Uckermärkische Seen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Blick auf die Uckerseen. 53° 11′ 46″ N, 13° 49′ 50″ O. Fünf-Seen-Blick

Die Uckermärkischen Seen liegen in Nordost-Brandenburg, beginnend etwa 50 Kilometer nördlich von Berlin. Im Nordwesten geht das Seengebiet bruchlos in die Mecklenburgische Seenplatte über. Das Neustrelitzer Kleinseenland umfasst Teile beider Bundesländer und Seenplatten.

Naturraum und Naturpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht alle Seen der politisch-historischen Uckermark gehören zum Naturraum Uckermark. Die größte Dichte an Seen im Landkreis findet sich im Einzugsgebiet der Havel und wird dem Naturraum Nordbrandenburgisches Wald- und Seengebiet zugerechnet.[1]

Der Naturpark Uckermärkische Seen wiederum besteht zu mehr als der Hälfte aus dem Anteil der Uckermark am Einzugsgebiet der Havel, dazu noch etwa dem Einzugsgebiet der Quillow.[2] Das obere Einzugsgebiet der Ucker mit Oberuckersee und Unteruckersee gehört nicht dazu.

Das Einzugsgebiet der Welse mit mehreren überwiegend kleinen Seen gehört zum Naturraum Uckermark, aber nur teilweise zur historischen Landschaft und zum Landkreis. Es gehört zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und nicht zum Naturpark Uckermärkische Seen. Die nicht sehr zahlreichen aber doch nennenswerten Seen im Norden und Osten der Uckermark gehören zum Naturraum aber nicht zum Naturpark.

Anzahl der Seen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uckermärkischen Seen umfassen zahlreiche natürlich entstandene Seen, die eine beeindruckende Artenvielfalt sowie eine meist hohe Wasserqualität aufweisen.

Die insgesamt 590 Seen der Uckermark (> 1 ha)[3] bieten mit ihren Ufern, ergänzt durch insgesamt 233 Kilometer Flüsse und Bäche, eine enorme Vielfalt von Lebensräumen für die Tier- und Pflanzenwelt.

Region/Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uckermark als Moränenlandschaft ist durch die Eiszeit geprägt worden. Dabei entstand ein leicht hügeliges Flachland und darin durch verschiedene Mechanismen Mulden, von denen viele mit Seen unterschiedlicher Größe gefüllt sind, manche auch nur mit einem Feuchtgebiet. Es gibt Zungenbeckenseen, es gibt aus Tunneltälern entstandene Seen und es gibt viele kleine Sölle, die beim Zurückweichen des Eises durch Toteisblöcke entstanden sind. Ein weiterer Beleg der Eisbewegungen vor 15.000 Jahren sind die vielen großen gerundeten gesteinsbrocken, sogenannte Findlinge.

Weder die Landesgrenze noch die Kreisgrenze zwischen Uckermark und Oberhavel bilden hier geologische oder sonstwie landschaftliche Grenzen.

Die Vernetzung der Seen ist unterschiedlich. In Tunneltälern bildeten sich Seenketten, die mancherorts von kleinen Flüssen durchströmt werden. Sölle stehen typischerweise nur über das Grundwasser in Verbindung mit anderen Gewässern. Das führt nicht selten zu starken Schwankungen des Wasserspiegels, da nach starken Niederschlägen kaum mehr an Wasser versickert als bei anhaltender Trockenheit. Es gibt aber auch Seen, die durch eine Tonschicht vom Grundwasser abgegrenzt sind. Seit dem Mittelalter wurden zahlreiche künstliche Abflusswege geschaffen, um das Wasser für den Betrieb von Mühlen zu nutzen und um die Schädigung von Landwirtschaft und Wald durch Überflutungen zu vermindern. Im 20. Jahrhundert wurden viele der Gräben verrohrt, so dass schlecht informierte Besucher Seen für isoliert halten, die in Wirklichkeit einen Abfluss haben. Mit der Entwässerung ist man heute zurückhaltender als noch vor dreißig Jahren, da man die Bedeutung von Feuchtgebieten für den Artenschutz und für die Regeneration des Grundwassers erkannt hat.

Der außergewöhnliche Reichtum an Seen ist ein besonderes Charakteristikum der zusammenhängenden Jungmoränenlandschaft im Nordosten Brandenburgs und im Süden Mecklenburgs.

