdorf in Hetzdorf

Nach 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1992 wurde das Amt Lübbenow (Uckermark) im Kreis Strasburg in Mecklenburg-Vorpommern gegründet, dem die heutigen Ortsteile von Uckerland zugeordnet wurden. Durch Bürgerentscheid kam es am 1. August 1992 zum Kreis Prenzlau und wechselte somit in das Land Brandenburg.

Die Gemeinde Uckerland entstand am 31. Dezember 2001 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Fahrenholz, Güterberg, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Milow, Nechlin, Trebenow, Wilsickow, Wismar und Wolfshagen.[5] Diese waren bis dahin amtsangehörige Gemeinden des Amtes Lübbenow, das im Zuge der Gemeindeneugliederung im Land Brandenburg zum 31. Dezember 2001 aufgelöst wurde. Die Gemeindebezeichnung Uckerland wurde im Gemeindeneugliederungsvertrag vom 22. November 2001 festgeschrieben.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrenholz und Lindhorst

Fahrenholz erste urkundliche Erwähnung stammt von 1287[6].

Lindhorst erste urkundliche Erwähnung stammt von 1375 als Lynthorst.[7] Der Name wird als Dorf an einer mit Linden bestandenen Erhöhung im Wiesengelände gedeutet.

Güterberg und Carolinenthal

Güterbergs erste urkundliche Erwähnung war 1608 als Guetterberch.

Carolinenthal wurde 1745 erstmals urkundlich erwähnt.

Hetzdorf, Gneisenau, Kleisthöhe, Lemmersdorf und Schlepkow

Hetzdorfs erste urkundliche Erwähnung stammt von 1286. Der Name des Ortes leitet sich von dem Personennamen Hezel, einer Kurzform von Hermann, ab. Sehenswert ist die frühgotische Dorfkirche Hetzdorf aus dem 13. Jahrhundert.[8]
Schlepkows erste urkundliche Erwähnung als Slepecow stammt von 1321. Der slawische Name stammt vom Personennamen Slepek ab, was Blinder bedeutet.

Jagow war Stammsitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes von Jagow.

Lübbenow wurde urkundlich erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts erwähnt. Das klassizistische Herrenhaus Lübbenow entstand zwischen 1812 und 1826 und wurde mehrfach umgebaut und um 1923/27 erweitert. Das Gut war u. a. im Besitz der Familie von Stülpnagel-Dargitz bis 1945.

Trebenow

Trebenows erste urkundliche Erwähnung stammt von 1321.[9] Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Treben ab.[10]
Bandelow wurde 1312 und Werbelow 1343 erstmals erwähnt.

Wilsickow wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Die Sanierung der Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde 1992 abgeschlossen.[11]

Wismar wurde 1316 erstmals urkundlich erwähnt.[12]
Der Name leitet sich von Wismaria Ort des Vysěmêr oder Visemêr ab, dem slawischen Lokator des Ortes.[13]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2001 3 672
2002 3 547
2003 3 487
2004 3 453
Jahr Einwohner
2005 3 384
2006 3 341
2007 3 254
2008 3 121
2009 3 074
Jahr Einwohner
2010 3 014
2011 2 892
2012 2 842
2013 2 804
2014 2 760
Jahr Einwohner
2015 2 740
2016 2 693
2017 2 664
2018 2 638
2019 2 579

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[14][15][16]: Stand 31. Dezember, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Bevölkerungsentwicklung der 15 Ortsteile[4][17]

Orts-/Gemeindeteil Bevölkerung im jeweiligen Gebietsstand
29. Okt. 1946 31. Aug. 1950 31. Dez. 1964 1. Jan. 1971 31. Dez. 1981 31. Dez. 1989 31. Dez. 2000
Uckerland
Bandelow 583 602 489 532
Fahrenholz 405 481 358 358 255 214 171
Güterberg 351 442 304 278 251 215 185
Hetzdorf 327
Jagow 1196 1381 1033 973 679 626 558
Lemmersdorf 526 844 678 738 741 712 626
Lübbenow 368 468 413 416 378 425 348
Milow 584 601 428 398 273 230 193
Nechlin 451 472 355 304 234 208 161
Schlepkow 346 354 258 220
Trebenow 480 497 681 629 953 870 647
Werbelow 284 336
Wilsickow 469 471 438 397 271 251 226
Wismar 591 620 438 338 289 275 212
Wolfshagen 458 516 555 507 379 359 419