Die Ucker und ihre Zuflüsse von der Quelle bis zum (unvollständig dargestellten) Köhntop.
Lesbare Darstellungsgrößen: 20% (924 x 845 px)25% (1155 x 1057 px)33% (1540 x 1409 px)
Das Lychener Gewässer (grell blau), abgesehen von einem kleinen eigenen Oerblauf westlicher Abflussweg der Feldberger Seen (lila) und der Scheitelhaltung bei Boitzenburg (pink)
Das Templiner Gewässer leuchtend blau, Lübbesee aber rotstichig (wegen der Gabelung)

Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uckermärkischen Seen stehen als Europäisches Vogelschutzgebiet[4] unter Schutz, viele seit 1997 im Naturpark Uckermärkische Seen,[5] weitere sekit 1990 im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Auflistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewässer; Gewässersystem; Fläche in ha; Lage zum nächsten bedeutenden Ort; Bemerkung; Koordinaten

A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumgartener See
Baumgartener See
Der Blankenburger See
Der Buckowsee im Grumsin
Der Burgsee in Blankenburg
Der Kleine Burgsee in Blankenburg

C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clanzsee; isoliert; ??? ha; Beenz (bei Lychen)

D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dammsee in Fürstenwerder
Der Dolgen bei Melzow
Dovinsee in der Nähe von Joachimsthal

E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entengrützsee in Melzow

F[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felchowsee
  • Flocksee; im Verlauf des Schmollner Grabens, Abfluss zur Randow zur Uecker; 5,51 ha; zw. Schwaneberg und Schmolln

G[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelandsee bei Hessenhagen
Glambecker See
Großer See bei Hohengüstow
Grünower See
Grünower See

H[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haussee in Bietikow
Haussee in Gerswalde
Hardenbecker Haussee
Haussee in Polßen
Heiliger See bei Altkünkendorf
Herrensteiner See
Hintenteich, der nördliche
Hintenteich, der mittlere
Hintenteich, der südliche

Holzendorfer See bei Holzendorf (Uckerland); Abfluss durch den Siebgraben Dedelow zur Quillow; war jahrelang trockengelegt, seit 2003 wieder geflutet

I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

J[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

K[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großer Kaulsee in Schmiedeberg
Kleiner Kaulsee in Schmiedeberg
Der Kespersee bei Melzow an der Autobahn
Klarersee bei Dreesch
Kleinowsee bei Neu-Kleinow
  • Gramzower Klostersee (DTK: Haussee); 2 Abflüsswege: westwärts zum Schmidtgraben (zw. Großem Kuhsee und Glambecksee) und ostwärts durch den Kantorsee in den Gramzower Mühlbach (zum südwärts fließenden Teil der Randow); ??? ha; 53° 12′ 58″ N, 14° 0′ 3″ O
Der Haussee (auch Klostersee) von Gramzow
Kölpinsee Götschendorf
  • Koppelsee; Bietikower Bach (teilw. verrohrt) → Dreescher Seegraben → Unteruckersee; 0,8 ha; westlich von Bietikow, Uckerfelde
  • Nord-Koppelsee; 1,1 ha; bei Grünow (kleiner zweigeteilter See, nördlich der Eisenbahn)
Der Nord-Koppelsee in Grünow
  • Süd-Koppelsee; 1,53 ha; bei Grünow (kleiner zweigeteilter See, südlich der Eisenbahn)
Der Süd-Koppelsee in Grünow
Der Krebssee bei Berghausen
Großer Krinertsee bei Hohenwalde und Temmen
  • Großer Kron(en)see; isoliert; ??? ha; Rutenberg (bei Lychen)
  • Kleiner Kron(en)see; isoliert; ??? ha; Rutenberg (bei Lychen)
  • Krummer See; Abfluss Dammseegraben durch den Dammsee in den Parsteiner See →→→ Finowkanal → Oder; 30 ha; Bölkendorf; südlich von Angermünde; 52° 57′ 21″ N, 14° 0′ 1″ O
Krummer See bei Bölkendorf
Der Krummesee in Seehausen