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgender Sitzverteilung:[18]

Partei / Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Uckerländer 6
CDU 5
SPD 2
Die Linke 1
Einzelbewerberin Birgit Fichtner 1
Einzelbewerberin Corinna Woldegk 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002–2008: Monika Becker
  • 2008–2016: Christine Wernicke
  • seit 2016: Matthias Schilling (SPD)

Schilling wurde in der Bürgermeisterwahl am 10. April 2016 mit 50,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren[19] gewählt (Wahlbeteiligung 73,6 %).[20]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. Februar 2013 durch das Innenministerium des Landes Brandenburg genehmigt.

Blasonierung: „Im roten, mit elf goldenen Samenkörnern (Kugeln) bestreuten Schild eine vierblättrige goldene Rapsblüte mit Butzen und vier Kelchblättern.“

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und nach Beschluss des Gemeinderates vom 31. März 2013 ins Genehmigungsverfahren geführt. Die Symbolik im Wappen bezieht sich auf den in der Region seit Generationen betriebenen Rapsanbau, indem es zentral eine Rapsblüte mit elf gestreuten Körnern zeigt. Sinnbildlich steht die Rapsblüte für die erblühende Gemeinde, die elf Körner verkörpern die elf Ortsteile, die im Wappen paritätisch, d. h. unabhängig von den unterschiedlichen Orts- und Bevölkerungsgrößen dargestellt sind.[21]

Die Farben der Gemeinde sind: Gelb-Rot

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde führt eine dreistreifige Flagge, deren linker und rechter Streifen rot sind und jeweils ein Viertel der Breite des gelben Mittelstreifens besitzen. Bei der quergestreiften Flagge sind der obere und untere Streifen rot und der Mittelstreifen analog in den o. g. Abmessungen gelb. Mittig aufgesetzt ist das Wappen.[22]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde von Uckerland ist die polnische Gemeinde Węgorzyno in der Woiwodschaft Westpommern. Sie liegt etwa 150 Kilometer östlich von Uckerland.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westportal der Dorfkirche Nechlin

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Uckerland

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Milow hat der Schibri-Verlag seinen Sitz.

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet von Uckerland verlaufen:

Der Haltepunkt Nechlin an der Bahnstrecke Angermünde–Stralsund wird von der Regionalexpresslinie RE 3 Stralsund–Berlin–Elsterwerda-Biehla bedient.

Die Bahnstrecke Prenzlau–Strasburg mit den Haltepunkten Kutzerow, Taschenberg, Lindhorst, Fahrenholz und Güterberg wurde 1995 stillgelegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – A–L. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 21. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-035-7.
  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – M–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 21. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-036-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Uckerland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2019 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Gemeinde Uckerland – Ortsteile nach § 45 Kommunalverfassung – Bewohnte Gemeindeteile – Wohnplätze. In: service.brandenburg.de. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, abgerufen am 12. März 2021.
  3. Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – M–Z. 2012, S. 706 f.
  4. a b Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875–2005 Landkreis Uckermark, S. 31–33, 41 (PDF; 386 kB)
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  6. Johanne de Farenholtze, CDB, A XXI 97 Kop., hier nach http://www.uckerland.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=17728
  7. Landbuch Kaiser Karls IV.246 Lynthorst, hier nach http://www.uckerland.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=17728
  8. Märkische Oderzeitung, 15. August 2006, S. 9
  9. http://www.uckerland.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=17730
  10. Märkische Oderzeitung, 23. Oktober 2006, S. 9
  11. Märkische Oderzeitung, 2./3. Oktober 2006, S. 11
  12. Wismarowe, Krabbu Nr. 2482
  13. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 159.
  14. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 30–33
  15. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  16. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  17. Homepage von Uckerland
  18. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  19. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  20. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 10. April 2016
  21. Jörg Mantzsch: Das Wappen der Gemeinde Ackerland, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Innenministerium des Landes Brandenburg 2013 (Gutachten: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam)
  22. Jörg Mantzsch: Die Flagge der Gemeinde Uckerland, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Innenministerium des Landes Brandenburg 2013 (Gutachten: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam)
  23. Askanierwelten: Dorfkirchen: Lübbenow