L[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Laagensee; nach älteren Karten Abfluss in den Briesensee (Binneneinzugsgebiet), nicht vom WBV unterhalten; 32,1 ha; bei Poratz, westlich von Neuhaus in der Nähe von Steinhöfel
  • Laatzer See; isoliert; ??? ha; Kirchenforst Templin
  • Labüskesee; Labüskekanal, Milmersdorfer Mühlenbach von Kölpinsee bis Labüskesee, Verbindung zum Temnitzsee, Verbindung zum Fährsee, Templiner Gewässer; ??? ha; nördlich von Milmersdorf
  • Langesbruch; isoliert; ??? ha; im Melzower Forst; 53° 8′ 49″ N, 13° 54′ 13″ O
  • Kleiner Lankensee; isoliert; ??? ha; bei Templin
  • Libbesickesee; Libbesickergraben (zum Lübbelowsee); 35 ha; Libbesicke (bei Temmen-Ringenwalde)
  • Lübbesee; Verbindung zum Fährsee; 297 ha; Templin
  • Lübbelowsee; Lübelowgraben von Lübbelowsee bis Lübbesee; ??? ha, bei Götschendorf, Milmersdorf
  • Lützlower See; Ablauf von der Badestelle, am nördlichen Ortsrand verrohrt, zu einem kurzen Bachtal zur Randow; ??? ha; Lützlow; 53° 14′ 48″ N, 14° 1′ 59″ O
Lützlower See

M[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Möllensee im Kanal bei Seehausen
Kleiner Mudrowsee vom Ostufer aus gesehen
Der Mühlensee bei Willmine
Der Mündesee in Angermünde

N[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nettelpfuhl im Melzower Forst, direkt an der Autobahnabfahrt BAB11 – Warnitz
  • Netzowsee; Netzowfließ bei Knehden, Verbindung zum Bruch- und Gleuensee; ??? ha; Netzow (bei Templin)

O[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberuckersee mit Burgwallinsel

P[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsteinsee am Campingplatz Parstein
Großer Peetzigsee
Großer Petznick
Plötzensee
(Großer) Plötzsee
Großer Plunzsee
Kleiner Plunzsee
Polßener See
Großer Potzlowsee
Großer Prähnssee

R[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Redernswalder See
Rosinsee
  • Rosinsee; nach aktuellen Karten abflusslos, nach älteren Abfluss zum Brodowinsee; 20ha; südöstlich von Brodowin
Südufer Rosinsee am Rosinfenn

S[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sabinensee
Schumellensee
Seelübber See
Serwester See

T[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Templiner See; Templiner Kanal, Templiner Seenkreuz; 94,64 ha; Templin (auch Stadtsee genannt)
Templiner See
  • Temnitzsee; Verbindung zum Labüskesee; 13,83 ha; nördlich von Milmersdorf, (Nähe B109)
  • Teufelssee; Abfluss zum Graben 67.9 → Steinfurther Bach → Ucker; 3,10 ha; Jagow
  • Tiefer See; isoliert; 9 ha; südöstlich von Bölkendorf; mit 60 Metern eines der tiefsten Gewässer der Uckermark; 52° 56′ 43″ N, 14° 0′ 29″ O
Tiefer See bei Bölkendorf
Großer Triensee
Kleiner Triensee
  • Trumpfsee; Abfluss zum Östlichen Oberuckerseegraben (Dükereingang fehlt in der DTK10, ist aber im Luftbild gut zu kennen); ??? ha; Melzow, am Trumpf; 53° 10′ 30″ N, 13° 53′ 28″ O

U[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unteruckersee mit Blick auf Prenzlau

V[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

W[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wollenthinsee
  • Wolletzsee; Welse Zu- und Abfluss; 330 ha; Wolletz
Idylle am Wolletzsee
Wrechener See
Sonnenuntergang am Wurlsee
  • Wustrowsee; im frühen 20. Jh. Ablauf zum Großen Stewensee → Stewengraben → Landiner Abzugsgraben → Welse; 7,15 ha; südwestlich von Berkholz, nördlich von Johannishof

Z[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise, Quellen oder Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LfU: Naturräume Brandenburg
  2. Natura 2000: Naturpark Uckermärkische Seen
  3. Hans Dominik, Werner Ebert, Gerd Lutze: Die Märkische Eiszeitstraße. 2. Auflage. Findling Verlag, Neuenhagen 2003, ISBN 3-933603-22-6.
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 18. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mugv.brandenburg.de
  5. Erklärung zum Naturpark „Uckermärkische Seen“
  6. Bundesamt für Gewässerkunde: Wasserkörpersteckbrief DEBB80001696281321 Redernswalder See
  7. Ostufer des Unteruckersees mit Seelübber See 1911 (Messtischblatt)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uckermärkische Seen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien